Bedienerfreundlich managt das jüngste Tradesprint-Modul Gefahrgutlieferungen im Handel von Kfz-Teilen bis hin zum sicheren Lagerort.
Mit dem neuen Softwaremodul können Kfz- und Elektroteilehändler ihre komplette Fracht samt Gefahrgut wie Batteriemittel, Benzin oder Öl ins Warenwirtschaftssystem integrieren und seien so bei LKW-Kontrollen auf der sicheren Seite.
Das branchenspezifische Modul für die Abwicklung definierter Gefahrgutmengen im eigenen Fuhrpark präsentierte der erfahrene SAP-Partner vergangenen September auf der Frankfurter Automechanika. Diese jüngste Weiterentwicklung der Businesssoftware Tradesprint hat Cormeta auf Kundenwunsch realisiert. Das Software-Know-how zum Thema Gefahrgut und -stoffe war bereits vorhanden. So haben die SAP-Experten für Kunden in der Pharmaindustrie bereits zahlreiche Lösungen installiert. Cormeta-Vorstand Holger Behrens: “Unsere Entwickler nahmen die Kundenprozesse und SAP EH&S genau unter die Lupe. Speziell für Kfz- und Elektroteilehandel haben sie die notwendigen Bestandteile ‚herausgepickt’. Das Ergebnis ist ein schlankes Tool für branchenspezifische Gefahrgutmengen.“
In der Chemie- oder Pharmaindustrie sei der Bedarf natürlich ein anderer: Hier habe man ständig mit neuen hochgiftigen, explosiven oder ätzenden Stoffen zu tun. „Der Kfz- und Elektroteilehändler dagegen vertreibt mengenmäßig weniger und meist immer wieder die gleichen Gefahrgüter – wie Öl, Batterie-, Frostschutz- und Lösemittel oder Bremsflüssigkeit. Aber an die Vorschriften muss er sich dennoch halten“, so Behrens. Sind nämlich Beförderungspapiere, Lagerung oder Verpackung nicht ordnungsgemäß, drohen hohe Geldstrafen. Das Gefahrguthandling sei nun die Antwort des Anbieters speziell für die Anforderungen im Handel mit Kfz-Teilen. Die neue Komponente beinhaltet die Gefahrgutverwaltung im ERP-Datenstamm, die nötigen Transport- und Lagerregeln sowie die richtigen Beförderungs- und Lieferpapiere.
Der neue Gefahrgutprozess beginnt mit der Artikelpflege. Hier sind laut Anbieter ab sofort auf Wunsch die Felder für die nötigen Gefahrgutinformationen gemäß den sogenannten UN-Listen der Vereinten Nationen hinterlegt. Für jeden Gefahrgutartikel im Produktkatalog werden im ERP-System alle wichtigen Attribute festgelegt, von der offiziellen Bezeichnung des Gefahrguts oder -stoffs, über seine vierstellige UN-Nummer (festgelegt von einem UN-Expertenkomitee), bis hin zur Verpackungsgruppe, dem Tunnelcode und der Gefahrgutklassifizierung. Mit dem Gefahrenmodul sollen all diese Daten automatisch an den nötigen Stellen im Lieferprozess erscheinen. Dank ERP-Anbindung an Warenwirtschaft und Lagerhaltung weise die Software dem Lagermitarbeiter sogar den richtigen Lagerort zu – je nachdem, ob es sich um wassergefährdende Stoffe wie Säuren und Laugen handelt oder um leicht entzündliche Produkte, bei denen auf den Untergrund zu achten ist.
Allerdings: Wie stellt der Händler sicher, dass seine Fracht tatsächlich den gesetzlichen Anforderungen entspricht? „Für die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht stehen laut Vorschrift zwei Regeln zur Verfügung: Die 1.000-Punkte-Regel, bei der jedes Gefahrgut mit einem Gefahrgutfaktor gewichtet wird sowie die LQ-Regel für begrenzte Mengen pro Verpackungseinheit“, informiert Holger Behrens. Wer mit seiner Lademenge unter 1.000 Punkten bleibt, darf ohne Kennzeichnung fahren. Zusätzlichen Spielraum soll die LQ-Regel bieten. Nach dieser werden Güter aus der Punktebewertung herausgerechnet, die mit bis zu 30 Kilo Bruttogewicht in zusammengesetzten Verpackungen transportiert werden, oder mit bis zu 20 Kilo Gewicht in Verpackungen, die zusätzlich mit Folie umhüllt sind. Auch die beiden Transportregeln haben die Entwickler des Anbieters in die neue Software integriert. Holger Behrens: „Alle Lade-, Versand- und Verpackungsinformationen bis hin zum Ausdruck der notwendigen Papiere erhält der Mitarbeiter, der den Transporter belädt, jetzt aus dem Tradesprint-System.“ Das war nicht immer so: Bisher pflegten Händler die Gefahrgutinformationen extra und die erlaubte Lademenge gemäß 1.000-Punkte-Regel überprüften sie mühsam zum Beispiel mit dem Taschenrechner. Heute genügt ein Mausklick, und der LKW-Fahrer weiß, ob sein Fahrzeug korrekt beladen ist, oder ob er gegebenenfalls umpacken muss.
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