Nach Einschätzung von TCS werden 2016 weltweit mehr als eine Milliarde Menschen mobile Endgeräte nutzen.
Die Zeichen stehen auf Veränderung. Unternehmen aller Branchen müssen althergebrachte Geschäftsmodelle, Produktstrategien und Vertriebswege überdenken und sich auf das „Digitale Zeitalter“ einstellen, wenn sie weiterhin erfolgreich sein wollen. Dieser Wandel ist auf vier Faktoren zurückzuführen:
Wenn Unternehmen den digitalen Wandel mit Erfolg bewältigen wollen, sollten sie im Rahmen ihrer „Digitalen Unternehmensstrategie“ auf folgende Punkte achten:
Big-Data-Initiativen starten
Wer mehr über das Verhalten von Kunden, Marktentwicklungen und Optimierungspotentiale wissen möchte, benötigt Daten. Davon gibt es mehr als genug. Denn nach Angaben der Marktforschungsfirma IDC nimmt das weltweite Datenvolumen pro Jahr um 40 Prozent zu. Wichtig ist, dass Unternehmen aus dieser Fülle von Informationen die für sie relevanten Daten herausfiltern, diese in Echtzeit analysieren und daraus Entscheidungen und Handlungen ableiten. Das lässt sich mit speziellen Anwendungen für Big Data Analytics erreichen. Die Vorteile solcher Analyse sind beispielsweise präzisere Umsatzprognosen, Informationen über neue Markttrends und Nachfrageänderungen von Kunden sowie Hinweise, wie Verkaufsförderungsmaßnahmen und Personal zielgerichteter eingesetzt werden können.
Social Media berücksichtigen
Der „Hype“ um Facebook, Google+ und Co. ebbt derzeit etwas ab. Dennoch sollten Unternehmen Social Media nutzen, um die Kommunikation mit Kunden und Interessenten (Business-to-Consumer, B2C) und mit Geschäftspartnern (Business-to-Business, B2B) zu intensivieren. Gleiches gilt für die Kommunikation der Mitarbeiter im Unternehmen untereinander. Im B2B-Bereich können sich dadurch innovative Geschäftsmodelle sowie eine agilere und reibungslosere Zusammenarbeit ergeben. Die Multi-Channel-Kommunikation mit Kunden via Social Media ist wichtig, weil ein Unternehmen dadurch innerhalb kürzester Zeit aus erster Hand Informationen über die Akzeptanz neuer Produkte und sein Image bei Kunden und Interessenten erhält. Allerdings erfordert eine effiziente Social-Media-Strategie Fachwissen, über das viele Unternehmen nicht verfügen. In diesem Fall können externe Berater wie TCS weiterhelfen.
Kommunikations- und Geschäftsprozesse auf das „Social Business“ abstimmen
Viele Fachleute, etwa die Marktforscher der Experton Group, sehen im Social Business einen „disruptiven Wettbewerbsfaktor des 21. Jahrhunderts“. Konkret bedeutet dies eine Abkehr von der dokumentenorientierten Office- und ERP-Welt hin zu einer Arbeitsweise, die durch dynamische und „kollaborative“ Handlungs- und Arbeitsformen geprägt ist. Unternehmen sollten daher bereits jetzt damit beginnen, ihre Mitarbeiter zu einer Sichtweise zu erziehen, die eine Zusammenarbeit mit Kollegen, Partnern und Kunden über die Grenzen von Abteilungen und Fachbereichen hinweg fördert. Das setzt die Implementierung von entsprechenden Kommunikationstools wie Unified Communications, Messaging und Social-Business-Collaboration-Anwendungen voraus.
Den „digitalen, mobilen Kunden“ einbeziehen
Eine globale Trendstudie von TCS ergab, dass sich Unternehmen mit einem neuen Typus von Kunden konfrontiert sehen: dem digitalen, mobilen Verbraucher. Er nutzt vorzugsweise mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets, um sich zu informieren und Produkte zu kaufen. Firmen, die diese Verbrauchergruppe ansprechen möchten, müssen daher entsprechende Produkte und Services entwickeln. Zudem ist es erforderlich, Vertriebs- und Servicemitarbeiter in der mobilen Kommunikation mit Kunden und Interessenten zu schulen und den Beschäftigten die entsprechenden Werkzeuge wie Mobilgeräte an die Hand zu geben. Wer das ignoriert, läuft Gefahr, speziell junge Interessenten und Kunden zu verlieren oder diese erst gar nicht mit seinen Produktangeboten zu erreichen.
Den Einsatz mobiler Endgeräte forcieren
Mobile Endgeräte wie Notebooks, Smartphones und Tablets ermöglichen es Mitarbeitern, an nahezu jedem Ort zu arbeiten: im Büro, unterwegs oder im Home Office. Dank Cloud-Computing-Diensten sind Beschäftigte zudem in der Lage, überall auf Daten und Anwendungen zuzugreifen. Der Einsatz mobiler Endgeräte erhöht somit die Agilität von Unternehmen und ermöglicht es ihnen, neue, flexible Arbeitsmodelle einzuführen. Wichtig ist jedoch, dass speziell bei Verwendung privater Mobilgeräte (Bring Your Own Device, BYOD) die Einhaltung von Compliance- und Sicherheitsregeln garantiert ist. So muss sichergestellt sein, dass geschäftliche und private Daten strikt voneinander getrennt sind und bei Verlust oder Diebstahl eines Endgeräts Betriebsinformationen nicht in falsche Hände geraten. Eine Option ist, ein Mobile Device Management zu implementieren, in das alle mobilen Systeme eingebunden sind – private wie firmeneigene.
Nützliche Apps bereitstellen
Eine zentrale Rolle in der „Always-on“-Gesellschaft spielen Apps und mobile Endgeräte. Das gilt für Unternehmen und ihre Mitarbeiter selbst, aber auch – wie beschrieben – insbesondere für deren Kunden. Nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft Forrester Research werden 2017 an die sieben Prozent des weltweiten Onlinegeschäfts mobil abgewickelt. Unternehmen können beispielsweise ortsbezogene Angebote und Apps für Mobilgeräte entwickeln und ihren Kunden zur Verfügung stellen. Solche mobilen Anwendungen sind somit eine neue Schnittstelle, über die Unternehmen Kunden und Interessenten ansprechen und an sich binden können.Auf die Benutzbarkeit von Apps ist daher ein besonderes Augenmerk zu richten.
Eine Cloud-Computing-Strategie entwickeln
Einhergehend mit der Umsetzung einer digitalen Strategie sollte Cloud Computing im Intranet (Private Cloud) oder über das Internet (Public Cloud) als wichtige Lösungskomponente berücksichtigt werden. Die Vorteile sind eine höhere Skalierbarkeit und Effizienz beim Einsatz von IT-Ressourcen. So werden IT-Services anhand des tatsächlichen Verbrauchs abgerechnet. Zudem entfällt ein Großteil der Investitionen in Hard- und -Software. Damit sich diese Vorteile in der Praxis einstellen, ist es jedoch wichtig, eine ganzheitliche Strategie in Bezug auf die Nutzung von Cloud Computing zu entwickeln. Der Grund ist, dass Alleingänge von einzelnen Abteilungen in puncto Cloud dazu führen können, dass Datensilos entstehen und Sicherheitslücken auftreten.
*Der Autor, Dr. Kay Müller-Jones, ist Head of Global Consulting Practice bei Tata Consultancy Services (TCS)
Bildquellen: Thinkstock/Lifesize, TCS