Bernhard Sommer, Geschäftsführer der Interflex Datensysteme GmbH
Der Schließzylinder IF-281 von Interflex
Der Schließzylinder IF-281 lässt sich unkompliziert montieren, kann in nahezu allen Türen verbaut werden und ermöglicht es Anwendern, Türen digital mit dem Smartphone oder dem RFID-Ausweis zu öffnen und zu verschließen.
„Mit Opendor öffnen wir wortwörtlich die Türen zur Zukunft der Zutrittskontrolle. Denn das Entscheidende bei Opendor ist, dass die Schließsysteme jetzt onlinefähig werden“, sagte Bernhard Sommer, Geschäftsführer der Interflex Datensysteme GmbH. Zur neuen Produktlinie zählen das Spindschloss IF-261, der Schließzylinder IF-281, der elektronische Türdrücker IF-271 und der Türbeschlag IF-241. Die neuen Produkte laufen über eine eigens entwickelte „Reader-Plattform“, sind batteriebetrieben und in jeweils in zwei Varianten erhältlich – in den Versionen Opendor Air und Card. Bei der Air-Variante bietet Interflex für die Online-Anbindung zusätzlich noch das Gateway IF-4041 an.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Die technische Basis für die neuen Produkte bildet eine speziell entwickelte Reader-Plattform. Sie wurde „eigens bei uns im Haus entwickelt und genau auf die Produkte angepasst“, erklärte Patric Anhold, der die Hardware-Entwicklung bei Interflex leitet. Die Reader-Plattform macht dank neuester Bluetooth-5-Technologie die batteriebetriebenen Schließkomponenten wireless-fähig – zugleich ist dadurch jederzeit ein Upgrade von Offline- auf Online-Geräte möglich.
„Die Nachfrage nach onlinefähigen, batteriebetriebenen Schließkomponenten steigt kontinuierlich“, beobachtet Anhold. „Viele unserer Kunden wollen zum Beispiel mehr Türen in ihr Sicherheitskonzept integrieren, aber nicht die hohen Kosten für die Verkabelung tragen. Andere wiederum mieten regelmäßig externe Räume an – hier muss die Zutrittskontrolle flexibel und sicher sein, ohne dass der Kunde umfassende Baumaßnahmen durchführen muss. Das bedeutet: Unsere Kunden wünschen eine einfache und sichere Verwaltung ihrer Schließsysteme und wollen Zutrittsrechte unternehmensübergreifend, zentral und unkompliziert verwalten.“ Das werde jetzt mit der neuen Online-Lösung möglich.
Die onlinefähige Produktvariante lässt sich in die Zutrittssoftware IF-6040 integrieren, die Module für Zutrittskontrolle, Besucherverwaltung, Zeitwirtschaft und Personaleinsatzplanung bietet. „Bei Opendor air nutzen wir die neuesten technologischen Standards wie Bluetooth 5. Dabei werden sämtliche Daten vom Host-System über ein Gateway zum Endgerät übertragen. Das ermöglicht eine zentrale Vergabe von Zutrittsrechten, die einfach und unkompliziert online im System verwaltet werden können. Berechtigungen müssen damit nicht länger auf RFID-Ausweise geschrieben werden. Der Ausweis dient lediglich noch als Identifikationsmedium“, erklärte Anhold. Gleichzeitig übertragen die Schließkomponenten via Wireless-Technologie auch Informationen wie Buchungen oder Batteriezustandsmeldungen direkt an das System IF-6040.
Konkret heißt das: Opendor air macht die bisherigen Offline-Geräten zu solchen mit Online-Funktionen. „Das bringt Anwendern eine Menge Vorteile“, erläuterte Anhold. Es lassen sich dank Bluetooth 5 bis zu 50 Geräte pro Gateway verwalten und in Gebäuden – abhängig von den baulichen Gegebenheiten – Reichweiten von bis zu 50 Metern zwischen Gateway und Schließkomponente erzielen. Dadurch sind weniger Gateways pro Installation nötig.
In Sachen Kosten punktet Opendor air außerdem durch den besonders stromsparenden Prozessortyp, über den die Geräte laufen. Weil sie über Wireless-Technologie mit dem System IF-6040 kommunizieren, müssen bei der Installation keine Kabel verlegt werden. Ein weiterer Pluspunkt: Zutrittsentscheidungen können in Echtzeit getroffen werden – das ist besonders für türenübergreifende Lösungen, zum Beispiel bei Gebäuden mit mehreren Eingängen, ein echter Vorteil.
