Ein Rundruf unter den Midrange-Experten in Deutschland

Wie beurteilen Sie die Perspektive von Notes/Domino?

In unserem Rundruf haben wir die Meinung der Midrange-Experten in Deutschland nach dem Verkauf der Collaboration-Suite von IBM an HCL erfragt. Sie ist durchaus gemischt. Alle Statements lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe.

  • Matthias Weichhold, DNUG

  • Burkhard Fertig, Suffel Fördertechnik und Common-Vorstand

  • Rene Richter, RI-SE Enterprise GmbH

  • Stefan Lage, Accept IT

  • Philipp Königs, Valantic

  • Alexander Kühn, n-komm

Matthias Weichhold (DNUG): „Ich bin gespannt, ob HCL das Produkt wieder auf die Beine stellen und den Markt erhalten oder sogar zurückerobern kann. In den sozialen Medien ist mehr los als früher – aber echtes Marketing, das auch bei den Geschäftsführungen von Unternehmen ankommt, vermisse ich noch. Und technisch einen guten Job zu machen kommt nur in den Fachabteilungen an, nicht bei den Entscheidern.“

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Burkhard Fertig (Suffel Fördertechnik und Common-Vorstand): „Als Anwender von Lotus Notes und in meiner Eigenschaft als 2. Vorsitzender von Common Deutschland sage ich Folgendes: IBM hat in den vergangenen Jahren erhebliche Marktanteile im Collaborations-Software-Umfeld verloren. Der Wettbewerb zog mit einer besseren ‚User Expierience‘ und einem Funktionsumfang, der das digitale Business umfänglicher unterstützte, an dem einstigen Marktführer vorbei. Mit HCL hat IBM einen Investor gefunden, für dessen bisheriges Produktportfolio Lotus Notes eine sehr gute Ergänzung bietet. Zwei große Major-Releases in diesem Jahr zeigen uns, dass man mit dem Produkt Vollgas geben will. Mit dem ersten Release hat man die Technik generalüberholt, um für das im November erwartete Anwenderinterface eine saubere Grundlage zu schaffen. Der Fokus liegt hier im Vergleich zu den Marktbegleitern nicht primär auf den Anforderungen der Consumer. Man möchte hier eine Plattform für das Business schaffen, die sich nahtlos in die Prozesslandschaft bestehender Anwendungen integrieren lässt um so eine medienbruchfreie, digitale Sachbearbeitung zu ermög­lichen. Die Gespräche mit HCL konnten uns als Anwendungsunternehmen, das bereits damit begonnen hat Prozesse damit zu steuern, davon überzeugen, dass man hier auf dem richtigen Weg ist. Deshalb haben wir HCL für die nächsten 36 Monate unser Vertrauen ausgesprochen.“

Rene Richter (RI-SE Enterprise GmbH): „Es war der Software an sich und somit auch dem erhalten gebliebenen Anwenderkreis durchaus dienlich, dass sie an HCL übertragen wurde, weil IBM die Weiter­entwicklung zuletzt sehr vernachlässigt hat und somit hauptverantwortlich für die Wechselströme der letzten Jahre ist. HCL ist nun gefordert diese großen Defizite, die sich über mehrere Jahre aufgestaut haben, nach und nach abzuarbeiten, was natürlich nicht einfach ist. Ich wünsche HCL, dass einige Kunden dem Produkt treu bleiben und auch neue erkennen, welches Potenzial noch in der Software steckt. Wir sehen Notes/Domino an allererster Stelle im Bereich Applikations­management, wenn es HCL gelingt, den Client via Web-Assembly komplett in den Browser zu portieren und für den Server eine attraktive Cloud-Variante zu etablieren. Das Applikationsmanagement kann durchaus zum Verkaufsschlager werden, wenn HCL es richtig anstellt. HCL Leap ist ein weiterer guter Schritt! In dem Fall bin ich sicher, dass das Produkt eine positive Zukunft hat. Für das Applikationsmanagement aber gibt es nichts besseres als Notes, wenn es mobil wird!“

Stefan Lage (Accept IT GmbH): „Relationship beyond the contract – so lautet das gelebte Motto von HCL. Das merken wir als Partner ebenso wie unsere Kunden. Die guten alten Lotus-Produkte Notes/Domino erleben gerade in einem atemberaubenden Tempo eine Rundumerneuerung. So wird bereits am 4. Dezember (Anmerkung der Redaktion: am Tag des Erscheinens dieses Heftes) in Tokio die neue Version 11 angekündigt – ein Meilenstein mit vielen Verbesserungen, Erweiterungen und Neuerungen. Beispiele sind die Integration der Low-Code-Plattform HCL Leap oder die Ausweitung des Nomad-Clients auf Android-Geräte und ­iPhones. Und das alles sozusagen mit einer Hand am Kunden bzw. Partner, um den jeweiligen Puls zu fühlen und Entscheidungen in die richtige Richtung zu treiben. Für mich ein absolut erfolgversprechendes Konzept – ich erwarte eine strahlende Zukunft mit den reinkarnierten HCL-Produkten.“

Philipp Königs (Valantic): „Wir beobachten die Entwicklung sehr genau! Es gibt eine vollgeladene Roadmap mit vielen interessanten Features. Markbeobachter kritisieren aber auch einen möglichen Fokus von HCL auf die Stream-Umsätze. In jedem Fall sehen wir schon jetzt fehlende Übergabepunkte von IBM an HCL, die konkrete Pricing-Situationen sehr schwer machen. Wir raten unseren Kunden, eine saubere Bestandsaufnahme ihrer aktuellen Collaboration-­Infrastruktur vorzuhalten – und unterstützen sie dabei mit automatisierten Werkzeugen.“

Alexander Kühn (n-komm GmbH): „Der Start mit HCL war sehr positiv – unsere Kunden spüren, das sich etwas tut. Domino 11 steht in den Startlöchern, der neue Notes-Client sieht modern aus und lässt unsere Kunden in eine positive Zukunft schauen. Es scheint der Ballast einer großen, schwerfälligen IBM abgefallen zu sein.“

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