NTT Data: Ohne Low-Code-Experten droht ein App-Desaster

Vorbereitungen auf die Low-Code-Praxis

Der IT-Konzern NTT Data hat in Zusammenarbeit mit der spanischen Digitalisierungsinitiative MWCB den Bericht „Low-Code Analysis: New paradigm in software development“ veröffentlicht.

NTT-Manager Ralf Malter

NTT-Manager Ralf Malter: „Die Software-Industrie bereitet sich darauf vor, dass alle Mitarbeiter programmieren können.“

Es wird geschätzt, dass im Jahr 2023 weltweit 500 Millionen neue Apps benötigt werden. Dem gegenüber steht ein Mangel an Fachkräften. Um den hohen Bedarf zu decken, werden allein in Europa 350.000 IT-Fachleute benötigt. Laut Eurostat haben oder hatten 55 Prozent der EU-Firmen Schwierigkeiten, IT-Profis einzustellen. Und es wird erwartet, dass sich der Bedarf in Zukunft noch vergrößern wird. 

Als Lösung des Problems gelten Low-Code-Plattformen. Darunter versteht man Technologien, die manuelles Schrei-ben von Code bei der Entwicklung von Software auf ein Minimum beschränken (Low-Code) oder sogar völlig eliminieren (No-Code). Der Bericht hebt hervor, dass sich, angesichts dieser Tendenzen, 42 Prozent der Unternehmen für den Einsatz von Low-Code-Plattformen entscheiden und Menschen ohne IT-Profil entsprechend ausbilden. Denn eines ist klar: Ohne entsprechende Ausbildung der nicht IT-kundigen Low-Code-Entwickler droht ein App-Desaster.

Die Studie erkennt den Zusammenhang zwischen dem massiven Low-Code-Einsatz und der Nachfrage nach Fachkräften, die diese Technologien beherrschen. In den letzten zwei Jahren ist das Stellenangebot im Zusammenhang mit Low-Code-Kenntnissen in wichtigen europäischen Märkten um 73 Prozent gestiegen. Die kurze Lernkurve ermögliche es Fachleuten aus nichttechnischen Bereichen, sich zusätzlich auch Software-Entwicklungskenntnisse anzueignen, heißt es. Verschiedene Studien zeigen, dass sich 40 bis 60 Prozent der Unternehmen für die Low-Code-Umschulung von nichttechnischen Fachkräften entschieden haben, um die Schwierigkeiten bei der Einstellung von IT-Profis zu überwinden. Allerdings verlassen sich 90 Prozent der befragten Unternehmen bei der Entwicklung ihrer ersten Anwendungen mit Low-Code noch auf Technologiepartner – und 50 Prozent von ihnen lagern ihr Fachpersonal an diese Partner aus. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Als führende Low-Code-Plattformen werden übrigens Produkte einschlägiger Unternehmen wie Mendix und Outsystems genannt, aber auch Tools zur Digitalisierung von Prozessen (etwa von Appian) oder SaaS-Plattformen mit einer breiten funktionalen Abdeckung, wie sie z.B. Microsoft, Salesforce oder Service Now anbieten. Und Gartner prognostiziert, dass bis 2025 rund 70 Prozent aller neuen Anwendungen mit No-Code- und Low-Code-Technologien entwickelt werden.

Das MWCB analysiert auch die Auswirkungen von Low-Code auf Fachkräfte und erklärt, dass die Verwendung eine soziale Transformation darstelle, da viel mehr Menschen in der Lage sein werden, zu programmieren. Ralf Malter, COO und Geschäftsführer NTT Data DACH, unterstreicht, dass „die Software-Industrie sich darauf vorbereitet, dass alle Mitarbeiter programmieren können und wir uns auf die Rolle des ‚Citizen Developers‘ zubewegen.“

Bildquelle: NTT Data

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