Beim Outsourcing-Megadeal stechen die Inder IBM & Co. aus

Volvo fährt auf HCL ab

Im Oktober wurde bereits die Absichtserklärung publiziert – am 16. Februar hat der Nutzfahrzeughersteller Volvo das Outsourcing seiner IT an den indischen Konzern HCL Technologies vertraglich besiegelt. Der Mega-Deal, der ein Milliarden-Euro-Volumen haben dürfte, umfasst auch die Übernahme des externen IT-Geschäfts von Volvo. Damit gewinnt HCL 40 neue Kunden in Europa hinzu, darunter auch etliche AS/400-Anwender. In seine Angebote für Anwender des System i will HCL weiter investieren und diese „marktführend“ machen.

  • Anant Gupta, Präsident und CEO von HCL Technologies, freut sich über „die merkliche Erweiterung unserer vielfältigen Belegschaft“.

  • Erwartet langfristig strategische Vorteile: Olle Högblom, CIO der Volvo Group und Präsident von Volvo IT

Rund 2.500 IT-Experten der Volvo Group aus elf Ländern werden zu dem bisher in Europa noch relativ schwachen Dienstleister HCL versetzt. „Bei dem Abkommen handelt es sich um eines der bisher größten IT-Geschäfte eines indischen IT-Unternehmens und eine der ersten Transaktionen in der Branche, bei denen die Prinzipien von ‚Vested Sourcing’ als Grundlage für ein IT-Outsourcing-Abkommen in dieser Größenordnung angewendet werden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Volvo IT – stark in Skandinavien und Frankreich

Indischen Medienberichten zufolge erwirbt HCL das externe IT-Geschäft von Volvo in Skandinavien und Frankreich für 138 Mio. Dollar – mit der Verpflichtung zur Übernahme aller Mitarbeiter. Im Gegenzug übernehme HCL die nächsten fünf Jahre das IT-Outsourcing – und erhält dafür von Volvo 1,8 Mrd. Dollar. Für die Schweden springt dabei nach eigenen Angaben ein Gewinn von 900 Mio. Kronen (95,7 Mio. Euro) heraus. Außerdem dürfte sich HCL ein Vertragsvolumen der 40 Volvo-Kunden in Höhe von rund 1 Mrd. Dollar sichern. Das Nachsehen hatte nicht nur IBM, zu deren Großkunden Volvo zählt. Auch andere Dienstleister wie Tata Consulting Services, Hewlett-Packard oder Infosys soll Volvo evaluiert haben.

Laut der Vereinbarung, die auf Volvos Absichtserklärung vom Oktober folgt, will HCL eine Roadmap zur technischen Transformation und Optimierung von Infrastruktur und Anwendungssystemen bei Volvo einsetzen und diese auf die raschen Fortschritte bei geschäftlich genutzten Technologien wie Cloud-Anwendungen, Business Intelligence und Big Data vorbereiten.

Umfangreiche IBM-Infrastruktur, lange AS/400-Erfahrung

Diese Roadmap bezüglich technologischer Transformation von HCL erstreckt sich bei Volvo auf über 3.500 Anwendungen, mehr als 20 Rechenzentren, über 11.000 Server, 12 Petabyte Speicherplatz, Großrechner mit einer Kapazität von mehr als 20.000 MIPS sowie über 15.000 Netzwerkgeräte. Im Rahmen der Roadmap wird HCL zudem über 65.000 Endanwendern bei Volvo Zugang zu Produktivitäts- und Einbindungslösungen wie Microsofts Office 365 bieten.

Volvos IT-Services für Kunden mit Mainframe- und IBM-i-Infrastrukturen will HCL weiter ausbauen. „Wo Volvo auf Grundlage dieser Kapazitäten bereits exzellente Dienstleistungen für IT-Kunden in den nordischen Ländern erbringt, wird HCL nun weitere Investitionen in diese Angebote tätigen und sie auf seinen globalen Kundenstamm ausdehnen“, heißt es. Außerdem werde in Göteborg auf Grundlage der Fachkenntnisse des Volvo-Teams ein Kompetenzzentrum zur Betreuung der globalen HCL-Kundschaft im Automobil- und Fertigungssektor entstehen. Auch für die IT-Kunden von Volvo können sich Vorteile ergeben, etwa der Zugriff auf globale Kapazitäten, Instrumente und Prozesse.

Kulturelle Übereinstimmung?

„Die kulturelle Übereinstimmung zwischen unseren beiden Organisationen ist die Grundlage für eine Partnerschaft, die der Volvo Group langfristige strategische Vorteile einbringen wird“, sagte Olle Högblom, CIO der Volvo Group und Präsident von Volvo IT. „Ich bin davon überzeugt, dass sich HCL auch für die anderen Kunden von Volvo IT als hervorragender Partner erweisen wird und dass unsere ehemaligen Volvo-Angestellten auch bei HCL ein wichtiger Bestandteil eines namhaften globalen Anbieters von IT-Dienstleistungen sein werden.“

Mit diesem Vertrag wird HCL zum größten IT-Dienstleister indischer Herkunft in Skandinavien. „Wir heißen über 40 neue Kunden von Volvo IT willkommen“, sagte Anant Gupta, Präsident und CEO von HCL Technologies. Dieser Zuwachs ermögliche eine stärkere Präsenz in den nordischen Ländern und im EU-Raum und beschleunige den HCL-Auftritt an diesen Märkten. „Wir freuen uns zudem über die merkliche Erweiterung unserer vielfältigen Belegschaft durch den Beitritt der hochqualifizierten Fachleute aus dem IT-Geschäft von Volvo“.

www.hcl.com

www.volvogroup.com

www.volvoit.com

Bildquelle: Volvo Group / HCL Technologies

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