Hana-on-Power und Suse Linux für SAP im Zusammenspiel

Zugeschnitten auf SAP

Nach wie vor ist das Standing von IBM im SAP-Markt stark. Und zwar konkret mit den Hana-on-Power-Serversystemen, die im Wettbewerb zu den Intel-on-Hana-Servern stehen. HoP-Server gibt es sowohl für Scale-out-Cluster- als auch für zentralisierte Scale-up-Betriebskonzepte.

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  • Suse Linux Enterprise Server (SLES) for SAP Applications

    Suse Linux Enterprise Server (SLES) for SAP Applications: Hauptfunktionsfelder mit Kern-Features

  • Friedrich Krey, Suse

    Friedrich Krey ist Head of SAP Alliances and Partners EMEA Central bei Suse Linux in Nürnberg.

Bei faktisch allen bisherigen Hana-­Einsätzen (laut einer SAP-Pressemitteilung vom Herbst letzten Jahres 18.000) spielt der Suse Linux Enterprise Server (SLES) for SAP Applications eine wichtige Rolle und gilt als empfohlene und bevorzugte Betriebssystemplattform. SAP hat sich ja mit der In-Memory-Datenbank dafür entschieden, dass Hana-Server ausschließlich auf Linux laufen.

Als Co-Development-Partner wirkte Suse im damals geheimen „Projekt Hana“ mit. Wobei die Zusammenarbeit von Suse und SAP bis ins Jahr 1999 zurückreicht, dem Gründungsjahr des sogenannten SAP-Linux-Lab, aus dem über die Jahre zahlreiche Innovationen für den SAP-Open-Source-Einsatz hervorgingen. Suse und SAP ­arbeiten übrigens auch bei anderen Open-Source-Themen zusammen, etwa bei Openstack, Cloud Foundry, Kubernetes oder Ceph. Gleichzeitig pflegen Suse und IBM eine langjährige Partnerschaft, auch über das SAP-Umfeld hinaus; beispielsweise läuft SLES zusammen mit den Mainframes.

Mission Critical

Für SAP/IBM-Bestandskunden (von AIX oder IBM i kommend) bedeutet der Umstieg auf Hana oder auf Hana-basierte Anwendungen, sich in jedem Fall auch mit Linux zu befassen oder sich diesbezüglich mit Know-how zu wappnen. Unter Umständen erstmalig. Was ist dabei wichtig zu wissen? Mit welchen Kernfeatures ist SLES for SAP Applications ausgestattet oder was hat diese Linux-Betriebssystemplattform in Verbindung mit Hana zu bieten?

Der SLES-Zusatz „for SAP Applications“ bedeutet, dass diese Linux-Variante von Suse speziell für den SAP-Einsatz vorgesehen und mit seinem Funktionsumfang dezidiert auf die Belange einer Hana-Nutzung ausgelegt ist. Das heißt: Es werden mehr Features als in einem eher universellen Linux-­Betriebssystem bereitgestellt. Wie in der Netweaver-basierten SAP-Welt (SAP-Klassik, SAP ERP ECC mit Any-DBs) erfolgten auch für Hana viele Funktionserweiterungen, um im Endeffekt eine nachhaltige Hana-­Betriebstüchtigkeit im RZ sicher­zustellen und einen möglichst guten „Mission Critical“-Betrieb zu gewährleisten. Dazu zählen dedizierte Services, wie 24x7-Priority-Support.

Dabei wurde SLES for SAP Applications seit der erstmaligen Hana-Verfügbarkeit im Jahr 2010 kontinuierlich weiterentwickelt; momentan steht die Version 12 (SP2) zur Verfügung, die Hana 1 und auch Hana 2 unterstützt.

Zuordnen lassen sich die Kern-Features folgenden vier RZ-Aufgaben: Reliabi­lity & Resilience (mit High Availabi­lity/HA und Disaster Recovery/DR), Performance, „Ease of use“ & Deployment sowie Base Operating System and Support (siehe Abbildung).

HA standardmäßig dabei

Beispielsweise steht mit der „High Availability Extension“ (kurz: HAE) ein kostenfrei nutzbares HA/DR-­Hana-Clustering zur Verfügung, das auf der Open-Source-Lösung namens Pacemaker basiert und als betriebsbereites Package in SLES for SAP Applications integriert ist. Ferner erhöhen die Hana-HA-Resource-Agenten die Ausfall­sicherheit, indem sie eine Replikation durch automatisierte Fail-over-­Mecha­nismen unterstützen.

Hervorzuheben im Zusammenhang mit diesem Themenfeld ist auch das Feature „Live Patching“, das sich momentan für HoP in der Validierung befindet. Seit Jahren beschäftigt sich Suse damit, ein Live- oder Online-Patching des Linux-Kernels im Enterprise-Umfeld bereit zu stellen – ohne das typische Stop&Go des Systems mit Shutdown und Restart. Im Entwicklungs­projekt namens kGraft wurde das klassische „Dynamic Software Updating“ (DSU) erweitert, das in erster Linie für Sicherheits-Patches und Patches mit limitierter Größe verwendet wird. Und zwar mit dem Ziel, ein Standard-Live-Patching für Linux im RZ bereitzustellen.

Relevanz beim Thema Reliability & Resilience hat aber auch das von Suse für die Hana-Nutzung entwickelte Page-Cache-­Management. Dadurch wird die Applikations-Performance in einer stabilen Balance gehalten. Bei Bedarf wird der Page Cache durch den Linux-­Kernel eingeschränkt, mit der gewünschten Folge, dass auto­matisch zusätz­liche Ressourcen für die Anwendungen frei werden – etwa zur Ver­arbeitung großer Datenmengen. Apropos große Datenmengen: Grundsätzlich ist SLES for SAP Applications mit dem Feature „Big Memory Kernel“ in der Lage, In-Memory-Server-Systeme bis zu 512 TB zu unterstützen.
SLES bevorzugt

Alle bisherigen HoP-Einsätze, vermutlich derzeit weltweit gut und gerne über 1.000, wurden mit SLES for SAP Applications realisiert – bei Mittelständ­lern sowie bei großen Konzernen, aber auch bei Service-Providern, bei langjährigen IBM-Kunden, aber auch bei SAP-Neukunden mit Hana. Ein Teil nutzt dabei Hana als Datenbank zusammen mit SAP ERP, ein Teil für BW, ein anderer Teil für S/4 Hana.
Allgemein kann man davon ausgehen, dass die Zahl der HoP-Systeme 2018 weiter stark wächst, weil SAP-Kunden auf Hana wechseln, aber auch weil IBM mit Power9 noch mehr Performance liefert. Auch SAP/IBM-i-Anwender verwenden HoP-Systeme, oft zusammen mit für sie wichtigen IBM-i-Applikationen, was aufgrund der LPAR-Technologie problemlos möglich ist.

Bildquelle: Suse, Thinkstock / iStock

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