Ein Kongressbesucher arbeitet mit einem Lötkolben an einem Computerbauteil. Foto: Axel Heimken
Der Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Hamburg steht diese Mal unter dem Motto «Works for Me», das von den Hackern kritisch hinterfragt wird: Wenn etwas für mich funktioniert, muss ich mich nicht mehr darum kümmern. «Wenn die Leute Missstände tolerieren, führt dies dazu, dass alle gegeneinander sind», sagt CCC-Sprecher Linus Neumann. «Wenn wir nicht gemeinsam auf eine bessere Welt hinarbeiten wollen, wird es wieder zu großen Konflikten kommen.»
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Alle Vorträge hier in der Übersicht. Zu den Themen in Hamburg gehören u.a.:
Der ehemalige US-Air-Force-Techniker Cian Westmoreland berichtet von seinen persönlichen Einblicken in die umstrittene Kriegführung der USA mit Drohnen. «In den nächsten fünf Jahren werden wir autonome Killer-Roboter haben», sagt der Whistleblower, vielleicht auch «kleine Bienen», die todbringend umherschwirren. Jetzt ist der ehemalige Techniker der Air Force zum Pazifisten geworden, trägt auf dem «Chaos Communications Congress» ein T-Shirt der «Veterans for Peace». Westmoreland lebt noch im US-Staat Colorado - «aber ich überlege, ob ich nicht auswandern sollte», sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Mit der zunehmenden Technisierung der Kriegführung schwinde das Bewusstsein für persönliche Verantwortung, kritisiert Westmoreland und verweist dabei auf die Philosophin Hannah Arendt. Er führt die Regisseurin Sonia Kennebeck auf die Bühne des Hamburger Kongresszentrums, die zusammen mit Wim Wenders und anderen mit Hilfe von Whistleblowern einen Dokumentarfilm über die Drohnen-Kriegführung gedreht hat: «National Bird» wird auf der diesjährigen Berlinale gezeigt.
Dass dieses sehr unruhige Jahr 2016 auch an der Hackerszene nicht spurlos verübergeht, wird gleich zum Auftakt der Konferenz deutlich. «Dringender als je zuvor, ist es Zeit zu handeln», sagt «Netzpolitik.org»-Bloggerin Anna Biselli. «Wir können uns nicht unter einer gemütlichen Decke verstecken und warten, bis die Welt von Zauberhand wieder besser wird.»
Aber wie könne der Einzelne etwas ändern? Die gute Nachricht der Hacker ist: «Du bist nicht alleine.» 12.000 Gleichgesinnte seien auf dem Kongress, mit ihnen gelte es sich zu verbinden, zu vernetzen und aktiv zu werden. «Versucht, das nächste Jahr zu einem besseren zu machen als dieses!»
dpa/rs
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