Für den Fall der Fälle

„Das Wichtigste ist, vorbereitet zu sein“

Laut Marc Oliver Hugger, Senior Manager der Red Eagle IT Distribution GmbH, müssen Unternehmen vorbereitet sein. Für jede Form der Betriebsunterbrechung sollte ein entsprechender Notfallplan erstellt sein.

Marc Oliver Hugger, Red Eagle IT Distribution GmbH

„Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ein Großteil der Notfallpläne zu reinen Papiertigern verkommt“, so Marc Oliver Hugger von Red Eagle.

ITD: Herr Hugger, wie gestaltet sich die derzeitige Bedrohungslage für IT-Systeme und Netzwerke von Großunternehmen bzw. Konzernen?
Marc Oliver Hugger:
Zunehmend herausfordernder. Mitarbeiter kommunizieren immer heterogener. Das heißt, sie verwenden mehrere Devices parallel. Daher müssen diese auch in der Lage sein, annähernd gleiche Zugriffsumfänge zu realisieren. Diese Zugriffsberechtigungen flächendeckend, vollumfänglich und netzwerkunabhängig zu kontrollieren, ist eine enorme Herausforderung.

ITD: Welchen Einfluss üben Faktoren wie die Corona-Pandemie, der Klimawandel etc. auf die Bedrohungslage aus?
Hugger:
Die Pandemie hat vor allen Dingen dafür gesorgt, dass sich das Zugriffsverhalten auf die Firmennetzwerke deutlich verlagert hat. Viele, auch sensitive Verbindungen finden heute von außen statt und nicht innerhalb einer abgesicherten Umgebung. Dies stellt viele Unternehmen vor ganz neue Herausforderungen und zwingt zu einem Umdenken der Sicherheitsarchitekturen. Die jüngsten Umweltkatastrophen haben sehr deutlich gezeigt, wie wichtig Notpläne und im Zweifel doppelte bzw. dezentrale Datenhaltung sein können. Viele betroffene Unternehmen werden künftig sicherlich hochverfügbaren Cloud-Lösungen mehr Beachtung schenken, wenn die eigenen On-Premise-Strukturen unwiederbringlich beschädigt wurden und eine Fortführung der Unternehmenstätigkeit unmöglich wurde.

ITD: Inwieweit gehören IT-Security-Katastrophenpläne bereits zum Standard in Großunternehmen?
Hugger:
Zu 100 Prozent. Bei Großunternehmen sind Notfallpläne ein Standard. Ob diese auch regelmäßig in der Praxis geübt und getestet werden, darüber schweigen sich viele aus. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein Großteil der Notfallpläne zu reinen Papiertigern verkommt.

ITD: Wie sollten Unternehmen handeln, wenn ihr Netzwerk z.B. durch Hacker angegriffen wurde oder unwetterbedingt Schaden genommen hat?
Hugger:
Das Wichtigste ist, vorbereitet zu sein. Für jede Form der Betriebsunterbrechung sollte ein entsprechender Notfallplan erstellt sein. Wichtiger noch: Die Notfallszenarien müssen regelmäßig trainiert und aktualisiert werden. Insbesondere das Zurückspielen von Backups ist unerlässlich, denn es kommt nicht selten vor, dass die Backups im Fall der Fälle gar nicht lauffähig sind.

Bildquelle: Red Eagle IT Distribution

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