Remote Work

„Berufliches und Privates trennen“

Remote Work ist aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Christian Pohlenz, Security-Experte bei Materna Virtual Solution in München, erklärt die Sicherheitsrisiken im Homeoffice und beim mobilen Arbeiten – und wie Unternehmen sich davor schützen können.

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    Christian Pohlenz hat langjährige Erfahrungen als Consultant für Infrastruktur- und Software-Projekte. ((Bildquelle: Materna Virtual Solution))

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    Um erfolgreich zu sein, müssen Sicherheitslösungen u.a. bedienungsfreundlich sein, damit Mitarbeiter sie akzeptieren. ((Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus))

ITD: Herr Pohlenz, durch den zunehmenden Einsatz mobiler Endgeräte zur privaten und beruflichen Nutzung ist auch die Gefahr von Cyberangriffen auf diesen Geräten gestiegen. Warum ist ultramobile Kommunikation besonders anfällig für Ransomware-Attacken?
Pohlenz: Ziel von Ransomware-Attacken ist es, Lösegeld für die Freischaltung der Daten respektive des Geräts zu erpressen. Mobilgeräte sind für Cyberkriminelle dabei ein reizvolles Ziel, weil sie damit vergleichsweise leichtes Spiel haben. Smartphones und Tablets sind einfacher zu attackieren, denn sie sind oft „always-on“ mit dem Internet verbunden. Zudem sind sie meist schlechter vor Malware oder Angriffen geschützt als ein stationärer, besser in die interne Sicherheitsstruktur eingebundener Rechner. Cyberkriminelle können daher Schadprogramme mit geringerem Aufwand einschleusen, um die Geräte zu überwachen oder sensible Daten abzugreifen. Und auf Mobilgeräten sind häufig viele persönliche und geschäftliche Daten gespeichert, darunter auch wertvolle Nutzeridentitäten für Anwendungen oder Portale, die für Cyberkriminelle hochinteressant sind.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITD: Wie können sich Mitarbeiter und Unternehmen besser vor Hackerangriffen schützen?
Pohlenz: Zu den generischen Maßnahmen zur Absicherung der Kommunikation zählen Verschlüsselung, Firewalls, Antivirusprogramme, Spamfilter und Multi-Faktor-Authentifizierung. Das alleine aber reicht als Prophylaxe nicht aus. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn auf einem Smartphone berufliche wie private Apps parallel eingesetzt werden. Das passiert millionenfach sowohl auf Firmen- als auch auf Privat-Handys.

Viele private Apps aber haben einen unstillbaren Appetit auf Daten aller Art – und sind damit ein latentes Sicherheitsrisiko. Mit Verboten allein lässt sich dieses Problem jedoch nicht in den Griff bekommen. Also muss es so gelöst werden, dass eine parallele Nutzung beruflicher und privater Apps grundsätzlich möglich ist, eine gegenseitige Beeinflussung dabei aber auf technischer Ebene von vornherein ausgeschlossen wird. Dafür haben sich Container-Lösungen als besonders geeignet erwiesen. Sie trennen berufliche und private Daten strikt voneinander und sorgen u.a. dafür, dass dem Zugriff privater Apps auf berufliche Informationen ein unknackbarer Riegel vorgeschoben wird.

ITD: Welche Rolle spielt die Mitarbeiterfortbildung für die Sicherheit von Unternehmen?
Pohlenz: Die Sicherheitsrichtlinien, die sich ein Unternehmen gibt, müssen für alle transparent sein und entsprechend geschult werden. Das Vertrauen darauf, dass solche Verhaltenskodizes und praktischen Anweisungen auch eingehalten werden, reicht als Security-Mechanismus jedoch nicht aus. Auch die besten Sicherheitslösungen sind nur dann erfolgreich, wenn Mitarbeiter sie akzeptieren und ordnungsgemäß anwenden. Die Software muss so bedienungsfreundlich wie möglich sein, darf Fehlbedienungen erst gar nicht zulassen und die Arbeit nicht blockieren. Deshalb ist der Bedienungskomfort so wichtig. Aufwendige Lösungen mit komplizierten, zeitfressenden Prozessen sind daher tabu. Die beste Sicherheitslösung nützt wenig, wenn sie im Arbeitsalltag immer wieder umgangen wird.

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