Dirk Schuma, Sales Manager Europe bei Opengear
Ein SD-WAN kann demnach Niederlassungen günstig an das Rechenzentrum anbinden, einen zuverlässigen Zugriff auf Cloud-Dienste herstellen und den Traffic geschickt über verschiedene Netztechnologien verteilen. Der Markt wächst schnell und soll nach Prognosen der Marktforscher von IDC bis 2023 um jährlich mehr als 30 Prozent auf 5,25 Mrd. Dollar wachsen. Bei aller Euphorie ist aber nicht zu übersehen, dass SD-WAN auch einige Herausforderungen mit sich bringt und ein Sicherheitsrisiko darstellen kann. Die drei wichtigsten Pluspunkte sind:
Bessere Netzwerkleistung: Mit SD-WAN können Unternehmen verschiedene Verbindungstypen verwalten, von klassischen Breitbandverbindungen über LTE bis zu MPLS. Jede Anwendung bekommt für ihre Daten genau die Verbindungen zugewiesen, die ihre Anforderungen an Bandbreite und Latenz erfüllen. Intelligente SD-WAN-Router leiten den Datenverkehr automatisch über einen geeigneten Verbindungstyp und den bestmöglichen Pfad, um Netzüberlastungen zu vermeiden.
Einfache Verwaltung: SD-WAN reduziert die Netzkomplexität durch das Management mehrerer Verbindungstypen über eine Oberfläche. Zudem entlastet es IT-Abteilungen durch eine zentrale Verwaltung aller Netzgeräte und viele Automatisierungsfunktionen. Neue Router und Switches laden nach dem Anschluss ans Netz ihre Konfiguration aus der Cloud oder von einem Server und richten sich selbstständig ein, sodass neue Standorte schnell angebunden oder neue Geräte schnell in Betrieb genommen sind, ohne einen Techniker vor Ort einsetzen zu müssen.
Die drei größten Schwachstellen und Nachteile von SD-WAN sind:
Neue Fehlerquellen: Durch die zentrale Verwaltung von Geräten und Verbindungen entstehen neue Fehlerquellen. Beim Ausfall der Internetverbindung kann sich ein Router beispielsweise keine neue Konfiguration herunterladen und ist auch für die IT-Abteilung nicht mehr erreichbar. Kleine Fehler wie Fehlkonfigurationen verteilen sich zudem schnell im Netz und können zu größeren Ausfällen führen.
Viele Firmware-Updates: Router liefen früher teilweise jahrelang ohne Konfigurationsänderungen oder Firmware-Updates durch. Intelligente SD-WAN-Router sind dagegen stärker von ihrer Software abhängig und benötigen häufiger Anpassungen und Firmware-Aktualisierungen, etwa wenn neue Features eingeführt, Bugs gefixt oder Routing-Richtlinien geändert werden. Jedes Update stellt jedoch ein Risiko dar und kann dazu führen, dass der Router ausfällt oder nicht wieder richtig startet.
„Mit einem smarten Out-of-Band-Management erhalten Unternehmen einen alternativen Zugriffspfad zu ihren Netzgeräten und können sie kontinuierlich überwachen und verwalten, auch wenn die primäre Verbindung ausgefallen ist. So beheben sie Fehler in ihrem SD-WAN schnell und zuverlässig und minimieren Ausfallzeiten“, sagt Schuma. „Doch ein Out-of-Band-Management ist nicht nur etwas für den Notfall. Unternehmen verbessern damit auch das Monitoring ihrer Infrastruktur und erhalten einen sicheren Zugriff auf alle Geräte, ohne den Netzbetrieb zu beeinträchtigen. Sie erhöhen zudem die Sicherheit, weil sie den Managementzugriff auf Router und Switches über das primäre Netz sperren und auf das OOB-Netz beschränken können.“
Bildquelle: Opengear