Dr. Matthias Heiden ist designierter Nachfolger von Finanzvorstand Arnd Zinnhardt

Warum holt die Software AG den neuen CFO?

Ohne Nennung von Gründen hat die Darmstädter Software AG heute die Ablösung des langjährigen „Chief Financial Officer“ Arnd Zinnhardt durch Dr. Matthias Heiden angekündigt. Heiden kommt nach Ablauf einer Übergangszeit vom Achsen- und Fahrsystemhersteller SAF-Holland, dessen Finanzvorstand er im März 2017 geworden war.

  • Arnd Zinnhardt, der scheidende Finanzvorstand der Software AG

    Nach seiner Berufung zum CFO im Mai 2002 gelang Arnd Zinnhardt gemeinsam mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Streibich die Rettung der damals schwer angeschlagenen Software AG.

  • Dr. Matthias Heiden, designierter CFO der Software AG

    Dr. Matthias Heiden freut sich darauf, „das Unternehmen und seine Finanzfunktion bei der Umsetzung der Helix-Transformationsstrategie auf die nächste Stufe zu bringen."

Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler Heiden (Jahrgang 1972) folgt als CFO auf Arnd Zinnhardt (Jahrgang 1962), der nach 18 Jahren als Finanzvorstand der Software AG aus dieser Funktion ausscheiden wird. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Software AG, Dr. Andreas Bereczky, kommentierte die Ablösung mit diesem Worten: „Im Namen des Aufsichtsrats, des Vorstandsteams und aller Mitarbeiter möchte ich mich bei Arnd Zinnhardt aufrichtig für seine exzellente Arbeit in den vergangenen 18 Jahren bedanken, insbesondere für seinen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Implementierung unserer neuen Strategie, Helix.“

Arnd Zinnhardt fügte hinzu: „Für mich geht eine spannende und intensive Zeit bei der Software AG zu Ende. Ich möchte mich herzlich bei meinen Kolleginnen und Kollegen für ihre Unterstützung und die Zusammenarbeit in dieser Zeit bedanken. Gemeinsam haben wir die Software AG erfolgreich weiterentwickelt und zu dem Unternehmen gemacht, das es heute ist. Jetzt, da die Helix-Strategie zu greifen beginnt, freue ich mich, den Stab an Dr. Heiden weiterzugeben.“

Lobhudelei lässt Fragen unbeantwortet

Bei dieser gegenseitigen Lobhudelei stellt sich die Frage, warum Zinnhardt seinen Vertrag nicht erfüllen will oder darf, der im August 2015 bis Juli 2021 verlängert worden war. Immerhin ist er seit Mai 2002 Finanzchef der Darmstädter und somit einer der dienstältesten CFOs überhaupt in Deutschland. Nach seiner Berufung 2002 gelang ihm gemeinsam mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Streibich, der im Sommer 2018 ausgeschieden ist, die Rettung des seinerzeit schwer angeschlagenen Unternehmens.

Angeblich wollte Zinnhardt seinen Vertrag nicht verlängern – und soll das Unternehmen im März 2020 verlassen. Dann hätte Deutschlands zweitgrößtes Softwarehaus binnen anderthalb Jahren den gesamten Vorstand personell ausgetauscht. Ob Heiden dann bereits kommen kann, ist noch unklar. Sein aktueller Arbeitgeber lässt verlauten: „Bis zu seinem Ausscheiden - spätestens zum Jahresende 2020 – wird Dr. Heiden seine Aufgaben unverändert in vollem Umfang wahrnehmen.“

Ambitionierte Wachstumsziele

Bilden die Ursache dafür private Gründe Zinnhardts – oder war die Unzufriedenheit seines im August 2018 angetretenen CEO Sanjay Brahmawar mit dem bisher erreichten Wachstum ausschlaggebend? Der Umsatz schrumpfte in den letzte zehn Jahren und dümpelte zuletzt zwischen 850 und 900 Mio. Euro, nachdem er bis zum Jahr 2012 auf über 1,1 Mrd. Euro gewachsen war.

Immerhin sollte Heiden auch schon bei SAF-Holland als CFO dabei helfen, ambitionierte Wachstumsziele zu erreichen. Oder will die Software AG künftig auch beim Vorstand sparen, denn laut Manager Magazin war Zinnhardt der Topverdiener unter den Finanzvorständen aller M-Dax-Unternehmen – mit 4,05 Mio. Euro im Jahr. Abstriche daran wollte er bei den Verhandlungen über einen neuen Vertrag – gerade angesichts seiner offensichtlich exzellenten Arbeit – wohl eher nicht hinnehmen.

Aufschluss über die Gründe für den überraschenden Wechsel im Vorstand geben vielleicht auch die drei Sätze, die Heiden zu seiner Ernennung sagte: „Der Einstieg bei der Software AG in dieser Phase der Transformation ist ausgesprochen spannend. Die Finanzkraft und die Innovationsagenda der Software AG sind überzeugend. Ich freue mich darauf, das Unternehmen und seine Finanzfunktion bei der Umsetzung der Helix-Transformationsstrategie auf die nächste Stufe zu bringen."

Heiden mit zwölfjähriger SAP-Vergangenheit

Nach seiner Promotion und Stationen bei der Deutschen Bank, Arthur Andersen und EY wechselte der Wirtschaftswissenschaftler 2005 zur SAP, zunächst als Vorstandsassistent des damaligen CFO Werner Brandt. In den Folgejahren arbeitet er unter anderem als CFO der schwedischen SAP-Tochter und seit 2014 als CFO der deutschen Landesgesellschaft.

Heiden war bei der SAP maßgeblich an der Umstellung auf ein abonnement- und cloudbasiertes Geschäftsmodell beteiligt und Co-Sponsor des Finanztransformationsprogramms „Finance Run Better Togethe“. Im März 2017 wechselte Heiden dann nach zwölf Jahren bei SAP zu SAF-Holland.

Bildquelle: Software AG, SAF-Holland

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