Auch der RFID-Ausweis ist zur Identifikation nicht unbedingt nötig – alternativ kann ein Smartphone genutzt werden. Für noch mehr Flexibilität können Updates ganz einfach „Over-the-Air“ auf die Endgeräte gespielt werden. Details erklärt Bernhard Sommer, Geschäftsführer der Interflex Datensysteme GmbH. im Interview mit Caroline Ganzert.
Die neue Opendor-Variante Card ist laut Anhold für Kunden gedacht, „die nicht auf die Air-Technologie umstellen wollen oder können“. Diese Geräte, bei denen ein Upgrade auf Opendor Air jederzeit möglich ist, lassen sich in bestehende Anlagen integrieren. Sie eignen sich insbesondere für Unternehmen, die Außenstellen ohne oder nur unzureichender Netzinfrastruktur sichern wollen, wie beispielsweise Windparks.
Herr Sommer, wie wichtig ist die neue Produktlinie?
Bernhard Sommer: Die Zutrittskontrolle ist bei Interflex das stärkste Geschäftsfeld, das von uns bisher klassisch mit verkabelten Online-Zutrittskontrollsystemen bedient wurde. Mit der neuen Produktlinie Opendor ergänzen wir dieses Portfolio jetzt um wireless-fähige, batteriebetriebene Schließkomponenten, die sich einfach in bestehende Zutrittskontrollsysteme integrieren lassen. Wir orientieren uns dabei gezielt an den verschiedenen Anforderungsprofilen unserer Kunden. Wir beobachten auch eine wachsende Akzeptanz dieser Lösungen am Markt für Zutrittskontrollsysteme, wobei das Segment der wireless-fähigen Schließkomponenten gegenüber den klassischen stärker wächst und in den nächsten Jahren zum Standard werden wird.
Sie vermarkten Opendor als Zukunft der Zutrittskontrolle und Benchmark in der Branche. Lehnen Sie sich da nicht zu weit aus dem Fenster?
Sommer: Ich denke, die Vorteile von Opendor sprechen für sich. Der größte Nutzen von Opendor ist die Online-Fähigkeit der Schließsysteme. Deshalb ist Opendor air das Highlight. Durch den aktuellen Standard Bluetooth 5 erzielen wir in Gebäuden eine außergewöhnlich hohe Reichweite von bis zu 50 Metern mit bis zu 50 Geräten pro Gateway.
Aber auch Nutzer von Network-on-Card – kurz NoC – profitieren. Dank der neuesten Technologie mit stromsparendem Prozessor erzielt auch Opendor card eine hohe Batterielaufzeit. Die Zutrittsentscheidung wird zentral getroffen, die Informationen von mehreren Zutrittspunkten fließen dabei in die Entscheidung ein. Und die Kommunikation ist zertifikatsbasiert verschlüsselt.
Wie wollen Sie Opendor weiterentwickeln?
Sommer: Sowohl in Bezug auf die Verfügbarkeit verschiedener Bauformen als auch hinsichtlich der Funktionsvielfalt. Wir haben z.B. einen elektronischen Zylinder im Portfolio, der künftig wireless-fähig werden wird. Das Host-System IF-6040 wird um Features erweitert, die sich jederzeit „Over-the-Air“ automatisiert einspielen lassen, etwa eine Feuerwehrliste, über die sich alle im Notfall relevanten Türen freischalten lassen.
Mit 5G und dem Internet of Things werden wir komplett neue Lösungen in der Zutrittskontrolle erleben. Die Opendor-Produkte sind der erste Schritt in diese Richtun. Neue Technologien wie das „Internet of Things“ können darauf sehr gut aufsetzen.
Jetzt werden Schließkomponenten online-fähig. Bei vielen Geräten aus anderen Branchen ist das längst Standard. Warum hat das bei der Zutrittskontrolle so lange gedauert?
Sommer: Weil es erst mit dem neuen Standard Bluetooth 5 Sinn gemacht hat. Die hohen Reichweiten und langen Batterielaufzeiten können wir erst mit dieser Technologie erzielen.
Welche Herausforderungen kommen dabei auf die Branche zu?
Sommer: Herausforderungen gibt es vor allem im Bereich Cyber-Security, etwa bei der digitalen Vernetzung von Gebäuden oder bei der Identifikation via „Mobile Credentials“. In diesem Zusammenhang ist der Fachkräftemangel ein Thema, das hat auch die Pandemie gezeigt.
Herr Sommer, vielen Dank für das Interview!