Insgesamt durchläuft die IT der KfW Bankengruppe mit ihrer Initiative „IT2020“ ein weitreichendes Modernisierungsprogramm, wobei die Implementierung des SAP Bank Analyzer 8.0 ein zentraler Baustein der Finanzarchitektur werden soll. Die KfW rechnet mit einer Gesamtprojektdauer von etwa fünf Jahren.
Im Rahmen von „IT2020“ will die Bankengruppe ihre Finanzarchitektur mit den Kernprozessen Bilanzierung, Meldewesen und Controlling erstmals komplett auf Standardsoftware umstellen. Im ersten Schritt werde zunächst die Bilanzierung nach IFRS umgestellt, dann die Bilanzierung nach HGB inklusive Ablösung des alten Hauptbuchs, schließlich das Meldewesen und das Controlling. Für den Bilanzierungsprozess sollen SAP AFI (Accounting for Financial Instruments), SAP ERP (Enterprise Ressource Planning) und SAP BW (Business Warehouse) zum Einsatz kommen.
Das Projekt berücksichtigt auch das für Anfang 2015 geplante Inkrafttreten des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS91, der eine Neubewertung von Finanzinstrumenten zur Folge hat. Neben der neuen SAP-Welt soll als Bindeglied zur bestehenden KfW-Architektur eine Daten-Integrationsschicht aufgebaut werden, die die Berichtskonsistenz gewährleisten soll.
„Für das Rechnungswesen bedeutet das die weitreichendste Veränderung seit Jahrzehnten und gleichzeitig eine einzigartige Chance, die Prozesse komplett neu aufzubauen und durchgängig durch IT zu unterstützen“, sagt der fachliche Leiter SAP-Finanzarchitektur bei der KfW Cemil Kilic. Hans-Joachim Nitschke, technischer Leiter SAP-Finanzarchitektur, ergänzt: „Mit der Initiative IT2020 haben wir die IT der KfW umfassend modernisiert und dabei die Voraussetzungen für ein Großprojekt wie dieses geschaffen“.
Neben der termingetreuen Umsetzung der regulatorischen Anforderungen aus der IFRS9-Richtlinie stellt der Aufbau einer flexiblen Lösung, mit der auch künftige Änderungen einfach integriert werden sollen, ein wesentliches Ziel des Projekts dar. Daneben muss eine durchgehende Konsistenz der Informationsbasis und der Methodik für Bilanzierung, Meldewesen und Controlling geschaffen werden. Dabei muss die heutige Abschlussgeschwindigkeit und –qualität (Blitz-GuV; Konzernabschluss) trotz IFRS9 und massiv steigender regulatorischer Anforderungen sicher gestellt werden. Mit dem verstärkten Einsatz von Standardsoftware sind weitere Ziele verbunden, wie z.B. der Aufbau einer über das Rechnungswesen hinausgehenden, offenen Architektur sowie der Schutz der getätigten Investitionen. Ebenso sollen Kostensteigerungen bei der Pflege der Altsysteme vermieden werden, da sich die Ressourcen am Markt zunehmend verknappen.
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Bildquelle: KfW