Bei Cloud-Initiativen vorhandene IT-Systeme mit einbeziehen

Wolkenkunde von Actifio

Cloud Computing verändert die die Denkweise der IT-Chefs hinsichtlich Speicher-, Rechen- und Netzwerkressourcen grundlegend (siehe DV-Dialog 7-8/2017, Seite 1). Besonders problematisch wird es oft, wenn ältere Anwendungen auf die Cloud-Infrastruktur migriert werden sollen. Actifio, Anbieter von „Enterprise Data as a Service“, wird mit dieser Aufgabenstellung immer wieder konfrontiert – und kann dabei seit 2013 mit seinen Daten-Kopierservices auch das Power System i mit berücksichtigen.

Thorsten Eckert, Sales Director Dach bei Actifio

Thorsten Eckert, Sales Director Dach bei Actifio

Für viele IT-Chefs beginnt die Reise in die Cloud in Form von Gesprächen mit Experten, die umfangreiches Wissen zu den vorhandenen IT-Systemen, branchenspezifisches Know-how und natürlich auch Cloud-Expertise mitbringen sollten. Dann kann der IT-Chef laut Thorsten Eckert, Sales Director Dach bei Actifio, die sechs typischen Fragen bei Cloud-Projekten beantworten:

1. Wie lassen sich bestehenden Systeme mit der Cloud integrieren? Wird es eine nahtlose Kommunikation zwischen den Rechenzentren und der Cloud geben?
Auch wenn sich viele Cloud-Initiativen um neue Anwendungen drehen, sollten die vorhandenen IT-Systeme nicht übersehen werden. So wie die Cloud viele Anwendungen der nächsten Generation unterstützen kann, kann sie auch traditionelle Umgebungen (wie z.B. IBM i oder ältere AS/400-Systeme) bedienen. Allerdings sind nicht alle Anwendungen gleichermaßen kostengünstig in der Cloud zu betreiben – und der Berater sollte hierbei die richtigen Empfehlungen geben.

2. Welche analytischen Fähigkeiten können erreicht werden?
Wenn Daten in die Cloud wandern, gilt es zu verstehen, wie die Sichtbarkeit der Daten beibehalten werden kann und welche Analysemöglichkeiten gegeben sind. Der Sachbearbeiter oder Manager will den Grund dafür wissen, falls sich bestimmte Zahlen verändern. Cloud-Anbieter bieten zwar ein grundlegendes Reporting, aber oft ist eine Drittlösung vorteilhaft.

3. Wie wird die Sicherheit verwaltet? Gibt es Sicherheitsgarantien?
Sicherheit ist eine grundlegende Herausforderung in der gesamten IT – und Daten in der Cloud machen da keine Ausnahme. In vielen Branchen gelten zudem strenge Sicherheitsanforderungen, die eine Cloud-Nutzung erschweren oder gar nicht erst erlauben.

Der Cloud-Berater sollte auf bewährte Sicherheitspraktiken sowohl für die Cloud im Allgemeinen als auch auf branchenspezifische Details eingehen. Dabei geht es auch um die geeigneten Sicherheits-Tools, die Erkennung eines sicherheitsrelevanten Vorfalls und die angemessene Reaktion darauf.

Wo steht das Cloud-Rechenzentrum?

4. Wo kann man auf die Daten zugreifen? Wo liegen die Rechenzentren des Anbieters – und wie sehen dort die Gesetze zur Cloud-Speicherung aus?
Datensouveränität ist ein großes Thema in diesen Tagen – und leider können verschiedene Länder sehr unterschiedliche Gesetze haben. Haben Unternehmen mit Kunden in nur einem Land zu tun, ist dies etwas einfacher, aber sie müssen dennoch entscheiden, in welchen Cloud-Rechenzentren ihre Daten sich befinden sollten. Zum Beispiel betreibt Amazon in Europa drei Standorte mit insgesamt acht Verfügbarkeitszonen.

Falls mit Daten hantiert wird, die aus verschiedenen Ländern stammen, gilt es vorsichtig zu sein und sicherzustellen, dass die Datenverlagerung den jeweiligen nationalen Vorschriften entspricht. So sieht die EU-Datenschutzrichtlinie vor, dass „personenbezogene Daten nur dann in Länder außerhalb der EU und des EWR übertragen werden können, wenn ein angemessenes Schutzniveau gewährleistet ist.“ Das Erfordernis eines „angemessenen Schutzniveaus“ kann deutlich abweichen von den Richtlinien und Verfahren, die ein Unternehmen bereits einhält. Damit könnte die Übertragung von Daten zwischen der EU und einem anderen Land gegen dieses Gesetz verstoßen.

Bei Fragen zur Datensouveränität ist daher die Zusammenarbeit mit einem Experten ratsam. Dieser kann die Datenschutzrichtlinien und Methoden bewerten und er kann helfen, den gesetzlichen Anforderungen anderer Länder gerecht zu werden.

5. Welcher Cloud-Betreiber eignet sich am besten für meine Branche und Technologie?
Während alle Cloud-Betreiber einen grundlegenden Serviceumfang bei virtuellen Maschinen (wenn auch nur selten IBM i), Storage und Networking bieten, gibt es viele Nuancen in Bezug auf individuelle Funktionen und Garantien. Die Wahl des richtigen Cloud-Anbieters erfordert sdaher mehr als nur einen Preisvergleich.

Ein Kunde aus dem öffentlichen Verwaltungsumfeld beispielsweise benötigt eine Lösung, die den besonders strengen regulatorischen Anforderungen gerecht wird. Ein Unternehmen, dass eine wichtige IBM-i-Instanz betreibt, sucht sich den Cloud-Anbieter, der die bestmögliche und zuverlässigste IBM-i-Unterstützung bietet.

6. Wie sehen die Backup- und Disaster-Recovery-Strategien aus?
Zu ungeplanten Ausfällen aufgrund von Hardware- Softwarefehlern, aber auch wegen menschlichen Versagens oder Irrtümern kann es jederzeit kommen – und entscheidend für die Wiederherstellung des Betriebs ist dann die Datensicherung. Die Nutzung der Cloud bedeutet nicht, auf eine konsistente und zuverlässige Wiederherstellungsstrategie verzichten zu können.

Strategien für die Datensicherung in der Cloud können stark variieren, von Multi-Zonen- bis zu Intra-Zonen-Modellen und von Snapshots bis hin zu Offline-Kopien. Für potenzielle Cloud-Anwender ist es sinnvoll, sich vorab mit der Wahl der richtigen Strategie auseinanderzusetzen. Zum Beispiel können native Cloud-Snapshots eine interessante Option sein – aber was ist, wenn die Daten für Monate oder sogar Jahre vorgehalten werden müssen?

Cloud-Snapshots werden verwaltet und gesteuert über die Cloud-Schnittstelle. Aber was passiert, wenn ein Hacker sich Zugriff verschafft auf die Cloud-Konsole? Dies sind große Herausforderungen, die es – am besten mit Beraterexpertise – zu meistern gilt.

Neue Wege

„Die Cloud bietet völlig neue Wege, wie wir IT-Infrastruktur verwalten und betreiben“, weiß Eckert. „Mit den neuen Möglichkeiten kommen auch neue Herausforderungen, die sich von den Ansätzen der vor Ort betriebenen IT deutlich unterscheiden. Ein externer hinzugezogener Cloud-Berater oder – in größeren Unternehmen – die Schaffung einer entsprechenden internen Stelle ist sinnvoll, um diese Herausforderungen leichter meistern zu können.

Bildquelle: Actifio

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