Dirk Pohla von Appian betont, dass Low-Code-Plattformen keine in sich geschlossenen Insellösungen sein dürfen.
ITD: Herr Pohla, wie hat sich die Relevanz von Low-Code-Technologie im Zuge der Coronakrise gewandelt?
Dirk Pohla: Die Covid-19 Pandemie war und ist für viele Unternehmen ein Weckruf, der ihnen bewusst macht, wie starr, ineffizient und veraltet ihre Technologie in vielen Bereichen noch wirklich ist. Viele Organisationen fokussierten sich anfangs darauf, ihrer Belegschaft Anwendungen und Tools für ihre Remote-Arbeit zur Verfügung zu stellen. Dabei konnten diejenigen, die mit Low-Code-Plattformen ausgestattet waren, Anwendungen entsprechend der neuen Anforderungen anpassen oder innerhalb kürzester Zeit neue Anwendungen erstellen. Denn in der aktuellen Situation spielen Agilität und Geschwindigkeit eine übergeordnete Rolle. Beides kann Low-Code leisten und wird damit zu einem wichtigen Asset, um sich von der Masse abzuheben.
ITD: Die Dezentralisierung von Arbeitsplätzen ist nach wie vor eine der spürbarsten Folgen für viele Unternehmen. Wie kann eine Low-Code-Lösung die Zusammenarbeit in diesem Kontext vereinfachen?
Pohla: Low-Code-Plattformen ermöglichen das Modellieren und Implementieren von Anwendungen aller Art mit vorgefertigten Bausteinen und Templates. Diese visuelle Entwicklung bringt IT- und Business-Abteilungen bei der Konzeption und Umsetzung der benötigten neuen Services viel einfacher und auch virtuell zusammen. Zudem erleichtern automatisierte Prozesse die Arbeit: Denn je mehr repetitive Aufgaben automatisiert werden, desto anspruchsvollere Tätigkeiten können die Mitarbeiter übernehmen. Technologien wie Robotic Process Automation (RPA), Intelligente Dokumentenverarbeitung (IDP) oder Künstliche Intelligenz (KI) können ebenfalls dazu beitragen, dass Prozesse schneller und umfangreicher automatisiert werden – und dadurch Menschen und Technologien besser zusammenarbeiten.
ITD: Um weiterhin ein wichtiges Maß an Transparenz zu gewährleisten, erfordert die neue Arbeitsrealität mehr denn je klare Wege beim Umgang mit Daten. Wie lassen sich diese mit einer entsprechenden Plattform abbilden?
Pohla: Die Low-Code-Automatisierung führt Menschen, Prozesse und Daten auf einer einzigen intuitiven Benutzeroberfläche zusammen. Dabei bietet sie gleichzeitig die erforderliche Flexibilität, um die nötigen Informationen zu finden, wenn sich Daten an verschiedenen Orten befinden. Mit dieser systemübergreifenden Sicht auf alle Daten profitieren Organisationen von einer rascheren Entscheidungsfindung, einer höheren Produktivität und besseren Zusammenarbeit. Das Ergebnis sind optimierte Geschäftsergebnisse – ohne Migration und Kontrollverlust über ihre Daten. Ein im Hintergrund laufender Auditierungslog stellt sicher, dass alle Aktionen, Entscheidungen und Abläufe eindeutig zuzuordnen und nachvollziehbar sind.
ITD: Eine neue Plattform hilft nur bedingt weiter, wenn sie sich nicht nahtlos in die vorhandene IT-Landschaft integrieren lässt. Was müssen entsprechende Lösungen in dieser Hinsicht können?
Pohla: Low-Code-Plattformen dürfen keine in sich geschlossenen Insellösungen sein. Denn, Sie sagten es bereits, ein System ist nur so gut, wie seine Schnittstellen zu anderen Systemen und die Möglichkeit, Applikationen problemlos auszutauschen oder zu erweitern. Moderne Low-Code-Plattformen, sind sehr offen, bieten vorgefertigte Konnektoren und intuitiv konfigurierbare APIs. Diese sorgen für eine schnellere Integration und erlauben es, Applikationen und Daten aus diversen Quellen zu importieren und nahtlos anzupassen.
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ITD: Welche Automatisierungsfunktionalitäten bieten moderne Low-Code-Plattformen?
Pohla: Die vielfältige Funktionalität von Low-Code-Plattformen, ihre Flexibilität sowie die Fähigkeit, die Geschäftsprozesse mit einem einzigen System zu standardisieren, erlaubt Unternehmen die effiziente Erstellung leicht modifizierbarer, hochfunktionaler, standardisierter und benutzerfreundlicher Anwendungen für praktisch jedes Geschäftsszenario. Darüber hinaus besteht ein zunehmender Bedarf, Prozesse und Anwendungen intelligent zu automatisieren. Der Schlüssel zu einer smarteren Anwendung heißt Intelligent Automation beziehungsweise Digital Process Automation (DPA) – Automatisierungen also, die um Robotic Process Automation, Machine-Learning-Algorithmen und KI-Funktionalitäten ergänzt werden. Diese intelligenten Automatisierungen unterstützen Unternehmen dabei, eine Vielzahl bisher nicht automatisierter Prozesse zu digitalisieren.
Bildquelle: Appian