Kommentar von Manfred Berger, Senior Manager für „Business Development“ bei Western Digital

Willkommen in der Zettabyte-Ära

Im Zettabyte-Zeitalter stellen die Verarbeitung und Speicherung der Datenflut sowie der steigende Energiebedarf Unternehmen vor große Herausforderungen – sowohl in technischer als auch in ökologischer Hinsicht.

Manfred Berger, Western Digital

Unser Autor Manfred Berger ist Senior Manager für „Business Development“ bei Western Digital.

Mit der Datenmenge und dem Einsatz moderner Technologien wie KI steigt auch der Stromverbrauch in Rechenzentren. Der Branchenverband Bitkom rechnet mit einem jährlichen Energiebedarfszuwachs von etwa 3,5 bis 5 Prozent bis 2030, wobei Speicher ein wichtiger Energieverbraucher im RZ sind. Gefragt sind daher moderne Technologien, die kosten- und energieeffizient zugleich sind. 

Langzeitarchivierung von Daten

Mit dem stetigen Datenwachstum gewinnt auch „Cold Storage“ an Bedeutung, also die langfristige Archivierung von Daten, die nicht sofort aktiv genutzt und nur bei Bedarf abgerufen werden – gespeichert kostengünstig auf Magnetband oder HDD. Zu diesen Daten zählen unstrukturierte Daten wie Aufnahmen der Videoüberwachung, Sensor­daten oder Bilder, die ein großes Potenzial für künftige KI- oder Analyse-Anwendungen darstellen. Die Bedeutung von Cold Storage als Methode zur Datenspeicherung wächst zunehmend; bis 2025 könnten rund 80 Prozent aller digitalen Daten in Archiven lagern.  

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Für die Archivierung über sehr lange Zeiträume von 100 Jahren oder mehr sind aber Innovationen gefragt, wie zum Beispiel DNA Storage. Gemeint ist die Speicherung digitaler Daten auf Basis der Molekülstruktur von DNA. Was nach Science-Fiction klingt, ist bereits heute umsetzbar und könnte die Zukunft der Datenspeicherung maßgeblich beeinflussen. 

DNA-Moleküle als Träger von Speicher­daten bringen einige Vorteile mit sich, unter anderem eine sehr hohe Speicherdichte und geringe Wartungskosten. Allerdings steckt diese Technologie noch in der Entwicklungsphase. Doch große Fortschritte der letzten Jahre in der Gentechnik und der Sequenzierung sowie sinkende Kosten für die DNA-Synthese könnten schon bald den Weg in den Markt ebnen.

Ein Erfolgsfaktor für Unternehmen wird es daher sein, intelligentere Speicherstrategien zu entwickeln und damit ihre Datenspeicher-Architektur auf künftige Bedarfe auszurichten.

Bildquelle: Western Digital

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