Cloud for Analytics vorgestellt

Analyse-Tools aus der Cloud

Interview mit Dr. Jürgen Hagedorn, Vice President Product Management Analytics bei SAP SE, über die kürzlich von den Walldorfern vorgestellte Plattform “Cloud for Analytics“ und deren Vorteile insbesondere für Fachabteilungen

Dr. Jürgen Hagedorn, SAP

Dr. Jürgen Hagedorn, Vice President Product Management Analytics bei SAP SE

IT-DIRECTOR: Herr Hagedorn, was genau steckt hinter der vergangenen Oktober angekündigten „Cloud for Analytics“?
J. Hagedorn:
Die Lösung vereint die wesentlichen Aufgaben der analytischen Geschäftsprozesse in einem Werkzeug: Reporting, Analyse, Planung – samt Budgetierung – und Vorhersage. Bis dato wurden diese Aufgaben mit Insellösungen bearbeitet, also mit eigener Datenhaltung, sich unterschiedlich verhaltender Rechenlogik und uneinheitlichen Benutzeroberflächen. Diese Trennung entspricht jedoch keineswegs den Geschäftsabläufen in den Fachabteilungen, denn die analytische Wertschöpfungskette ist gekennzeichnet durch fließende Übergänge und wiederholtes Ausführen von Arbeitsschritten.

Unsere neue Lösung ist von Vornherein auf die Nutzung durch Mitarbeiter in den Fachabteilungen ausgerichtet. Es geht darum, die User durch einfache und schnelle Werkzeuge mit mehr Flexibilität und Agilität auszustatten. Die Lösung ist dem „Software as a Service“-Prinzip folgend von Grund auf für die Cloud entworfen worden, womit zeitraubende Implementierungsprojekte entfallen. Zudem kann sich die Fachabteilung auf die eigentlichen analytischen Fragestellungen konzentrieren. Wir haben damit als eine Vereinheitlichung von Business Intelligence, Enterprise Performance Management und Predictive Analytics in einem Produkt erreicht, das als reiner Cloud-Service genutzt werden kann.

IT-DIRECTOR: Welche sind die wichtigsten Funktionen?
J. Hagedorn:
Entscheidend ist zunächst, dass die Software mit ganz unterschiedlichen Datenquellen in Unternehmen umgehen kann. Durch einen konsequent modellgetriebenen Ansatz können sämtliche Daten in einer betriebswirtschaftlichen Semantik, also der Sprache der Fachabteilungen, bereitgestellt werden. Ebenso wichtig ist die Flexibilität und Einfachheit der Visualisierung, die von OLAP-Analysen in Spreadsheets bis zu Dashboards und Infografiken alles abdeckt. Mit der integrierten Chat-Anbindung kann über Analyse-Ergebnisse direkt mit Kollegen kommuniziert werden, ohne den Datenkontext zu verlieren. In diesem Zusammenhang ist dann auch noch die eingebettete Event-Steuerung zu nennen. Die meisten analytischen Prozesse sind termingetrieben, weshalb eine einfache Kalenderfunktion integriert ist, die die Abstimmung mit Kollegen in das Werkzeug integriert.

IT-DIRECTOR: Auf welche Datenquellen kann zugegriffen werden?
J. Hagedorn:
Die Software ist wie gesagt offen für jegliche Art von Datenquelle. Die Anbindung zu SAP-Systemen ist natürlich besonders einfach und tief integriert, es kann aber auch auf Nicht-SAP-Systeme zugegriffen werden. Hervorzuheben sind hier vor allem Hadoop-basierte Datenquellen.

IT-DIRECTOR: Für welche Einsatzzwecke in den Unternehmen eignet sich die Lösung besonders?
J. Hagedorn:
Die Lösung bildet den gesamten Geschäftsprozess im Bereich Business Analytics ab. Sie kann branchenübergreifend in unterschiedlichen Funktionsbereichen eingesetzt werden. Mit ihrer Hilfe können Anwendungen für spezielle Einsatzzwecke erstellt werden, wie zum Beispiel unsere Digital-Boardroom-Applikation für den Vorstand oder Aufsichtsrat.

IT-DIRECTOR: Inwieweit lässt sich der Cloud-Service in vorhandene On-Premise- bzw. andere Cloud-Systeme integrieren?
J. Hagedorn:
In der Tat wird sehr häufig gefragt: Muss ich meine Daten in die Cloud replizieren, um Cloud for Analytics nutzen zu können? Die kurze Antwort ist: Nein, nicht notwendigerweise. Wir haben eine Technologie entwickelt, die es erlaubt, die Lösung in der Cloud zu betreiben und trotzdem direkt auf On-Premise-Daten zuzugreifen. Dies wird durch die Client-Komponente im Webbrowser und entsprechende Gateway-Software ermöglicht. Damit verfolgen wir ein hybrides Modell der Datenintegration: On-Premise-Daten können „on premise“ bleiben und gleichzeitig unterstützt die Lösung die Replikation von Daten in die Hana Cloud Platform. Grundsätzlich wollen wir möglichst den kompletten Analysezyklus als Aufgabe für den „Business User“ verstehen. Es gibt vorgefertigte Konnektoren zu einer ganzen Reihen von Datenquellen. Zusätzliche Konnektoren werden kontinuierlich entwickelt und in kurzen Zeitabständen als Cloud-Service bereitgestellt.

IT-DIRECTOR: Worauf sollte man bei einer solchen Integration vor allem achten?
J. Hagedorn:
Hier sind vor allem zwei Aspekte zu nennen: Datenqualität und Performance. Der Nutzen einer direkten Anbindung an ein On-Premise-System hängt davon ab, mit welcher Performance analytische Anfragen dort abgearbeitet werden können. Wenn keine zufriedenstellenden Antwortzeiten gewährleistet sind, sollte über Datenreplikation in die Hana Cloud Platform nachgedacht werden. Hier haben natürlich alle auf Hana basierenden Applikationen einen strategischen Vorteil, denn die Plattform garantiert auch bei Remote-Zugriffen schnelle Antwortzeiten. Die technische und semantische Qualität der Daten sollte ebenfalls intensiv betrachtet werden sollte. Bei großer Heterogenität der Quellen und deswegen hoher Harmonisierungskomplexität kann der Aufbau von Data Marts in der Cloud Platform durchaus sinnvoll sein.

IT-DIRECTOR: Wie gestalten sich die Laufzeiten und die Preise des Software-as-a-Service-Modells?
J. Hagedorn:
Die Lösung kann mit einer Vertragslaufzeit zwischen einem und fünf Jahren gebucht werden. Dabei beginnen die monatlichen Kosten für ein Benutzerkonto ab 20 Euro. Je nach Bedarf können Kunden zwischen einem reinen Business-Intelligence-Angebot und Paketen mit zusätzlicher Planungsfunktionalität wählen.

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