Materialmangel

Agieren statt reagieren

Der Materialmangel in der deutschen Industrie spitzt sich zu. Laut einer aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts klagten 80,2 Prozent der Unternehmen im März 2022 über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen.

Materialmangel

Viele Unternehmen berichten derzeit von Lieferproblemen.

Im Februar waren es 74,6 Prozent. „Die Attacke auf die Ukraine hat die Lage für viele Unternehmen nochmals verschlechtert“, sagte Ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe. Zu den bestehenden seien jetzt neue Probleme in den Lieferketten hinzugekommen. 17 Prozent der Industriefirmen importierten z.B. aus Russland. In der Automobilindustrie, im Maschinenbau und in der Elektroindustrie berichten rund neun von zehn Unternehmen von Lieferproblemen.

Dabei liegt es in der Natur von Krisen, dass sie die Schwachstellen in Organisationen schonungslos offenlegen. Diese zu überwinden, kann zwar schmerzhaft sein, aber auch Chancen bergen. In der Corona-Pandemie waren vor allem die Unternehmen im Vorteil, die bereits umfassend in ihre Digitalisierung investiert hatten. So löste die Krise in der deutschen Wirtschaft einen wahren Digitalisierungsschub aus, der bis heute anhält.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Wann die nächste Krise kommt, ist letztlich nur eine Frage der Zeit. Umso wichtiger wird es für Unternehmen, die intelligent vernetzte, resiliente Produktion als Ziel vor Augen zu haben – also eine Produktion, die in der Lage ist, rasch auf unvorhergesehene Störungen zu reagieren, um lange Ausfälle so gut wie möglich zu vermeiden. „Agieren statt reagieren“ lautet die Devise. Das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ könnte sich dann nicht nur als Ausweg aus den aktuellen Krisen erweisen, sondern auch eine echte Chance sein, den Industriestandort Deutschland für zukünftige Krisen besser zu wappnen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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