Digitainability-Strategie

Auf in die digitale nachhaltige Revolution

Im Kommentar erklärt Ana Miola, Managerin im Bereich „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“ bei Detecon International, was Unternehmen bei einer Digitainability-Strategie beachten sollten.

Ana Miola, Detecon

Ana Miola begleitet Kunden in strategischen und interdisziplinären Transformationsprojekten, die auf die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Geschäftsmodelle abzielen.

Die industrielle Revolution hat einst grundlegende Veränderungen in der Produktion herbeigeführt und Wohlstand geschaffen. Die Schattenseiten: Anhaltende Umweltzerstörungen, deren Folgen im Jahr 2023 sichtbarer sind als je zuvor. Die digitale Revolution der letzten Jahre reflektiert mittlerweile beide Aspekte. So verursachen beispielsweise der enorm hohe Energieverbrauch von Rechenzentren und die zunehmenden Mengen Elektroschrott massive Umweltbelastungen.

Konsumenten werden sich zunehmend darüber bewusst, dass ihre Handlungen ökologische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen haben und treffen deshalb Kaufentscheidungen viel bewusster. Daher müssen auch Unternehmen eine nachhaltige Ausrichtung anstreben, ihre Produktion und digitale Prozesse anpassen, um einerseits langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und andererseits die Umwelt zu schützen. Vernachlässigen sie Nachhaltigkeitsaspekte bei der Digitalisierung, kann das weitere negative Konsequenzen nach sich ziehen. Eine nachhaltigere Digitalisierung ist also ökonomisch wie ökologisch notwendig.

Eine neue Ära der nachhaltigen Entwicklung

Experten sind sich sicher: Das Potenzial der Digitalisierung ist so gut wie endlos. Die natürlichen Ressourcen unserer Umwelt jedoch sind es nicht. Die Kombination aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Digitainability – hilft dabei, langfristig innovative Lösungen zu entwickeln. Diese unterstützen Unternehmen dabei, ihre nachhaltige Entwicklung zu überwachen und zu fördern:

Data Intelligence: Der Grundstein für eine Digitainability-Strategie ist das vernünftige Sammeln und Auswerten von Daten. Diese Daten geben Unternehmen konkretere Einblicke in ihre Umweltbilanz und Anstöße für zielgerichtete und nachhaltigere Maßnahmen. Vor allem im Finanzbereich kann Data Intelligence dazu beitragen, ESG-Reportings (Environmental, Social und Governance) einheitlich zu gestalten. Dadurch werden Daten und Fakten nachvollziehbar und vergleichbar, was wiederum für mehr Transparenz der Nachhaltigkeitsberichte sorgt.

Erneuerbare Energien: Erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Windenergie lassen sich ebenfalls durch den Einsatz von Daten optimieren. Die Digitalisierung ermöglicht es etwa, die Energieanlagen in Echtzeit zu überwachen und zu steuern, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Mithilfe von Algorithmen und künstlicher Intelligenz lässt sich zudem genauer vorhersagen, wie viel Energie Solar- und Windanlagen erzeugen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Smart Cities: Digitale Technologien können außerdem durch Automatisierung dabei helfen, nachhaltige und smarte Städte zu schaffen, die energieeffizienter, barriereärmer, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher sind. Dazu dienen Technologien wie Sensoren und Big-Data-Analysen, um den Ressourcenverbrauch und die Abfallvermeidung zu optimieren.

Grüne Technologien: Mit den richtigen IKT-Diensten können Unternehmen ihren Energieverbrauch sowie anfallenden Elektroschrott und ihre Kohlenstoffemissionen deutlich reduzieren.

Unternehmen müssen jetzt aktiv werden

Insgesamt können durch die Integration digitaler Technologien in nachhaltige Entwicklungsprozesse Ressourcen effizienter genutzt, Umweltbelastungen reduziert und soziale Teilhabe gefördert werden. Um den Herausforderungen des Klimawandels und der Ressourcenknappheit erfolgreich zu begegnen, müssen Unternehmen allerdings jetzt aktiv werden und den Umweltschutz mit und durch Digitalisierung – bei Bedarf auch begleitet durch externe Partner – selbst in die Hand nehmen.

Bildquelle: Detecon

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