Neue Technik für elektronischen Datenaustausch

Autozulieferer Carcoustics spart dank EDI

In der Automobilindustrie ist die pünktliche Lieferung der richtigen Produkte zur ­richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Reihenfolge inzwischen Pflicht. Um die Kommunikation mit den Handelspartnern zu verbessern, setzt der Zulieferer Carcoustics auf eine neue Technik für den elektronischen Datenaustausch (EDI).

Carcoustics-Mitarbeiter

Zum Erfolg von Carcoustics tragen die rund 1.800 Mitarbeiter bei.

Just in Time (JiT) und Just in Sequence (JiS) lauten die Zauberworte in der Automobilproduktion. Um die hohen Anforderungen der Hersteller zu erfüllen, müssen Zulieferer heute für eine reibungslose Kommunikation in Echtzeit mit ihren Kunden sowie mit ihren Handelspartnern sorgen. Dies war bei Carcoustics in der Vergangenheit nicht mehr gewährleistet. „Unser bisheriger Carrier war sehr teuer und konnte die damals neue Technologie OFTP2 (Odette File Transfer Protocol) nicht unterstützen“, sagt Frank Mueller-Boehm, Chief Technology Officer (CTO) und Vice President der Carcoustics Shared Services GmbH. „Zudem dauerten die Reaktionszeiten auf unsere Anfragen zu lange und auch Skalierbarkeit sowie Kapazität genügten nicht unserem wachsenden Bedarf. Wir brauchten eine neue Kommunikationslösung.“

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Leverkusen beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter an zehn Produktions-standorten. Es entwickelt und fertigt akustische sowie thermisch wirksame Bauteile für die Automobilindustrie und andere Industriezweige. So finden sich die maßgeschneiderten Lösungen auch in Haushaltsgeräten, Anlagen- und Maschinenbau, Landmaschinen, Heizungs- und Klimatechnik sowie Schienenfahrzeugen.

Für die Vernetzung mit den Handelspartnern setzte man auf ein Zusammenspiel von direkten gesicherten EDI-Verbindungen und indirekten Verbindungen über Value Added Network (VAN). Um die Wirtschaftlichkeit, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Transparenz der VAN-Lösung zu erhöhen, sah sich der Mittelständler verschiedene Provider an. „Wir hatten dabei konkrete Vorstellungen zu den Funktionen, z.B. ein vernünftiges Monitoring, eine hohe Nachvollziehbarkeit der Daten und Kosten sowie die neue Technik OFTP2“, erklärt Frank Mueller-Boehm. „Diese ist für uns wichtig, damit wir auch nach der ISDN-Abschaltung in Deutschland noch elektronisch handeln können. Nur so können wir unseren internationalen Partnern, insbesondere in Nordamerika, Frankreich und Spanien, weiterhin reibungslose Kommunikation bieten.“

Zu diesem Zeitpunkt trat Data Interchange, ein Anbieter von EDI-Lösungen, mit Carcoustics in Kontakt. Das Unternehmen hatte das Protokoll OFTP2 mitentwickelt und war einer der ersten Provider für diesen Dienst in Deutschland. Als Tochter der Data Interchange Plc. mit Hauptsitz in Peterborough (Großbritannien) bietet das Unternehmen B2B/EDI- und Integrationslösungen für Kunden aus den Branchen Automotive, Fertigung, Logistik, Einzelhandel und Finanzen. „Der VAN-Service von Data Interchange, Dinet, konzentriert sich auf die Automobilbranche und bildet eines der größten VANs weltweit. Zudem ist OFTP2 ein wichtiger Standard in dieser Branche, so dass die neue Lösung passend war,“ meint Frank Mueller-Boehm.

Globales B2B-Nachrichtennetzwerk


Daher entschloss sich Carcoustics, die bisherige Lösung durch Dinet zu ersetzen. Das globale B2B-Nachrichtennetzwerk ermöglicht den Austausch relevanter Geschäftsunterlagen anhand einer verwalteten Integrationslösung. Es kombiniert dabei Konnektivität, Datenverarbeitung, Überwachung und Nachverfolgung. Die Migration der Partnerverbindungen auf die Software erfolgte im laufenden Betrieb und war innerhalb von drei Monaten abgeschlossen, ohne dass ein Prozess unterbrochen wurde. Hierfür waren für den Zulieferer allein minimale sowie für die Handelspartner überhaupt keine Änderungen an den Kommunikationsprozessen nötig. „Wir erhalten nun alle Kommunikationsdienste aus einer Hand von deutschsprachigen Technikern. So kümmert sich der Anbieter um das Onboarding neuer Kunden, die schneller angebunden werden. Dies dauert maximal zwei Beratertage statt zwei bis drei Wochen“, erläutert Frank Mueller-Boehm.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2016. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Protokolle zur Übertragung der geschäftskritischen Daten sind bei OFTP2 sicher. Zudem stehen die hochverfügbaren Rechenzen­tren des Anbieters in Europa und halten verschiedene Datenschutzrichtlinien wie ISO27001 ein. Sie gewährleisten auch hohe Durchsatzraten und ermöglichen eine Datenkonsolidierung, wodurch die Geschäftsprozesse des Zulieferers optimiert wurden. „Neben hoher Performance und zuverlässiger Governance profitieren wir auch von weniger Kosten. So konnten wir unsere Ausgaben um mehr als 45 Prozent reduzieren“, resümiert Frank Mueller-Boehm. „Seit der Umstellung ist die prozessbezogene EDI-Kommunikation mit unseren Partnern zuverlässiger und transparenter geworden. So werden wir bis 2018 insgesamt 130 Partner auf Direktverbindungen über OFTP2 umstellen und die restlichen 120 Partner über eine Mailbox-Verbindung mit uns vernetzen.“


Über Carcoustics
Das 1952 gegründete Unternehmen entwickelt und fertigt akustisch und thermisch wirksame Bauteile für die Automobilindustrie. Zum Erfolg tragen die rund 1.800 Mitarbeiter bei – sowohl am Hauptsitz in Leverkusen als auch an weiteren zehn Standorten in Europa, Amerika und Asien.


Bildquelle: Carcoustics

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