Björn Goerke wird CTO der Car.Software-Organisation

VW holt SAP-Mann

Der Volkswagen-Konzern verstärkt die Geschäftsführung seiner Car.Software-Organisation und holt dazu Björn Goerke (50) wird zum 1. Januar als „Chief Technology Officer“. Goerke war zuletzt CTO und Präsident SAP Cloud Platform beim Softwareunternehmen SAP. Die Walldorfer hatte Goerke nach den dortigen Führungsquerelen Ende 2018 verlassen.

Björn Goerke neuer CTO der Car.Software-Organisation

Björn Goerke soll künftig bei VW markenübergreifend Standards für die Softwarearchitektur im vernetzten Fahrzeug und für die digitalen Ökosysteme etablieren.

Die Car.Software-Organisation wird zum 1. Januar 2020 eigenständige Geschäftseinheit des Konzerns. Sie spielt eine zentrale Rolle bei den VW-Plänen, bis 2025 den Eigenanteil der Softwareentwicklung im Fahrzeug auf über 60 Prozent (heute unter zehn Prozent) steigern. Langfristig wird die Weiterentwicklung der Car.Software-Organisation mit dem Zielbild einer „Software-Marke“ im Konzern mit eigenem Markenauftritt angestrebt.

Goerke wird als CTO künftig an Christian Senger berichten, Markenvorstand für Digital Car & Services bei Volkswagen und gleichzeitig CEO der Car.Software-Organisation. Diese wiederum orientiert sich mit der Struktur ihrer Geschäftsführung mit Senger (45), Goerke und Frank Rösler (52, „Chief Financial Officer“) an der Softwarebranche.

Markenübergreifende Standards gefragt

Der neue CTO Goerke soll künftig markenübergreifend Standards für die Softwarearchitektur im vernetzten Fahrzeug und für die digitalen Ökosysteme etablieren. Darüber hinaus soll die Entwicklungsarbeit in der Car.Software-Organisation harmonisiert und in einem konsolidierten Produktportfolio von Softwareprodukten und Technologien zusammengeführt werden.

„Wir haben in der Car.Software-Organisation den Anspruch, technologische Fähigkeiten mit branchenübergreifender Expertise in der Softwareentwicklung zu verbinden“, wird Christian Senger in einer Presseinformation zitiert. „Mit Björn Goerke gewinnen wir einen Chief Technology Officer mit umfassender Erfahrung im Management von Softwarearchitekturen in einem globalen Unternehmen. Gemeinsam wollen wir die Car.Software-Organisation zu einem Kraftzentrum für Software im Volkswagen-Konzern formen: mit den besten Digitalexperten, einer internationalen Aufstellung und klarer Lieferverantwortung für unsere Marken.“

Der Diplom-Informatiker Goerke begann seine berufliche Laufbahn 1988 bei SAP in Walldorf als Softwareentwickler im Bereich Technologie. Nach einer zweijährigen Station als Softwareentwickler für Servertechnologie im kalifornischen Palo Alto wechselte er 1998 zurück in die Zentrale in Walldorf, wo er von 2002 bis 2017 in verschiedenen verantwortlichen Funktionen tätig war. Zuletzt war Goerke als Global CTO bei SAP in Palo Alto für die Themen Technologie-Strategie, -Governance und -Architektur, -Security, -Integration, „Open Source“ und „Developer Community“ verantwortlich. Er verantwortete darüber hinaus als Präsident SAP Cloud Platform die Innovationsplattform des Softwarehauses in der Cloud als eigenständiges Produkt. Ende 2018 verließ Goerke dann den Software-Konzern; damit war er nicht alleine, denn auch die Vorstände Leukert und Ensslin gingen, am Ende sogar CEO Bill McDermott.

Software für fünf Domänen

Die Car.Software-Organisation entwickelt künftig markenübergreifend Software in fünf Domänen. Diese umfassen die Entwicklungsarbeit an einem einheitlichen Fahrzeug-Betriebssystem „vw.os“ für alle Konzernfahrzeuge und ihre Anbindung an die Volkswagen Automotive Cloud, eine standardisierte Infotainment-Plattform, alle Assistenzsysteme bis hin zum hochautomatisierten Fahren und Parken in Fahrzeugen der Endkunden, Software-Funktionen zur Verbindung von Antrieb, Fahrwerk und Ladetechnologie, sowie Ökosysteme für alle Mobilitätsdienste und digitalen Geschäftsmodelle der Marken.

Bis 2025 will die Car.Software-Organisation mehr als sieben Milliarden Euro in ihre Aufgaben und Projekte investieren. Volkswagen wird Dank der einheitlichen Softwareumfänge beträchtliche Skaleneffekte im Konzern generieren und damit die Kosten für die Software pro Fahrzeug für alle Marken merklich senken.

Bildquelle: Volkswagen

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