Intelligente IP-Netzwerke

Agieren statt reagieren

Von Homeoffice bis IoT: Die wachsenden Anforderungen an den Datenverkehr stellen Netzwerkexperten vor große Herausforderungen. Konzepte wie Intent-based Networking entlasten Unternehmen und steigern die Effizienz.

Frau am Notebook mit Netzwerkstruktur

Intelligente IP-Netzwerke unterstützen kritische Geschäftsabläufe auf Basis von Künstlicher Intelligenz.

Die Anforderungen an moderne Unternehmensnetzwerke steigen: Sowohl der Trend zum Homeoffice als auch Technologien wie Cloud Computing, Künstliche Intelligenz (KI) oder Internet of Things (IoT) lassen die Datenmengen deutlich ansteigen. Damit Unternehmen trotzdem handlungsfähig bleiben, verbringen Administratoren viel Zeit damit, Netzwerke optimal zu konfigurieren. Je nach Geschäftsstrategie müssen sie die vorhandenen Ressourcen auf Anwendungen aus der Cloud, IoT-Infrastrukturen oder verteiltes Arbeiten im Homeoffice optimieren. Einer aktuellen IDC-Studie zufolge können drei Viertel der Befragten ihr Netzwerk jedoch kaum noch oder nur mit hohem Aufwand im Griff behalten. Das Problem: Auf neue Anforderungen, Prioritäten oder Störungen können sie sich häufig kaum vorbereiten. Wenn beispielsweise die Produktion zusätzliche Ressourcen für seine IoT-Infrastruktur benötigt, müssen die Administratoren zeitnah darauf reagieren und die Netzwerke manuell anpassen. Jedes zweite Unternehmen (55 Prozent) verwaltet seine Netzwerke noch auf klassische Art und Weise.

Geschäftsprozesse steuern Netzwerkverwaltung

Weil Daten die Geschäftsprozesse und Entscheidungen beschleunigen, sind solche Abläufe sind nicht mehr praktikabel. Es braucht intelligente IP-Netzwerke, die mit neuen Standards wie Wifi 6 und 5G zu jeder Zeit Geschäftsabläufe hocheffizient unterstützen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Intent-based Networking (IBN, deutsch: absichtsbasierte Vernetzung). Die Idee: IT-Verantwortliche definieren nicht mehr, wie das Netzwerk konfiguriert sein muss, sondern was es leisten soll. Wenn Administratoren beispielsweise die Qualität der Videokonferenzen in ihrem Unternehmen priorisieren möchten, müssen sie dafür keine Ports oder Adressen mehr anpassen. Intelligente Netzwerklösungen, wie sie beispielsweise Huawei anbietet, setzen die erforderlichen Schritte auf Basis von KI-Algorithmen selbst um, überwachen die Maßnahmen in Echtzeit und lösen eigenständig auftretende Probleme. Dafür müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein:

Netzinfrastrukturen virtualisieren: Intelligente IP-Netzwerke basieren auf Software-defined Networking (SDN). IT-Verantwortliche trennen dabei die Netzwerk-Hardware von der System-Software, so dass sie alle Parameter über eine zentrale Anwendung steuern können. Auf diese Weise lässt sich das gesamte Netzwerk deutlich besser skalieren und an wechselnde Anforderungen anpassen.

Bandbreiten isolieren: Damit Administratoren die Netzwerkressourcen präzise ausgewählten Diensten zuweisen können, ist eine harte Bandbreitenisolierung erforderlich. Dafür teilen sie die Netzwerkinfrastruktur in bedarfsorientierte, virtuelle Einheiten auf (Network Slicing). Diese Einheiten lassen sich flexibel für die im Netzwerk bereitgestellten Dienste nutzen.

Service-Ziele definieren: Da sich die Algorithmen in einem Intent-based Network an den gesetzten Anforderungen orientieren, müssen IT-Verantwortliche diese möglichst klar definieren. Ohne präzise formulierte Erwartungen läuft der Austausch zwischen Netzwerk- und Service-Ebene ins Leere.

Fazit: Wenn Unternehmen die Konfiguration, Analyse und Wartung ihrer Netzwerke automatisieren, reduzieren sie nicht nur die Fehlerquote und Betriebskosten, sondern entlasten auch ihre Angestellten.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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