Nach dem 45. Geburtstag gestaltet sich die Jobsuche für IT-Fachkräfte immer schwieriger.
In der ITK-Branche gibt es derzeit rund 20.000 offene Stellen“, verkündet Bitkom. Ähnlich lautet die Analyse der Dekra: 55,7 Prozent mehr Stellenangebote für IT-Spezialisten als im Vorjahr. Am Stichtag der Untersuchung waren mehr als 10.000 Stellen zu besetzen. Dies zeigt einen gewissen Boom, doch leider gibt es keine Einschätzung über die „Realität” der ausgeschriebenen Stellen. Denn immer wieder gibt es fingierte Stellenangebote, hinter denen sich Lockangebote verbergen. Den wirklich offenen Stellen steht eine relativ kleine Reserve gegenüber: Die Arbeitsagentur meldet 28.048 Arbeitslose im IT-Bereich und eine sinkende Tendenz – rein rechnerisch passt das blendend zusammen, doch so einfach ist es nicht.
Laut Dekra werden vor allem Administratoren, Entwickler und IT-Architekten gesucht. Für rund 64 Prozent der Stellen ist ein Hochschulabschluss erforderlich. Bei diesen Zahlen ist ein Mangel an Fachkräften logisch, da Stellen und Kandidatenprofile nicht immer passen. So ist ein arbeitsloser IT-Consultant für BI nur schwer zum IT-Architekten in der Virtualisierung umzustricken. Üblicherweise werden die Personallücken dann mit Freiberuflern geschlossen. Der Schluss lautet: Die IT-Branche boomt wie seit langem nicht mehr. Doch dieser Aufschwung geht bisher an einer Gruppe vorbei: den erfahrenen Experten mit einem beeindruckenden Portfolio aus bewältigten Projekten. Sprich: Den nicht mehr ganz so jungen Bewerbern. Denn eine interessante Zahl ist in der Arbeitsagentur-Statistik gut versteckt: Der Anteil der über 55-jährigen IT-Fachkräfte liegt nur bei etwa 13 Prozent. Das hat Gründe: „Mit 45 ist Schluss“, meint Ludwig Hein, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Lupocom. Damit ist eine Ursache für den IT-Fachkräftemangel identifiziert. Die Unternehmen waren in der Vergangenheit eher damit beschäftigt, ältere Mitarbeiter an die Luft zu setzen anstatt in Weiterbildung zu investieren. Daher sollten Personaler künftig Bewerber über 45 vielleicht nicht direkt aussortieren.
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