Die Stadtwerke Pforzheim gehen Richtung S/4 Hana

Von Oxaion und Wilken zu SAP

Bei den Stadtwerken Pforzheim stehen Änderungen ins Haus. In der Führungsspitze steht ein Revirement an – und bei der IT-Infrastruktur der Wechsel des ERP-Systems. Hatte man seit den Tagen der AS/400 auf Oxaion (für Lager und Rechnungswesen) gesetzt und seit 2002 die EVU-Anwendungen mit Wilken abgedeckt, soll Anfang 2019 eine integrierte IT-Lösung auf Basis von SAP S/4 Hana in Betrieb gehen. Damit breche ein neues Zeitalter an, glaubt Roger Heidt, Vorsitzender der SWP-Geschäftsführung.

Vertragsunterzeichnung, SWP

Anlässlich der Vertragsunterzeichnung (von links): Thomas Engelhard und Roger Heidt (beide SWP), Michael Hernsdorf und Michiel van Aart von Gisa

An den ehrgeizigen ERP-Plänen ändert sich auch durch die überraschenden personellen Veränderungen nichts, betonte Heidt in der Pforzheimer Zeitung, auch wenn für die Umsetzung ein großes Maß an Implementierungssicherheit erforderlich sei.

Dieser Umstieg ist Teil eines mehrstufigen Projektes zur Erneuerung der SWP-weiten Unternehmens-IT; der jetzigen Entscheidung vorangegangen war die hardware-seitige Umstellung der SWP-IT mit Server, Storage, Netzwerkkomponenten und Betriebssystemen inklusive eigenem redundantem Rechenzentrum im Jahr 2014. Ein wichtiges Ziel, so Heidt, sei über ein effizientes und aussagefähiges Steuerungs- und Planungsinstrument zu verfügen.

Im Januar wurde auf dem Weg dahin ein weiterer Meilenstein erreicht: Nach einem umfangreichen Auswahlprozess unterschrieben die Stadtwerke Pforzheim den Auftrag zur Umstellung wichtiger IT-Anwendungen. Vertragspartner ist die Gisa GmbH mit Sitz in Halle/Saale, die eine SAP-basierte Lösung angeboten hatte.

Den Ressourceneinsatz optimieren

Es geht bei diesem Auftrag um das ERP-System, dessen Aufgabe es ist, den Ressourceneinsatz zu optimieren und das eine Vielzahl von Geschäftsanwendungen und Betriebsdaten integriert. Die neue Software bildet die Bereiche Finanz- und Anlagebuchhaltung, Controlling, Einkauf, Lager- und Instandhaltung sowie Personaleinsatz und -abrechnung ab. „Mit der IT-Neuausrichtung richten wir das Unternehmen auf die Zukunft aus“, wird Heidt in der Pressemitteilung zitiert. „Mit digitalen und schlanken Prozessen entlang der Wertschöpfungskette können wir unsere Effizienz steigern, notwendige Veränderungen nachhaltig umsetzen und damit unsere Konkurrenzfähigkeit sichern.“

Entlang dieser Veränderungsdynamik sind bei den SWP auch Veränderungen im Ablauf der Geschäftsprozesse und der Organisationsstruktur möglich. „Die neue Softwarelösung zur Ressourcenplanung in unserem Unternehmen die notwendige Antwort auf die Herausforderungen des regulierten Energiemarktes und der scharfen Wettbewerbssituation. Die ERP-Systeme ermöglichen es durch die Standardisierung und Digitalisierung der Prozesse, uns auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren“, ist das Fazit des SWP-Geschäftsführers Thomas Engelhard.

Die SWP betreiben ein hochverfügbares Rechenzentrum an zwei redundanten, aus Sicherheitsgründen mehrere Kilometer voneinander getrennte Standorten. Besondere Aufmerksamkeit legten die SWP hier auf die Optimierung der Datensicherung. Zur Infrastruktur, die allen Mitarbeitern unabhängig vom jeweiligen Standort einen Zugang zu den benötigten Daten bietet, gehört auch ein neues, leistungsstarkes WLAN-Netz.

Bessere Hochrechnungen, mehr Entscheidungsunterstützung

Im ersten Schritt des aktuellen Umstellungsprojektes hatten die SWP eine umfassende IT- und Prozesslandkarte erstellt und Anforderungen für die IT-Anwendungslandschaft der nächsten Jahre definiert. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen effizient in einer Prozesslandschaft arbeiten, die optimal auf die Wertschöpfungskette abgestimmt und systemseitig größtmöglich integriert ist“, so fasst Brita Kroslid, Programmleiterin bei den SWP, den Nutzen zusammen.

Etliche IT-Systemhäuser bewarben sich auf die Ausschreibung der SWP. Gisa, eine Tochter des SAP-Partners Itelligence, überzeugte den interdisziplinär besetzten Lenkungsausschuss als Branchenspezialist in der Energiewirtschaft.

Die Vorteile der neuen Lösung sieht man vor allem in den Funktionen für Hochrechnung und Entscheidungsunterstützung, in der Performanz sowie in der Bereitstellung von Geschäftsinformationen in Echtzeit. SWP will das Jahr bis zur Inbetriebnahme intensiv nutzen, um gemeinsam mit Gisa die Anwendungslandschaft auf den neuesten Technologiestand zu bringen.

Bisher kommt in Bereichen wie Rechnungswesen und Lager Oxaion zum Einsatz, während EVU-Anwendungen wie Contracting oder Vertriebsabrechnung durch Wilken abgedeckt wurden, ebenso die Direktvermarktung.

Über die SWP GmbH

Die Kernaufgaben der Stadtwerke Pforzheim sind der Energievertrieb und der Netzbetrieb in den Wettbewerbsmärkten Strom und Gas in Pforzheim und in der Region. Außerdem versorgt die SWP GmbH mit rund 500 Mitarbeitern Privathaushalte, Gewerbe und Industrie in der Stadt Pforzheim mit Fernwärme und Trinkwasser. Der Umsatz wurde seit dem Jahr 2008 von 180 auf 340 Mio. Euro gesteigert.

Bildquelle: SWP Stadtwerke Pforzheim

©2018Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok