Viele mögliche Nachfolger für ausgemusterte Virtual Tape Library

Was kommt nach IBM Protectier?

Ende November beendet IBM erklärtermaßen den Support für den Massenspeicher Protectier, der bereits vor zwei Jahren aus dem Verkauf genommen wurde. Weil immer diese Systeme mancherorts aber immer noch im Einsatz sind, bieten IBM und Hersteller wie Laservault Ablöseprogramme an. Das End-of-Service-Datum könnte eine wichtige Rolle in den Überlegungen von IT-Chefs spielen, weil diese wissen, welche Bedeutung der Fähigkeit zur Sicherung und Wiederherstellung wichtiger Daten zukommt.

Laservault erreicht mit IBM-i-Servern Datenraten von bis zu 550 MB pro Sekunde bei Single-Threaded-Backups.

Falconstor verspricht es, Cobalt Iron verspricht es, IBM schon lange und jetzt verspricht es auch der US-Hersteller Laservault: Protectier-Kunden bei der erfolgreichen Migration ihrer „Virtual Tape Library“ (VTL) zu unterstützen. „Als Replacement in Unix,- Linux- und Windows-Umgebungen empfiehlt IBM in der Regel das Spectrum Protect – als softwaredefinierte Lösung der Wahl für die Datendeduplizierung“, heißt es von IBM offiziell auf Anfrage von DV-Dialog. Für IBM-i-Umgebungen biete man die VTL-Produkte des US-Herstellers Dynamic Solution International an, der sich auf die Umgebungen IBM i, Unisys Clearpath und Open Systems fokussiert hat.

Ebenfalls seit AS/400-Zeiten in der Midrange-Welt aktiv ist der in Tulsa/Oklahoma beheimatete Hersteller Laservault. Der bringt seine Produkt ViTL ins Spiel, vor allem für solche IT-Chefs, die mit dem Umfang und/oder der Geschwindigkeit ihrer Datensicherung Probleme haben. Die virtuelle Bandbibliothek ViTL läuft auf einem Windows-Server, der zwischen den IBM-i-Server und einen RAID10-Plattenspeicher geschaltet wird und die IBM-i-Daten dort mit einer Rate von bis zu 550 Megabyte/s sichern kann. Damit übertrifft man die aktuell verfügbaren Datenraten der LTO8-Laufwerke (360 MB/s) – und auch die 400 MB/s der kommenden 9. LTO-Generation.

Möglich wird das, weil ViTL mehrere LTO-Bandlaufwerke emuliert, auf denen dann die Sicherungen von Tools wie BRMS oder Robot/Save parallel erstellt werden können. Mit individuell zusammengestellten Backup-Jobs sind nach Firmenangaben zwischen 350 und 450 MB/s realistisch; es hänge von der Performance des Servers ab, welche Backup-Geschwindigkeit erzielt werde. Das Band sei nicht mehr der Engpass. Deshalb komme man für eine gegebene Backup-Workload oft mit der Hälfte der Bandlaufwerke aus – oder könne das Backup-Fenster deutlich verkürzen.

Die Ablösung von Protectier muss nicht kompliziert sein“, verspricht Laservault auf der Homepage. Der Übergang zu ViTL könne ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs erfolgen – und bereits vorhandene Backup-Routinen lassen sich einfach weiter verwenden.

IBM hatte bereits am 13. Februar 2018 verschiedene Protectier-Produkte abgekündigt. Der Verkauf der Geräte wurde dann im Juni 2018 eingestellt, der Support für die Geräte soll Ende November 2020 auslaufen.

Bildquelle: Laservault

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