Cloud-Ausfälle haben oft weitreichende Folgen
Der großflächige Ausfall von Amazon Web Services am Montag, dem 20. Oktober, hatte spürbare Folgen. Betroffen waren Kernfunktionen, auf denen zahlreiche andere Cloud-Dienste und SaaS-Angebote aufbauen. In der Folge ließen sich viele bekannte Online-Dienste nur eingeschränkt oder gar nicht nutzen. Dazu zählten Messaging-Angebote wie Signal, Kollaborations- und Konferenzdienste, Gaming-Plattformen sowie eigene Angebote von Amazon, darunter Prime Video und Funktionen der Echo-Geräte.
In der Praxis zeigte sich eine ungewöhnlich breite Palette an Störungen. So funktionierte der Messenger Signal zeitweise nicht oder nur verzögert. Gaming-Dienste wie der Epic-Games-Launcher oder Fortnite sowie Plattformen wie Steam oder das Playstation Network berichteten über Login-Probleme. Auch Videodienste, Sprachassistenten und Streaming-Funktionen waren betroffen. Auch unternehmensnahe Tools wie Atlassian-Dienste, Jira, die Docker-Infrastruktur und Collaboration-Angebote wie Slack und Zoom waren von Störungen betroffen.
Der Ausfall macht deutlich, wie sehr viele alltägliche Anwendungen von wenigen Hyperscalern abhängig sind. „Die heutigen IT-Umgebungen sind deutlich komplexer und stärker vernetzt, als viele vermuten. Wenn es zu einem Ausfall kommt, sind die Folgen oft unmittelbar und weitreichend – über ganze Branchen hinweg und bis in das tägliche Leben hinein“, kommentiert Rob van Lubek, EMEA Vice President von Dynatrace, einem Anbieter von Überwachungslösungen für IT-Infrastrukturen.
Durch die Konzentration auf einzelne Anbieter steigt die Verwundbarkeit. So kam es laut Berichten aus Unternehmen auch zu Login-Problemen bei lokal installierten, aber cloudgekoppelten Anwendungen. Diese Meldungen verdeutlichen, wie stark On-Premises-Workflows durch Cloud-Backends beeinflusst werden, wenn Authentifizierung, Lizenzprüfung oder Telemetrie über zentrale Endpunkte laufen.
„Gerade für große Unternehmen entscheidet in solchen Momenten die Geschwindigkeit über den Unterschied zwischen Ausfall und Wiederherstellung“, ergänzt Rob van Lubek. „Wie schnell lässt sich die Ursache finden, verstehen und beheben? Organisationen, die in der Lage sind, Risiken frühzeitig zu erkennen, Zusammenhänge zu verstehen und flexibel auf das Unerwartete zu reagieren, sind deutlich besser für die Zukunft gerüstet.“
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