Gerhard Knoch, Vice President EMEA bei Infor

„Wir wollen die Knackpunkte ausräumen!“

Im Sommer hat Infor drei neue IBM i Solution Editions mit den ERP-Paketen LX (früher BPCS), XA (früher Mapics) und System 21 angekündigt.

Gerhard Knoch, Infor

Im Gespräch mit DV-Dialog erklärt Gerhard Knoch, Vice President EMEA bei Infor, wie und warum solche Solution Editions auf Basis der neuen Power7-Hardware von IBM vor allem die Bestandskunden überzeugen sollen.

Herr Knoch, sind die drei neuen Pakete auch in Deutschland erhältlich?
Gerhard Knoch:
Die Pakete sind seit Anfang August weltweit erhältlich, also auch in Deutschland. Allerdings gibt es hierzulande nur relativ wenige Anwender.

Das Paket richtet sich also eher an Bestandskunden?
Knoch:
Wir sprechen auch Neukunden an. Aber natürlich wollen wir in erster Linie unseren langjährigen Kunden eine auch wirtschaftlich attraktive Option zur Modernisierung ihrer ERP-Landschaften bieten. Wobei sie auf der bewährten AS/400-Plattform bleiben können, jedoch den Schritt auf die aktuellen Power7-Prozessoren der IBM machen.

Außerdem können sie innovative Infor-Produkte, wie z.B. das CRM-System, auf der Plattform ergänzen. Zur Modernisierung der Anwendungen bieten wir eine ganze Reihe von neuen Zusatzprodukten an. Viele Kunden wollen alles auf der AS/400 machen – und nicht für irgendein nützliches Add-on zusätzlich eine andere Plattform einführen.

Sind ähnliche Solution Editions auch für die deutschen Infor-Produkte geplant, zum Beispiel Xpert, AS oder Ratioplan?
Knoch:
Ja, wobei dieses Angebot etwas anders aussehen wird als in den USA. Wir sprechen darüber gerade mit unserem langjährigen Partner Fritz & Macziol, der die Hardware zu solchen Paketen beisteuern würde. Im Herbst wollen wir solche Solution Editions gemeinsam in Deutschland auf den Markt bringen – ebenso wie die erwähnten Zusatzprodukte.

Außerdem überlegen wir, gemeinsam mit IBM und Fritz & Macziol unsere bewährten AS/400-Lösungen auch in der Cloud anzubieten – also gewissermaßen plattformneutral. Davon versprechen wir uns auch Impulse für das Neukundengeschäft, da manche Interessenten vor der als proprietär apostrophierten Plattform zurückschrecken. Dieser Vorbehalt wäre dann ausgeräumt.

Welche Vorteile bringen die Pakete?
Knoch:
Diese Solution Editions bringen merkliche Kostenvorteile. Da­rüber hinaus beschleunigen sie die Inbetriebnahme, weil alle erforder­lichen Softwaremodule vorinstalliert und ausgetestet mitgeliefert werden. Das gilt auch für die Zusatzprodukte, die der Kunde bestellt. Davon erwarten wir einen richtigen Push. Die Kostenvorteile, die Hardwaremodernisierung und der Zusatznutzen der Add-ons werden manchen Kunden überzeugen, von einem alten Infor-Release auf das aktuelle zu wechseln.

Wie helfen Sie Kunden, die noch mit älteren Betriebssystem-Releases und auch mit Software anderer Hersteller arbeiten, den Schritt auf Power7 zu schaffen? Das kann ja bekanntlich auch ein Problem sein ...
Knoch:
Wenn der Kunde Software anderer Anbieter oder eigene Entwicklungen unter V5R4 oder älteren Releases betreibt und die für IBM i 6.1 nötige Programmkonvertierung nicht so ohne Weiteres schafft, gibt es in der Tat ein Problem. Entweder müssen die Techniker dann ins Detail gehen – oder er muss diese Anwendungen ablösen, zum Beispiel mit einem unserer Zusatzprodukte.

Das wäre dann aber teuer ...
Knoch: 
Das ist genau der Knackpunkt, denn kaum ein Kunde hat eine ideale, homogene IT-Landschaft. Deshalb sprechen wir ja auch mit Fritz & Macziol und IBM, um bis in diese Details ein wirklich rundes Angebot zu machen. Wir müssen beispielsweise sehr schnell exakt die Produkte finden, die ein Kunde für den Schritt in die neue Power7-Welt braucht. Hier kommt auch unsere Middleware ION ins Spiel, mit der wir unsere eigenen Produkte koppeln, aber auch Software anderer Hersteller einbinden können.

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok