Der Diplom-Wirtschafts-informatiker Henrik Hasenkamp unterstützt Unternehmen mit IaaS- und PaaS-Lösungen bei der Skalierung ihrer IT-Infrastruktur.
Obwohl die Cloud jede Menge Vorteile mit sich bringt, gehen viele E-Commerce-Unternehmen den klassischen Weg und hosten Daten auf eigenen Servern. Viele Händler befürchten Nachteile, wenn sie ihre sensiblen Kundendaten aus den eigenen Händen in das Hosting eines externen Anbieters geben. Doch warum lohnt es sich gerade, mit solchen kritischen Daten in die Cloud zu migrieren?
In vielen Ländern ist der E-Commerce längst in der Cloud angekommen – in Deutschland hängt die Digitalisierung vieler Unternehmen dagegen noch weit hinter dem her, was bereits möglich wäre. So sind die Nutzung von On-Premises-Lösungen und Inhouse-Rechenzentren immer noch häufiger Bestandteil des IT-Stacks von Anbietern von E-Commerce-Lösungen und Händlern selbst. Gerade hier lauern Risiken.
Denken wir einmal an die großen Shoppingtage wie Black Friday: Eine Cloud-basierte Shopping-Plattform ist wesentlich besser darin, die an solchen Tagen zu erwartenden Spitzenbelastungen auszuhalten, als eine On-Premises-Lösung. Auch beim Thema IT-Security können Cloud-Anbieter meist eine wesentlich höhere Sicherheit für die bei ihnen gespeicherten Daten gewährleisten. Und: Cloud-Provider, vor allem mit Sitz in Deutschland oder Europa, bieten in der Regel eine um ein Vielfaches höhere DSGVO-Konformität. Gerade, wenn es um Zahl- oder Adressdaten von Kunden geht, sollte das Thema Datenschutz für jedes E-Commerce-Unternehmen an oberster Stelle stehen. Große E-Commerce-Provider, die die Cloud bereits nutzen, tun dies meist über amerikanische IaaS-Angebote von z.B. Amazon – oder aber setzen auf SaaS-Angebote wie Shopify. Kundendaten, selbst wenn sie zu einem deutschen Händler gehören, können dann auf weniger sicheren Servern außerhalb der EU gelagert werden.
Cloud-Provider, ob als IaaS-Angebot oder als SaaS-Angebot, sind Experten, deren Teams darauf ausgerichtet sind, sich in Sachen Performance-Auslastung, Cybersecurity und Datenschutz immer auf dem neuesten Stand zu halten. Damit sinkt das Risiko für Datendiebstähle oder unbeabsichtigte Verluste durch interne Fehler enorm. Das ist wichtig, weil Händler und Onlineshops aufgrund ihrer großen Menge an Kundenkontakten per se ein beliebtes Ziel für Ransom- oder Malware-Attacken sind.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Aber es muss nicht erst zu einer Hackerattacke kommen, um Nachteile von On-Premises-Lösungen im E-Commerce zu spüren: Clouds ermöglichen es auch, Daten effizienter intern nutzbar zu machen. Gewonnene Performance-Daten können so für Optimierungen von Prozessen genutzt werden. Keine Cloud bedeutet also oft konkret den Verlust von Synergien und Effizienz – gerade im Hinblick darauf, dass die Datenmengen in Unternehmen zukünftig stärker wachsen werden, eine echte verpasste Chance.
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