Der Ankeraktionär Hörmann will Mehrheitsaktionär der Orbis AG werden.
Nach der Überschreitung der 30-Prozent-Schwelle beim Aktienbesitz ist Hörmann rechtlich verpflichtet, ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre zu machen. Wie künftig die Eigentumsverhältnisse aussehen werden, fragten wir daher Sabine Stürmer, Leiterin Investor Relations bei der Orbis AG. Ihre Antwort: „Das wird in naher Zukunft davon abhängig sein, wie das Pflichtangebot angenommen wird.“ Also ob das Angebot mit 7,50 Euro pro Aktie attraktiv genug erscheint. Der Aktienkurs liegt jedenfalls aktuell leicht darüber; er ist von 6,30 Euro zu Jahresbeginn auf zuletzt 7,85 Euro geklettert.
Die Frage, ob die Mitgründer und Vorstände der Orbis AG, Thomas Gard und Stefan Mailänder, Aktionäre und Vorstandsmitglieder bleiben, antwortete die Unternehmenssprecherin Stürmer so: „Die Vorstände Gard und Mailänder sind Aktionäre und Vorstandsmitglieder. Dies wird sich nicht kurzfristig ändern. Die Kauf- bzw. Verkaufsoptionen für die Jahre 2023 bis 2026 zwischen Hörmann und der GMV AG, die den beiden Orbis-Vorständen gehört, bleiben von dem Fusionskontrollverfahren unberührt.“
Dabei geht es um sogenannte „Call-Optionen“ im Sinne von § 38 Abs. 1 WpHG über insgesamt 1,5 Mio. auf den Inhaber lautende Orbis-Aktien oder gut 15 Prozent der Aktien. Der Orbis AG selbst und dem Management gehören weitere 3,3 Prozent. Die restlichen gut 81 Prozent befinden sich im Streubesitz; Großaktionäre sind neben Hörmann auch noch die Swoctem GmbH (Friedhelm Loh) mit gut 15 Prozent und der ehemalige Orbis-Geschäftsführer Klaus Kieren sowie sei Frau Annette (mit insgesamt gut 5 Prozent). Ankeraktionär Hörmann muss sich also nur noch mit einem oder zwei dieser Großaktionäre einigen, um bis 2026 die Kontrolle zu erlangen.
Bleibt die Frage: Was würde sich durch die Übernahme an der Unternehmens- und Produktstrategie der Orbis AG ändern? Fast nichts, könnte man die Antwort von Sabine Stürmer zusammenfassen, außer dass „die Weichen für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung gestellt“ worden seien. Stürmer dazu: „Hörmann ist ja langjähriger und bedeutender Kunde von Orbis. Die Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren erfolgreich und partnerschaftlich in IT-Projekten sowie im Support zusammen. Beide Unternehmen konzentrieren sich weiterhin auf ihr jeweiliges Kerngeschäft […]. Orbis als präferierter Partner wird Hörmann beim Ausbau der IT-Strategie und der Digitalisierung von Prozessen beraten. Gleichzeitig profitiert Hörmann von den ‚Best Practices‘ aus zahlreichen Projekten und der umfangreichen Branchenexpertise von Orbis. Ziel der Zusammenarbeit ist außerdem der gemeinsame Ressourcenaufbau im Rahmen der Internationalisierungsstrategie beider Unternehmen.“
Für Orbis bedeute die Beteiligung eine langfristige Absicherung des Unternehmenserfolgs, so Stürmer weiter. Und: „Gemeinsame Innovationsprojekte forcieren den Know-how-Aufbau im schnelllebigen IT-Umfeld. Durch den Ausbau des globalen Supports weitet Orbis sein Leistungsspektrum am Markt kontinuierlich aus.“
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