Über eine halbe Million Artikelvarianten im Lager

YKK strafft die Prozesse

Ob Jeans, Zelte, Taschen oder Mäntel – fast überall findet sich ein Reißverschluss. Und überwiegend Hersteller YKK, der über 83.000 verschiedene Artikel für Kunden aus aller Welt bietet. Am Produktionsstandort Wenkbach bei Weimar nutzt die deutsche Tochter des japanischen Konzerns jetzt das Lagerführungssystem LFS von Ehrhardt + Partner (E+P), um die über 504.000 verschiedenen Artikelvarianten einfach zu verwalten, den Produktionsnachschub automatisch zu steuern und den Versand an Empfänger weltweit zu organisieren.

Die YKK-Niederlassungen in aller Welt nutzen ein gemeinsames internes Warenwirtschaftssystem inklusive Lagerverwaltung. Um Flexibilität bei der Warenwirtschaft zu gewinnen und Lagerverwaltungsfunktionen besser an die regionalen Gegebenheiten anzupassen, suchte der langjährige AS/400-Anwender YKK Deutschland bereits vor Jahren ein neues Lagerverwaltungssystem inklusive mobiler Terminals zur beleglosen Kommissionierung und zur Fotodokumentation im Wareneingang.

Abschied von Logstar

Seinerzeit fiel die Entscheidung auf Logstar von Lunzer+Partner, das am YKK-Standort in Mainhausen auch noch im Einsatz ist. Da aber Lunzer+Partners Lgstar-Geschäftsbereich im Sommer 2013 vom Lagerexperten aus Boppard-Buchholz übernommen worden ist, setzt YKK in Wenkbach LFS von E+P ein, um Roh- und Fertigwaren im Paletten- und Fachbodenlager mit insgesamt 50.000 Plätzen sowie die Bestände im Produktionsbereich zu verwalten. Gleichzeitig steuert die Software den Nachschub für die Fertigung. Die papiergebundene Auftragsabwicklung hat damit ein Ende.

„Die Herausforderung bei dem Projekt waren eindeutig die vielen Artikelvarianten“, erklärt Sven Söllner, Projektleiter bei E+P. Fast jeden Artikel gibt es in unzählig vielen verschiedenen Farben und Größen. Hinzu kommen die unterschiedlichen Arten. So gibt es zum Beispiel wasserdichte Reißverschlüsse und Sonderlösungen für Säuglingskleidung oder Zelte.

Gelöst wurde diese Aufgabe so, dass die Reißverschlüsse immer lagerplatzbasiert verwaltet werden – zuvor erfolgte dies immer variantenrein und nach Kartonnummer. Der Vorteil: YKK hat durch die Umstrukturierung die Möglichkeit, Artikel auf einem Platz hinzuzulagern und Mischbelegungen durchzuführen. „Eigentlich gibt es bei YKK keine geordnete Lagerhaltung mehr“, weiß Söllner. „Wir haben erkannt, dass dies der sinnvollste Weg ist, da der Großteil an Aufträgen spezifisch für einen Kunden produziert wird. Der Cross-Dock-Anteil ist mit 25 bis 30 Prozent entsprechend hoch.“ Die Kommissionierung erfolgt in LFS deshalb immer auftragsbezogen und hat sich für die Mitarbeiter deutlich vereinfacht; mithilfe von Pick-by-Voice erreichen sie heute täglich bis zu 2.000 Picks am Standort Wenkbach.

Pick und Pack – für Aufträge in ganz Europa

Neben dem Variantenhandling optimierte E+P auch die Konsolidierung der Aufträge. Im Wareneingang werden die Reißverschlüsse in Polybeutel verschweißt. Dieser Bereich liegt in direkter Nähe zum Warenausgang, um das Cross-Docking zeiteffizient zu gestalten. Im Warenausgang gibt es zwei Palettenbereiche – einen für den Export an die Schwesterfirmen in Europa und einen für Großkunden in Deutschland.

Bei Großbestellungen bilden die Mitarbeiter mit dem neuen System ihre Packstücke direkt auf der Palette. An festen Versandtagen ist so lediglich ein Masterpackstück abzuschließen – das strafft den gesamten Versandablauf zusätzlich.

Kleinere Aufträge werden klassisch verpackt, das heißt zunächst in einem Regal konsolidiert und anschließend für den Versand vorbereitet. Pro Tag ergeben sich bis zu 1.000 Packstücke. „Eine Besonderheit gibt es zum Beispiel auch für Aufträge, die aus der Schweiz kommen“, berichtet Söllner. „Diese werden von Deutschland aus bearbeitet und müssen deshalb die zollrechtlichen Bestimmungen der Schweiz erfüllen. Präferenzbegünstigte Ware wird in LFS ebenso berücksichtigt und separat gelagert.“

Reißverschlüsse automatisch verwalten

Von Vorteil sind insbesondere die geordneten, sicheren und einfacheren Prozesse in der Auftragsabwicklung. Nicht nur der Überblick über die Bestände und die Auslastung der Lagerplätze ist sofort ersichtlich. Auch die Inventur lässt sich anders als vorher automatisch abwickeln. Es werden deutlich weniger Packstücke täglich an Kunden versendet.

Ein weiteres Ergebnis: die Implementierung von UPS-Versandlabels. Das Lagerführungssystem ermittelt anhand der Packdaten automatisch ein Versandetikett, was die Prozesse nochmals deutlich beschleunigt. Über 90 Prozent der Standardversandprozesse werden ab sofort vollautomatisch in UPS abgefertigt. Die Implementierung von LFS am zweiten YKK-Standort in Mainhausen ist bereits in Planung.

www.ykk.de

www.ehrhardt-partner.com

Bildquelle: YKK

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