Die neue Software wertet die gemessenen Daten aus Prozessen, Maschinen und Werkzeugen bei Daimler statistisch aus.
Die Software verwaltet hierzu Stammdaten wie Messpunkte, Werkzeuge und Prüfgeräte, ermöglicht eine Prüfplanung und bietet vielfältige Auswertungsmöglichkeiten. Besonders Verschraubungen stehen im Daimler-Werk Düsseldorf im Fokus: Die Messwerte zu Schraubverbindungen der A- und B-Kategorie nach VDI 2862 werden mit QS-Torque regelmäßig überprüft. Die VDI-Richtlinie regelt in diesen beiden Kategorien sowohl die Anforderungen für sicherheitskritische als auch funktionskritische Verschraubungen. Insgesamt arbeiten im Werk Düsseldorf mehr als 110 Mitarbeiter aus verschiedenen Aufgabenbereichen mit der Software. Unter anderem unterstützt QS-Torque die Arbeit der Montageplaner, Prüfer, Prüfmittelverwalter sowie Prüfverwalter.
Die Software wertet die gemessenen Daten aus Prozessen, Maschinen und Werkzeugen statistisch aus und dokumentiert sämtliche Werte. Im Rahmen von Audits kann QS-Torque den Nachweis über einen stabilen Prozess erbringen, da sämtliche Messwerte zentral gespeichert sind. Wird etwa ein Prozess überprüft, lässt sich die ordnungsgemäße Verschraubung per Knopfdruck belegen.
In engmaschigen Stichprobenkontrollen werden seit der Einführung in 2012 bei einer definierten Fahrzeuganzahl je Schicht die Verschraubungen in Abhängigkeit von den eingesetzten Werkzeugen geprüft. Je Schicht und Line-Runner an einer Produktionslinie sind etwa 200 Schraubfälle zu begutachten. Mit hochwertigen elektronischen Prüfschlüsseln lässt sich feststellen, ob das gemessene Restdrehmoment innerhalb der definierten Toleranzgrenzen liegt. Alle zu prüfenden Schraubfälle werden aktuell von der QS-Torque-Datenbank als Route auf den elektronischen Schlüssel geladen. Der Prüfer spielt die gemessenen Ergebnisdaten der Schraubverbindungen später wieder an die Software zurück. Sind die Werte „IO“ (in Ordnung), dann wird dies durch ein grünes Lichtsymbol visualisiert. Erfüllt die Verschraubung nicht die vorgegebenen Sollwerte, dann müssen die Bauteile neu verschraubt oder gegebenenfalls Schrauben nachgezogen werden. Zudem sind weitere Überprüfungen von Seiten der Qualitätssicherung notwendig, beispielsweise ob der Vorgang von Lack oder Öl beeinflusst wurde.
Mit dem Kurvenmodul der neuen Lösung lassen sich Schraubkurven auf der Basis sämtlicher Kurvendaten erstellen, die den Verschraubungsprozess transparent machen. Sollten sich generelle Probleme oder Tendenzen im Prozess abzeichnen, können die Qualitätsbeauftragten im Daimler-Werk entsprechende Maßnahmen einleiten.
Die CAQ-Software sichert inzwischen in allen PKW- und VAN-Werken von Daimler die Bauteilverbindungen ab. Das Düsseldorfer Projektteam hatte sich vor der Entscheidung für die Lösung im PKW-Werk Sindelfingen von der Leistungsfähigkeit überzeugt. Michael Kostka, Planer Montageplanung bei Daimler in Düsseldorf: „Bei jeglichen Fragen und Problemen konnten die Spezialisten für Prozessdaten und Bauteilverbindungen weiterhelfen. Unsere Mitarbeiter wurden in Schulungen mit der Software vertraut gemacht. Insgesamt konnte durch die Lösung der Verschraubungsprozess bei den Transportern sicherer gemacht werden. Im Nutzfahrzeugsegment wurden nun auch noch weitere Werke mit der Lösung ausgestattet.“
Bildquelle: Daimler AG