Fachabteilungen können ihre Applikationen jetzt auch selbst erstellen

Wie „digitale Mitarbeiter“ die IT revolutionieren

Viele Unternehmen stehen vor einer zunehmenden Herausforderung: Sie finden keine Fachkräfte, insbesondere nicht in der IT für die Digitalisierung. Ende 2020 gab es 86.000 offene Stellen für IT-Experten, so eine Umfrage im Auftrag des Verbandes Bitkom.

Bildquelle: Gettyimages/iStock

Bei den Fachkräften mangelt es vor allem an Software-Entwicklern. Jedes zweite Unternehmen, das auf der Suche nach IT-Personal ist, benötigt gerade diese Spezialisten. Und die Suche kostet immer mehr Zeit. Im Durchschnitt dauert es sechs Monate, um eine offene IT-Stelle zu besetzen. Gleichzeitig scheiden immer mehr Experten aus dem Arbeitsleben aus. Dabei ist es gerade jetzt für Unternehmen wichtiger als je zuvor, für die digitale Zukunft gut aufgestellt zu sein, Lösungen für die Fachseiten bereitzustellen und bei der Digitalisierung mitzuwirken. 

Eine Alternative zur klassischen Software-Entwicklung bieten digitale Assistenten oder „Digital Workers“. Entwickelt werden solche digitalen Mitarbeiter zum Beispiel von Inspire Technologies aus dem Schwarzwald. „Mit digitalen Assistenten […] wird die Anwendungserstellung jetzt auch für Nicht-ITler möglich, denn es muss nicht mehr klassisch programmiert werden“, erklärt Geschäftsführer Andreas Mucke. „Stattdessen unterstützt der digitale Assistent die Mitarbeiter in den Fachabteilungen dabei, Applikationen selbst zu erstellen.“ 

Tipps für die Fachabteilungen 

Bisher war es so, dass die Fachbereiche die spezifischen Anforderungen nur formuliert haben. Alle weiteren Schritte wurden dann von der IT übernommen. Mithilfe der digitalen Mitarbeiter werden für die Erstellung von Lösungen im ersten Schritt keine klassischen Software-Entwickler mehr gebraucht. Es genügt, wenn die Fachexperten eine Beschreibung erstellen. Hat man den digitalen Assistenten von Inspire Technologies im Einsatz, erzeugt der Mr. Know Developer Assistant aus dieser Beschreibung ein BPMN-2.0-Prozessmodell, das er anschließend auch „zum Leben erweckt“ - vollkommen automatisch, ohne Programmierung. 

Sind am Modell Änderungen nötig, lassen diese sich von der Fachseite im grafischen Modell einpflegen. So können Fachkräfte aus den Abteilungen ihr Expertenwissen selbst in eine Anwendung überführen. Für die IT-Mitarbeiter bleibt dann genug Zeit, um sich auf ihre Kernkompetenzen hinsichtlich Schnittstellen- und Logikprogrammierung für komplexe Anforderungen zu konzentrieren. Lösungen können so schneller und besser umgesetzt werden. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Statt sich mühevoll auf die Suche nach neuen Entwicklern zu machen, gibt es für Unternehmen jetzt also die Option, digitale Mitarbeiter einzustellen. Langwieriges Recruiting entfällt, denn diese sind sofort verfügbar. Da die optimale Besetzung also schnell gefunden ist, reduzieren sich Ausfallkosten und die Auftragslage ist gesichert. 

Dank flexibler Preismodelle sind die digitalen Mitarbeiter auch aus finanzieller Sicht eine Überlegung wert. Haben sich Unternehmen für den Einsatz von digitalen Assistenten entschieden, arbeiten diese in einem Team aus realen und digitalen Mitarbeitern, einer „Digital Workforce“. So ergänzen sich deren Fähigkeiten und optimale Lösungen können erstellt werden. 

Digitale Assistenten im Einsatz

Ein Beispiel für den Einsatz von Mr.Know in der Entwicklung ist das Informationsportal für Arbeitgeber, das unter www.informationsportal.de erreichbar ist. Dieses Portal hat die Informationstechnische Servicestelle der gesetzlichen Krankenversicherung zusammen mit den Spezialisten von Inspire umgesetzt. 

Ziel war es, für Arbeitgeber eine zentrale Stelle zu schaffen, auf der sie alle wichtigen Informationen rund um die Sozialversicherung abrufen können. Umgesetzt wurde und wird das Portal weiterhin von Experten aus der Sozialversicherungsgesetzgebung, die alle Informationsassistenten ausschließlich über grafische Modelle auf Grundlage ihrer fachlichen Expertise erstellen. 

IT-Experten werden somit nur für die Serviceschnittstellen und die Administration eingesetzt. Fast alle Arbeiten, für die früher Software-Entwickler notwendig waren, wurden von den Fachexperten selbst durchgeführt. 

Diese Lösung wurde im Jahr 2020 als Leuchtturmprojekt für digitale Mitarbeiter mit dem „Process Solution Award“ der gfo in der Kategorie „Digitale Transformation und Geschäftsprozesse“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet.Gerade in einer Zeit des Wandels sind digitale Assistenten also eine gute Ergänzung, da sie schnell verfügbar sind und Unternehmen bei der Digitalisierung entscheidend voranbringen.

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