Simpelpasswörter sind so sicher wie ein steckengelassener Schlüssel
Alle Jahre wieder: Die
Liste der beliebtesten Passwörter wird von "password" angeführt und auch auf den beiden nächsten Plätzen gibt es alte Bekannte zu sehen, nämlich "123456" und "12345678". Diese Liste des Grauens ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die meisten normalen Anwender von Zugangskontrollen mit Passwörtern völlig überfordert fühlen.
Vor allem Heimanwender nutzen Nichtpasswörter gerne auf ihrem privaten PC, um die Benutzerzugänge zu allen möglichen Webdiensten von A wie Amazon bis Z wie Zatoo zu vereinfachen. Die
Studie "Social Media Impact 2012 - Social Sharing und Social Login im Web" der allyve GmbH stellt fest: Fast jeder Internetnutzer (94 Prozent) loggt sich täglich in ein bis fünf Nutzerkonten ein.
Das Gros der Konten betrifft Soziale Netzwerke, Onlineshops sowie E-Mail- und Messenger-Programme. Das Merken der Passwörter für die verschiedenen Seiten fällt jedoch nicht leicht. Knapp ein Drittel der Internetnutzer (30 Prozent) hat bereits wichtige Passwörter vergessen. Wer sein Passwort nicht im Kopf hat, notiert es am häufigsten auf Papier (38 Prozent) oder speichert es in seinem Browser (20 Prozent).
Eine Methode, um das Passwort-Chaos in den Griff zu bekommen, ist das Social Login. Hierbei können sich Nutzer mit dem Account eines sozialen Netzwerks wie Facebook oder Twitter auf einer Website anmelden. Bislang machen allerdings nur 16 Prozent von dieser einfachen Lösung Gebrauch.
Wer nicht auf Facebook ist oder dem sozialen Netzwerk misstraut, kann zu einer anderen Methode greifen: Ein Passwort-Manager, der alle Passwörter in einer Datenbank verwaltet und selbst wiederum mit einem Master-Passwort geschützt. Bei Bedarf wird das Passwort automatisiert in die entsprechenden Eingabefelder der Website eingefügt.
Nur einen Passwort-Manager erlaubt den Einsatz von Passwörtern wie "Bf%54[r/mVC\H%$vE2!k%h7X". Ein solches Monstrum lässt sich am einfachsten über einen
Passwortgenerator erzeugen. Die Länge des Passworts ist dabei kein Sicherheitswahn, denn die Technologie für
Brute Force-Attacken wird von Jahr zu Jahr
leistungsfähiger.
Auch Unternehmen sind vor der Überforderung der Anwender nicht sicher. So nutzen zum Beispiel Mitarbeiter im Einkauf eine Vielzahl an Benutzerkonten für Online-Bestellsysteme. Die Konsequenz: Unternehmen sollten ebenfalls Passwort-Manager auf den Client-Rechnern einsetzen. Auch die internen Logins sollten auf vereinfachte Methoden setzen. Ideal ist Single-Sign-On mit Codekarten oder sogar biometrischen Scannern. Denn nicht nur der Wired-Autor Mat Honan
findet: Das Passwort-Zeitalter endet.
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