Claire Galbois-Alcaix, Senior Marketing Manager bei Mozy, erklärt, was es mit einem Wechsel von gerätezentrierter zu personenzentrierter Datensicherung auf sich hat.
IT-DIRECTOR: Frau Galbois-Alcaix, Sie sprechen von einem Paradigmenwechsel, der sich im Datenmanagement- und im Backup-Bereich vollzieht. Was meinen Sie damit?
C. Galbois-Alcaix: Vor nicht zu langer Zeit kategorisierten und verwalteten Unternehmen ihre Daten danach, auf welchem Gerät sie erzeugt und wo die Ursprungsdatei gespeichert wurde. Dieser Einteilung folgend legte die IT-Abteilung fest, welche Endgeräte und welche der darauf befindlichen Informationen gesichert werden müssen. Inzwischen stößt diese Vorgehensweise an ihre Grenzen. Mitarbeiter arbeiten von unterschiedlichen Geräten aus und verwenden mitunter private Endgeräte, die nicht von der IT-Abteilung verwaltet werden. Daraus ergeben sich Herausforderungen in der Datensicherung. Hinzu kommt, dass es in den Überlegungen von Mitarbeitern keine Rolle spielt, welchem Gerät Daten zugeordnet sind. Im Fall eines Datenverlustes müssen sie schnell wieder auf Informationen zugreifen können. Unter diesen Voraussetzungen entsteht nun eine personenzentrierte Datenmanagement- und Backup-Strategie.
IT-DIRECTOR: Warum, glauben Sie, wird sich eine personenzentrierte Datenmanagement-Strategie in den IT-Abteilungen zunehmend durchsetzen?
C. Galbois-Alcaix: Wenn man zunächst nur den Backup-Bereich betrachtet, gibt es zwei Gründe. Der erste bezieht sich auf die Quantität: Wenn jeder Mitarbeiter einen Laptop, ein Tablet und ein Smartphone besitzt, müssen dreimal so viele Geräte verwaltet werden, als es Mitarbeiter gibt. Und für jedes davon ist ein Provisioning, eine fortlaufende Kontrolle und letzten Endes ein Deprovisioning nötig. Besonders letzteres wird zunehmend schwieriger je mehr Geräte mit einem Nutzer assoziiert sind. Sind hingegen Daten-Backup und -zugriff nicht an Geräten sondern an Personen festgemacht, erleichtert das die Aufgabe erheblich.
Der zweite Grund ist, dass Mitarbeiter eigenständig Lösungen etablieren, wenn unternehmenseigene Strukturen und Vorgaben für das Backup mobiler Endgeräte fehlen. Sie installieren beispielsweise Anwendungen, die ihnen eine flexiblere Arbeitsweise ermöglichen aber mitunter nicht den Sicherheitsanforderungen des Unternehmens genügen. Auf diese Weise entstehen ungeplante Cloud-Architekturen, die sich der Kontrolle der IT-Abteilung entziehen und deshalb ein erhebliches Risiko für das Unternehmen darstellen.
Die zunehmende Konvergenz von Backup und Synchronisierung fördert ebenfalls die Umstellung auf personenzentriertes Datenmanagement, da Lösungen zur Synchronisierung ohnehin erfordern, dass Daten einzelnen Personen zugeordnet werden.
IT-DIRECTOR: Welche Vorteile entstehen Unternehmen, mit der Einführung von personenzentriertem Backup?
C. Galbois-Alcaix: Eine sorgfältige Umstellung auf personenzentriertes Backup sorgt dafür, dass die Mitarbeiter flexibler und produktiver über mehrere Endgeräte hinweg arbeiten können, ohne dass dies mit einem Kontrollverlust auf Seiten der IT-Abteilung und geringerer Datensicherheit einhergeht. Zudem wird ein reduzierter Aufwand in der Daten- und Geräteverwaltung feststellbar sein.
IT-DIRECTOR: Wie stellen Unternehmen erfolgreich von gerätezentriertem auf personenzentriertes Backup um und was sind die Herausforderungen?
C. Galbois-Alcaix: Das kommt darauf an, ob sich das Unternehmen der Umstellung aus einer Cloud- oder aus einer In-House Perspektive annähert. Arbeitet es bereits mit einem Cloud-Anbieter zusammen, liegt es an diesem, eine funktionierende Lösung zu erarbeiten. Soll die Umstellung primär In-House erfolgen, muss das Unternehmen hauptsächlich an der Vermittlungsplattform arbeiten. Gerätezentriertes Backup verläuft linear: „Daten von Gerät A werden auf Backup-Laufwerk A gesichert“. Personenzentriertes Backup ist viel komplexer und vernetzter: „Daten von Mitarbeiter A müssen auf einem passenden Medium im Datenzentrum gespeichert und über alle Geräte von Mitarbeiter A hinweg synchronisiert werden.“ und „Alle über das Netzwerk verteilten Daten, die Mitarbeiter A zugeordnet sind, müssen ihm zugänglich sein und auf seinen Geräten wiederhergestellt werden können“.
Eine Herausforderung in diesem Zusammenhang ist die Konnektivität. Liegt das Ziel der Daten hinter der Firewall des Unternehmens, ist die Synchronisierung oft nur möglich, wenn die Geräte mit dem Unternehmens-Netzwerk verbunden sind. Deshalb verfolgen viele Unternehmen, die auf personenzentriertes Backup umstellen möchten, eine Hybrid-Cloud-Strategie. Sie verwenden für große und sensible Daten On-Premise Speicherlösungen und sichere Public-Cloud-Lösungen, um flexibler zu werden und Informationen von mobilen Endgeräten zu sichern.