Unternehmen müssen bei der Planung von M&A alle relevanten Bereiche durch die IT-Brille beleuchten.
Steht ein Mergers & Aquisitions (M&A) an, werden IT-Prozesse ohnehin komplizierter, auch ohne Projekte zur Digitalisierung – und auch ohne die Umwerfungen der Corona-Pandemie. Die IT stellt bei M&A einen der bedeutendsten Blöcke dar bzw. ist eine der größten Hürden: Wegen mangelnder IT-Integration erfüllen vier von zehn M&A-Projekten nicht die Erwartungen. Diese Zahlen hat die IT-Beratung Avanade intern erhoben und anonymisiert zur Verfügung gestellt. Folgendes Kriterien-Ranking lässt demnach hingegen M&A gelingen: integriertes Programm-Management, Einbindung der IT vor dem Deal-Close, ein adäquates Integrationsbudget, eine möglichst hohe Kompatibilität der IT-Infrastruktur, die durchgehende Bereitstellung der IT-Services und Applikationen sowie kulturelle Faktoren. Bei fast all diesen Punkten wirkt sich eine Pandemie negativ aus.
Die genannte Reihenfolge gilt übrigens für alle grundlegenden Arten von Integrationsprojekten: horizontale, vertikale und konzentrische Fusion sowie der Zusammenschluss zum Mischkonzern. Insofern sind wirklich alle Projekte betroffen. Um ein Worst-Case-Szenario zu verhindern, muss aus den Möglichkeiten mit Bedacht ausgewählt werden. Soll strategisch eine komplette oder teilweise Integration erfolgen oder ist gar eine Koexistenz der IT-Welten von Vorteil? Soll methodisch auf eine Erneuerung, die Übernahme einer der IT-Umgebungen, auf Standardisierung oder auf Synchronisierung gesetzt werden? Mit der Corona-Pandemie ist eine weitere Unbekannte in der Gleichung hinzugekommen; das Lösen muss durchdachter denn je angegangen werden. Immerhin sind die grundlegenden Elemente für einen IT-Transformationsplan geblieben: analysieren und auswerten, planen, umsetzen sowie den Business Case erstellen.
Um die außergewöhnlichen Herausforderungen des Jahres 2021 zu berücksichtigen, müssen Unternehmen bei der Planung von M&A alle relevanten Bereiche besonders intensiv durch die IT-Brille beleuchten: den eigentlichen Geschäftsbetrieb samt digitaler Prozesse, die Infrastruktur, die End-User- sowie Business-Anwendungen, den digitalen Arbeitsplatz, das IT-Betriebskonzept und nicht zuletzt die IT-Sicherheit.
Ein vor diesem Kontext solide geplantes Change Enablement ist ebenso erfolgskritisch wie die strikte Kostenkontrolle samt Service-Agreements für den Transfer. Gerade durch die Pandemie werden viele Arbeiten in das Homeoffice verlegt, was die Einbindung von Mitarbeitern verkompliziert.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Carve-ins und -outs haben während der Pandemie an Bedeutung gewonnen: Unternehmen müssen sich ändern. In global agierenden Unternehmen ist das Konzept des virtuellen Arbeitens etabliert. Jedoch besteht im zunehmenden Wandel zum dezentralen Arbeiten technologisch sowie vor allem sozial-kommunikativ eine massive Herausforderung, der in baldmöglichst begegnet werden muss.
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