IT-Sicherheit

Cloud als Kryptonit von Cyberattacken – reicht das?

Jerome Evans, Gründer und Geschäftsführer der Firstcolo GmbH, kommentiert die Potenziale der Eindämmung von Cyberkriminalität mithilfe der Cloud.

Jerome Evans

Jerome Evans kümmert sich um den Aufbau und Betrieb von Rechenzentren, zunehmend aber auch um Cloud-basierte Serverinfrastrukturen.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie und damit einhergehenden Arbeitsmodellen wie Homeoffice oder Hybrid Work steigt die Gefahr, Cyberangriffen ausgesetzt zu sein, stetig an. Mehr als 80 Prozent der deutschen Unternehmen waren 2022 von solchen betroffen. Für sie gehört es deswegen zu den elementaren Aufgaben, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um sich und ihre Mitarbeiter zu schützen – und zwar unabhängig davon, welches Endgerät diese nutzen und wo sie sich befinden. Auch die Art und Weise der Attacken hat sich verändert: Längst geht es nicht mehr nur um einen Einbruch in Unternehmensnetze. Lösegeldforderungen, Kontenplünderung oder Shutdowns ganzer Produktionsstätten gehören heute zum Repertoire der Angreifer.

Und was nun?

Mit zunehmender Komplexität und Vielfältigkeit der Angriffe geht die Frage für Unternehmen einher, wie sie sich dagegen überhaupt schützen können. Als besonders wichtig stellt sich heraus, die eigene Software richtig abzusichern, Stichwort „Updates“. Um hier einen Überblick zu haben, übergeben Unternehmen den Betrieb und die Wartung der eigenen Systeme im besten Fall an einen Spezialisten. Dafür spricht auch, dass Betriebe Daten und Anwendungen immer weniger auf hauseigenen Servern, sondern besser in der Private Cloud lagern. Die Private Cloud als günstige Alternative senkt je nach Vielfalt der jeweiligen Applikationen das Risiko, das eine schlecht gewartete Infrastruktur mitbringt. Ihre Vorteile: eine schnelle Anpassung von Rechenleistung und ein nutzer- bzw. ressourcenabhängiges Abrechnen der in Anspruch genommenen Services. Gerade für Organisationen mit engmaschigen Datensicherheits- und Datenverarbeitungsvorgaben oder solche, die staatlichen Regulierungen unterliegen, kristallisiert sich die Public Cloud als passende Lösung heraus.

Gewissenhaft und aufmerksam

Privat wie auch geschäftlich hat sich die Private Cloud im Alltag der Menschen etabliert. Cyberangreifer legen ihr Augenmerk daher auf die dahinterliegenden Infrastrukturen. Hybride und Multi-Cloud-Umgebungen kristallisieren sich immer mehr als Regelfall heraus, weswegen heute komplexe Multi-Vektor-Angriffe zum Handwerkszeug der Cyberkriminellen zählen. Wichtig für Unternehmen und Organisationen sind deshalb professionelle Sicherheitsfunktionen sowie umfassende Transparenz und eine lückenlose Umsetzung von Datenschutz und IT-Sicherheit beim Cloud Computing in allen Bereichen des Zugriffs. Die physische Absicherung der Server gehört ebenso dazu wie ein Rechtemanagement und eine vollständige Verschlüsselung aller Inhalte – vom Server zum Endgerät wie auch bei der Speicherung.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Und nicht nur die technischen Punkte gilt es zu beachten: Der Faktor „Mensch“ ist ebenfalls ein Einfallstor für Attacken jeder Art. Ein an der falschen Stelle eingegebenes Passwort ebnet den Angreifern rasch den Weg in ein gesamtes Netzwerk. Die Sensibilisierung des Personals sollte daher weit oben auf der Agenda der Unternehmen stehen. Das gelingt beispielsweise über regelmäßige Schulungen und Updates zu möglichen Einfällen von Kriminellen. Darüber hinaus tragen auch Maßnahmen wie die Form der Zugriffssteuerung oder die Verschlüsselung für geschützte Systeme und Daten zur Sicherheit bei. Es lässt sich sagen: Der Weg in die Cloud erweist sich als schützend – aber der Mensch und sein Handeln bleiben elementar im Kampf gegen Cyber­attacken.

Bildquelle: Firstcolo

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