Consumerization beginnt schon bei privaten Notebooks im Job
Die Marktforscher von TNS Infratest haben die die IT-Verantwortlichen von 328 deutschen Unternehmen im Auftrag von Dell befragt, wie sie mit privater Hardware im Unternehmen umgehen. Die wichtigste Erkenntnis: Der Trend zur Consumerization ist nicht aufzuhalten.
So erlauben bereits 53 Prozent der Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter privat angeschaffte Mobilgeräte im Job benutzen. 27 Prozent dulden die Privatgeräte zumindest und Verbote gibt es nur in 20 Prozent der befragten Firmen.
Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt eine Umfrage von Accenture. Sie zeigt: 67 Prozent der befragten Angestellten in Deutschland verrichten berufliche Aufgaben mindestens gelegentlich mit eigenen Handys und Computern. Sie sitzen dabei vor allem an eigenen PCs (56 Prozent), Laptops (53 Prozent) und Smartphones (36 Prozent)
Die Dell/Infratest-Studie ergab noch ein ganz erstaunliches Ergebnis: Offensichtlich befinden sich viele Unternehmen in Deutschland in Sachen Consumerization im Blindflug. In 261 Unternehmen sind diese Geräte nicht verboten. Ihr Einsatz jedoch ist betrieblich nur in 34% der Unternehmen geregelt.
Offensichtlich ist hier Durchwurschteln die Strategie der Wahl. Das ist für die IT-Sicherheit ein Riesenproblem: Die Mitarbeiter von Unternehmen vermischen nicht nur bei Geräten Privates mit Arbeit, wie die Accenture-Studie betont. 28 Prozent der Befragten in Deutschland haben ihr Webmail-Konto schon mal beruflich genutzt. 19 Prozent chatten mit Kollegen und Geschäftspartnern via Instant Messaging-Diensten und 18 Prozent kommunizieren mit ihnen über Social Networks (alle Länder: 29%).
"Mit so genannten Collaboration Tools aus dem Netz zu arbeiten ist für viele Menschen bereits Job-Alltag. Mitarbeiter wollen im Beruf nicht auf das verzichten, was sie als private Verbraucher als praktisch und innovativ erleben", sagt Accenture-Experte Johannes Michel. "Gerade junge Mitarbeiter erleben die Ausstattung am Arbeitsplatz oft so, als führen sie privat Ferrari, in der Firma dagegen Pferdekutsche."
Der Experte empfiehlt Arbeitgebern "Adaption" als Strategie statt Anarchie oder autoritären Beschränkungen. In der Studie beschreibt Accenture, wie Unternehmen diese Strategie praktizieren. Die Umsetzungsmodelle reichen von der Möglichkeit, schrittweise das Spektrum erlaubter Dinge zu erweitern, bis dahin, dass die Unternehmensführung von sich aus immer Geräte und Programme der jüngsten Generation zur Verfügung stellt. Manche Arbeitgeber gewähren Mitarbeitern sogar Budget, mit dem sie ihre Ausstattung - im Rahmen einer Vorauswahl - selbst anschaffen können.
"Bring-your-own-device für bestimmte Gruppen von Mitarbeitern einzuführen, kann in allen Unternehmen Vorteile bringen. Es können finanzielle, organisatorische und unternehmenskulturelle Gründe dafür sprechen, aber auch dagegen", sagt Johannes Michel. "Die pauschale Antwort gibt es nicht. In jeder Organisation fällt die Bewertung anders aus, in welchem Umfang und für wen man private Geräte und Programme zulassen kann und sollte."
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