SRH-Vorstand Patrick Mombaur will durch das Digitalisierungsprojekt „konsequent neue Ideen im Rahmen der Dienstplanung umsetzen, um langfristig eine moderne und gleichzeitig regelkonforme Arbeitszeitgestaltung in unserem Haus sicherzustellen“.
Werner Stalla, Leiter des Gesundheitsbereichs der SRH und Vorsitzender des Projekt Lenkungsausschusses, will „die Belegschaft aktiv an der Gestaltung der Arbeitszeit beteiligen“.
Im Mai begann die Implementierung im ersten großen Krankenhaus, dem Wald-Klinikum Gera.
Mitarbeiter des Wald-Klinikums Gera
Die Beschäftigten der SRH können zukünftig per App ihre eigenen Dienste mitgestalten. Außerdem soll ein intelligenter Planungsalgorithmus im oft hektischen Klinikalltag spürbar für Entlastung sorgen. Die Workforce-Management-Software soll neben der Einhaltung von Gesetzen und Regularien auch mehr Planungssicherheit in Bezug auf neue Vorgaben wie die „Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik-Richtlinie“ (PPP-RL) ermöglichen.
Der Plan: Bis Ende 2024 wird der Rollout des neuen Cloud-Dienstplanprogramms SRH-weit abgeschlossen sein. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, sind Vertreter aus allen Häusern in das Projekt eingebunden.
In den Sparten Gesundheit und Bildung kommt es in der Personaleinsatzplanung ganz besonders auf Flexibilität an, denn die Anforderungen ändern sich aus Sicht von Belegschaft und Management permanent. Diese Planungskomplexität erfordert laut SRH-Vorstand Patrick Mombaur vor allem Mut zur Innovation. Er erklärt: „Durch unser unternehmensweites Digitalisierungsprojekt möchten wir konsequent neue Ideen im Rahmen der Dienstplanung umsetzen, um langfristig eine moderne und gleichzeitig regelkonforme Arbeitszeitgestaltung in unserem Haus sicherzustellen.“
Dazu gehört es seiner Meinung nach, die bisherige „Zettelwirtschaft“, etwa bei Dienstwünschen oder kurzfristigen Personalausfällen, abzuschaffen. Künftig sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch mobile Anbindung an das Planungssystem ihre Dienstwünsche einbringen können, sowie ihren aktuellen Dienstplan stets digital zur Verfügung haben.
Werner Stalla, Leiter des Gesundheitsbereichs und Vorsitzender des Projekt Lenkungsausschusses, sagt, dass die SRH sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert und daher die Interessen der Belegschaft an einer verlässlichen Personaleinsatzplanung ernst nimmt. „Planbare und faire Arbeitszeiten haben einen großen Einfluss auf das Privatleben und die Mitarbeiterzufriedenheit“, betont Stalla. „Uns ist es daher sehr wichtig, unsere Belegschaft aktiv an der Gestaltung der Arbeitszeit zu beteiligen.“
Ein intelligenter Planungsvorschlag per Software soll künftig helfen, schneller und sicherer verlässliche Stations- und Abteilungsdienstpläne zu erstellen. Neue rechtliche Anforderungen wie die Personalbemessungsrichtlinien im Gesundheitswesen – neben PPP-RL auch die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) und vielleicht bald auch die aktualisierte Pflegepersonalregelung (PPR 2.0) – sollen mit der neuen Software leichter und konsequenter eingehalten werden.
Das strategische Projekt hat einen straffen Zeitplan. In der ersten Phase wurden bereits unternehmensweit die Dienstplanungsprozesse durch die Projektgruppe optimiert und zu 80 Prozent standardisiert. Durch diese Harmonisierung sollen der Zeitaufwand für die Dienstplanung erheblich reduziert sowie die Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit langfristig erhöht werden.
„Wir wollen, dass unsere Planerinnen und Planer künftig weniger Zeit mit der Dienstplanung verbringen. Gleichzeitig müssen sie sich darauf verlassen können, dass Gesetzesverstöße und Regelverletzungen durch die Software rechtzeitig erkannt und vermieden werden. Und am Ende muss die Lohnabrechnung über eine automatisierte Schnittstelle zu unserer SAP Zeitwirtschaft- und Personalabrechnung stimmen“, erläutert Projektleiterin Christine Neu, Mitglied der Geschäftsführung der SRH Gesundheit, die wichtigsten Projektziele.
Nach der Prozessharmonisierung und der technischen Systembereitstellung wurde im Mai mit der Implementierung der Grundkonfiguration im ersten großen Krankenhaus, dem Wald-Klinikum in Gera, und in den SRH-Schulen in Neckargemünd begonnen. Bis Ende 2024 sollen alle Gesundheits- und Bildungseinrichtungen die Cloud-Lösung nutzen.
Ehemals als Stiftung Rehabilitation Heidelberg firmierend, ist die 1966 gegründete SRH heute eines der größten Bildungs- und Gesundheitsunternehmen Deutschlands mit bundesweit rund 80 Standorten. Die Stiftung ist Dachgesellschaft eines Konzerns mit mehreren Tochterfirmen, die im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen tätig sind. Zur SRH gehören private Hochschulen, allgemeinbildende und berufliche Schulen, Fachschulen, Bildungszentren für Weiterbildung und berufliche Rehabilitation sowie Krankenhäuser und Reha-Kliniken.
Bildquelle: SRH