Schuhhändler nutzt EDI-Software Data Wizard

Zentrale Datendrehscheibe

Der Schuhhändler Deichmann nutzt eine EDI-Software (Electronic Data Interchange) der Starnberger Lobster GmbH als zentrale Datendrehscheibe, um sich mit externen Partnern und innerhalb des Unternehmens auszutauschen

Filiale, Bildquelle: Deichmann

Filiale des Schuhspezialisten in Essen

Deichmann-Filialen sind aus den Fußgängerzonen nicht wegzudenken. Weltweit betreibt das Unternehmen über 3.000 Verkaufsstellen in 23 Ländern – von Deutschland über Spanien bis in die Türkei. Um all diese Standorte jederzeit mit Waren und Dienstleistungen zu versorgen, ist ein umfangreicher interner als auch externer Datenaustausch notwendig. Dies beginnt mit der elektronischen Beauftragung aller Lieferanten und setzt sich über die Steuerung der Logistikkette bis zur elektronischen Rückmeldung an den Lieferanten über die Abverkäufe fort. Das Warenwirtschaftssystem von Deichmann sammelt, konsolidiert und verteilt dabei die verschiedenen Informationen. Aufgrund der vielen Standorte versendet es regelmäßig mehrere tausend Nachrichten, führt sie zusammen und leitet sie weiter.

„Früher musste für jedes Format und jeden Empfänger aufwendig eine eigene Schnittstelle programmiert werden. Heute geht das mit einem Mausklick“, berichtet Torsten Frantz, Projektleiter im Bereich Softwareentwicklung der Warenwirtschaft bei Deichmann. Seit Anfang 2013 setzt das Unternehmen für seinen elektronischen Datenaustausch (EDI) die Software Data Wizard der Starnberger Lobster GmbH ein. Als Kommunikations-Gateway sichert sie den schnellen und fehlerfreien Datenaustausch. Der Vorteil des Systems: Der Kommunikationsprozess ist vom inhaltlichen Prozess getrennt. Möchte beispielsweise ein Partner von Deichmann eine Information in einem anderen Format erhalten als bisher, beeinflusst die Änderung den Inhalt des Dokuments nicht. Das beschleunigt den Austausch der Daten, unternehmenskritische Prozesse funktionieren reibungslos.

Drehscheibe für zig Formate

Der Schuhspezialist arbeitet weltweit mit etwa 100 Logistikpartnern zusammen, die das Unternehmen über EDI an seine IT-Systeme anbindet. Die internationalen Dienstleister, etwa Spediteure in Asien oder deutsche Reedereien, senden Daten in unterschiedlichen Formaten. Diese werden umgewandelt, damit das ERP-System die Transportaufträge automatisch verarbeiten kann. „Das spart uns viel Zeit“, betont Frantz. Wenn interne Fachabteilungen regelmäßige Informationen aus dem ERP-System benötigen – beispielsweise Daten zur Auftragslage – ist der Ablauf ähnlich. Die Mitarbeiter der IT-Abteilung bieten ihren Kollegen den Service, Dokumente konvertieren zu lassen. So wird der Prozess automatisiert und die Fachabteilungen erhalten die Daten in dem Format, mit dem sie üblicherweise arbeiten.

„Wir haben uns damals für die EDI-Software entschieden, weil das Mapping transparent und bedienerfreundlich gestaltet ist“, erzählt Frantz. Die Software liest beispielsweise eine Tabellenstruktur direkt aus Datenbanken aus und visualisiert sie als Baumstruktur mit sämtlichen Attributen. So benötigt das Unternehmen heute keinen externen Dienstleister mehr, sondern erledigt die gesamte Schnittstellenanbindung selbstständig. Das geht schneller und ist günstig. „Früher warteten wir manchmal vier bis fünf Wochen, bis der Dienstleister eine Änderung durchführte. Seitdem wir uns selber darum kümmern, dauert eine Anpassung drei Tage“, sagt Frantz. Die IT-Mitarbeiter wissen, wie wichtig Anpassungsfähigkeit in der Branche ist. Schließt der Schuhspezialist etwa mit einem anderen Unternehmen einen Vertrag ab, beginnt zwei Wochen später die Zusammenarbeit. Die Mitarbeiter müssen den neuen Partner dann in kürzester Zeit in die IT-Infrastruktur von Deichmann integrieren. „Heute ist das kein Problem mehr“, resümiert Frantz.
Lisa Borbein


Über Deichmann
Das Unternehmen mit Stammsitz in Essen wurde 1913 gegründet und befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen ist Marktführer im europäischen Schuheinzelhandel und beschäftigt weltweit über 33.700 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2012 verkaufte man 165 Millionen Paar Schuhe in insgesamt 3.325 Filialen.
Im Internet: www.deichmann.de


Bildquelle: Deichmann

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