Collaboration-Tools

Das verbindende Element

Laut Stefan Gutekunst, Director Networking, Collaboration & Security bei der ­Logicalis GmbH, wird es zukünftig eine neue Arbeitswelt geben, bei der sowohl Remote Work als auch Präsenz-Meetings zum Alltag dazugehören. Welche Rolle Collaboration-Tools dabei spielen, erläutert er im Interview.

Stefan Gutekunst von ­Logicalis

Stefan Gutekunst von ­Logicalis: „Die Pandemie hat einen Innovationsschub im Bereich ‚Collaboration-Tools‘ freigesetzt.“

ITD: Herr Gutekunst, welche Bedeutung schreiben Sie Collaboration-Tools für ­Unternehmen in der aktuellen Corona-Krise zu?
Stefan Gutekunst:
Dank der Collaboration-Tools konnten sehr viele Unternehmen, bei ­deren Tätigkeit Remote Work möglich ist, erfolgreich weiterarbeiten. Man stelle sich eine Pandemie vor 15 Jahren vor – die ­Situation wäre ohne die heutigen tech­nischen Möglichkeiten ungleich schwieriger gewesen. Jetzt ist es durch ­Videokonferenzen möglich, den Kontakt zu Mitarbeitern sehr persönlich aufrechtzuerhalten und innerhalb von Teams die Tuchfühlung zu behalten.

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ITD: Wie gestaltet sich der derzeitige Markt an ­ent­sprechenden Tools und Lösungen?
Gutekunst:
Die Pandemie hat einen Innovationsschub im Bereich „Collaboration-Tools“ freigesetzt. In den letzten zwölf Monaten haben die Anbieter unzählige neue Features und Funktionen umgesetzt, deren Entwicklung und Einführung normalerweise mehrere Jahre gedauert hätte. Situationsbedingt wurden viele Entwicklungsressourcen in Richtung „Collaboration-Tools“ verschoben.

ITD: Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl eines Collaboration-Tools achten?
Gutekunst:
Unternehmen müssen die komplette Integration und nicht nur einzelne Funktionen berücksichtigen. So macht es beispielsweise keinen Sinn, Zoom einzuführen und erst im Nachgang zu überlegen, wie diese Entscheidung in die Telefoniestrategie passt. Gegebenenfalls können Cisco Webex oder MS Teams die besseren Ansätze für das eigene Unternehmen bieten, auch wenn sie auf den ersten Blick teurer sind. Für Unternehmen gilt es, eine erweiterte Kostenbetrachtung vorzunehmen, wollen sie sich im Bereich der Col­laboration-Tools langfristig erfolgreich positionieren.

ITD: Was sind häufige Stolpersteine bei der Einführung einer entsprechenden Lösung in Großunternehmen mit sehr vielen ­Mitarbeitern an recht unterschiedlichen Standorten?
Gutekunst:
Hier kommt der zuvor genannte Punkt direkt wieder ins Spiel: Viele Unternehmen etablieren Einzellösungen, ohne von vorneherein eine effiziente Gesamtlösung im Blick zu haben. Die verspätete TCO-Betrachtung im Nachgang offenbart dann Baustellen, die hätten verhindert werden können. Oft mangelt es beispielsweise an der fehlenden Bandbreite für stabile virtuelle ­Meetings – eine Grundvoraussetzung dafür, dass viele Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten effektiv zusammenarbeiten können.

ITD: Wie wird es nach der Krise mit der Nutzung von Collaboration-Tools Ihrer Ansicht nach weitergehen?
Gutekunst:
Der Grad an Flexibilität, der derzeit von den Mitarbeitern – wenn möglich – gefordert wird, wird schon jetzt zu einer neuen Normalität. Auf deren Vorteile, wie den Wegfall von Anfahrtswegen, werden viele Mitarbeiter nicht mehr ­völlig verzichten wollen. Es wird deshalb eine neue Arbeitswelt geben, bei der sowohl Remote Work als auch Präsenz-Meetings zum Alltag dazugehören – Collaboration-Tools werden dabei das verbindende Element sein.

Bildquelle: Logicalis GmbH

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