Gawain MacMillian, Mitgründer, Geschäftsführer und CTO der AyeQ GmbH
Vor allem die Pharmabranche unterliegt häufig wechselnden Regularien. Zudem kommt ein großer Kundenstamm von Ärzten und Apothekern mitsamt ihren unterschiedlichen Bedürfnisse hinzu. Wir sprachen mit Gawain MacMillan, Mitgründer, Geschäftsführer und CTO der AyeQ GmbH über Cloudservices, speziellen Applikationen für den Außendienstler sowie die dazugehörigen Dienstleistungen.
Herr MacMillan, warum eignen sich Cloudservices gerade für die Pharmabranche?
Gawain MacMillan: Die Pharmabranche ist durch eine hohe Internationalität gekennzeichnet. Unser Unternehmen bietet Cloudservices, die einen verteilten Zugriff über Ländergrenzen hinweg ermöglichen. Dadurch sollen sich Betriebskosten senken, Kunden und Verkäufer stärker in die Betriebsprozesse einbinden, Outsourcing-Prozesse vereinfachen und Managed-Services-Dienstleistungen effektiver durchführen lassen.
Wir garantieren Rechtssicherheit und Datenschutz auch in einem internationalen Umfeld: Unsere Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren erfolgen unter strenger Einhaltung der länderspezifischen Richtlinien über die Nutzungsbedingungen und SOPs.
Welche speziellen Anforderungen haben Pharmaunternehmen, die ihre Daten in eine Cloud auslagern wollen, an Ihr Unternehmen als Serviceanbieter?
MacMillan: Spezielle Anforderungen bestehen vor allem in puncto Datenschutz und Datensicherheit. Auch der Ort der Datenvorhaltung (USA/EU) ist ein wichtiges Thema für Pharmaunternehmen. Insbesondere beim Umgang mit sensiblen Daten gilt es, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.
Wenn Pharmaunternehmen Daten auf Cloudservices auslagern, sollten sie aber auch darauf achten, dass der Schutz ihres geistigen Eigentums gesichert ist, und dass die gelten Rechtsvorschriften eingehalten und garantiert werden.
Wo legt Ihr Unternehmen Kundendaten ab?
MacMillan: Bei der Ablage von Daten aus der Cloud können dann Probleme entstehen, wenn die Daten in Ländern mit abweichenden Datenschutzrichtlinien wie beispielsweise den USA vorgehalten werden. Aus diesem Grund werden die von AyeQ abgelegten Daten – wie von den meisten Cloudservice-Anbietern auch – in Deutschland und der Europäischen Union vorgehalten.
Welchen Vorteil erhoffen sich Pharmaunternehmen von Cloudservices gegenüber anderen Unternehmen?
MacMillan: Die Vorteile bestehen beispielsweise in den geringen Betriebskosten, der einfachen Einbindung externer Akteure sowie den guten Outsourcing-Möglichkeiten und den Managed Services. Diese Vorteile lassen sich mit unseren Angeboten realisieren und sind bereits vielfach bei Pharmaunternehmen im Einsatz.
Gibt es auch Nachteile?
MacMillan: Die Nutzung des Cloudservices birgt weniger Nachteile, sondern macht vielmehr unternehmensinterne Veränderungen notwendig. Ein Verkaufsgespräch auf dem iPad optimal umzusetzen, ist eine eigene Disziplin. Die Nutzung der Cloud erfordert daher eine Umstellung der Marketingprozesse und -verantwortlichkeiten. Außerdem steigt zunächst der Bedarf an Change Managementprozessen im Unternehmen. Deshalb bieten wir gezielte Trainings an, um die Einführung von iPads zu begleiten und typische Fehler zu vermeiden.
Sie bieten auch speziellen App-Suites an, wo werden diese eingesetzt?
MacMillan: AyeQ-Anwendungen kommen bei verschiedenen Marketing- und Sales-Aktivitäten zum Einsatz, wobei ein Schwerpunkt auf dem Außendienst liegt. Allein im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr als drei Millionen Verkaufsgespräche mit unseren Apps und Cloudservices geführt. Grundsätzlich können App-Suites aber überall dort eingesetzt werden, wo Kundendialoge geführt oder Transaktionen abgeschlossen werden. Aufgrund der rasanten Entwicklung des Marktes wird der Endverbraucher zukünftig sicherlich immer öfter solchen Anwendungen begegnen: im Handel, bei der Bank oder sogar beim Arzt.
Wie ist das Feedback der Mitarbeiter und vor allem der Kunden vor Ort?
MacMillan: Umfragen unter Mitarbeitern und Kunden zeigen ein überwiegend positives Bild: 80 Prozent der Befragten haben positiv auf die Nutzung eines iPads im Verkaufsgespräch reagiert, egal ob Kunde oder Außendienstmitarbeiter. Dies ist das Ergebnis einer Metaanalyse von acht Umfragen, die zwischen 2010 und 2011 durchgeführt wurden. Insgesamt fanden über 90 Prozent der Befragten das iPad „sehr zuverlässig“ und „sehr einfach“ zu bedienen. Überraschend war vor allem, dass fast die Hälfte der Kunden einen Zusammenhang zwischen dem innovativen Medium „iPad“ und dem dargestellten Produkt sah. Diese Ergebnisse untermauern unsere eigene Erfahrung aus der Praxis: Der Kunde kann sich Botschaften besser merken, wenn sie ihm mit dem iPad präsentiert werden.
Bislang gibt es Ihre Lösung nur für das iPad, sind Erweiterungen für Smartphones mit anderen Betriebssystemen geplant?
MacMillan: Die Inhalte für unsere Anwendungen werden grundsätzlich Device unabhängig produziert. Was die Kompatibilität zu anderen Betriebssystemen betrifft: Ja, wir arbeiten an einer Erweiterung. Android werden wir bereits ab Anfang 2013 bedienen, Windows 8 wird im zweiten Quartal hinzukommen.