So machen sich Konzerne auf die Spuren von Start-ups
Die Digital Labs, digitale Einheiten deutscher Konzerne und Mittelständler, arbeiten wieder näher am Kernprodukt der Unternehmen. Gleichzeitig werden sie größer und schlagkräftiger. So lauten die Ergebnisse der Studie „Konzerne auf den Spuren von Startups 2019“ von Infront Consulting & Management, Tochter der KPS AG, und des Wirtschaftsmagazins Capital. Die Studie zeigt, wie Innovationen entstehen, eingesetzt und großgezogen werden.
Als beste Digital Labs 2019 wurden Audi Denkwerkstatt, EnBW Innovation, Qiagen Digital Accelerator, ProSiebenSat.1 Accelerator, SAP Innovation Center Network und Viessmann Wattx ausgezeichnet. Im Rahmen der Untersuchung lag der Fokus dieses Jahr auf den Innovationsergebnissen. Drei Entwicklungsphasen wurden unter die Lupe genommen:
Einige zentrale Erkenntnisse und Erfolgsmuster lassen sich wie folgt skizzieren:
Der Infront-Partner und Studienleiter, Thomas Sindemann, meint dazu, dass sich viele Unternehmen noch in kleinen Testszenarien bewegen, während andere bereits mit großen Lösungsansätzen an den Markt gehen. Seine Empfehlung aus den Studienergebnissen lautet daher pointiert: „Nicht clever kleckern, sondern intelligent klotzen.“
Mit etwa 230 „Digital Innovations“-Einheiten der in Deutschlands etablierten Unternehmen ist die Zahl im Vergleich zum letzten Jahr um ein Drittel gewachsen. Der Großteil der Teams beschäftigt sich laut Studie mit bekannten Themen wie Advanced Analytics, Artifical Intelligence, Internet of Things oder Multi Sided Platforms. Ein Trendthema lautet Nachhaltigkeit. Viele Labore orientieren sich thematisch wieder stärker an den Corporate-Teams und den Kernprodukten ihrer Mutterfirmen. Nur ein Drittel beschäftigt sich mit Geschäftsmodellen für neue Märkte. Während 73 bzw. 94 Prozent der Units in den Bereichen Entdecken und Entwickeln von Innovationen aktiv sind, beschäftigen sich nur 46 Prozent mit der Skalierung von Innovationen.