Spätestens wenn der erste Schnee vom Himmel fällt, ist es soweit: Die Lust auf Zimtsterne, Vanillekipferl und Co. scheint mit der Flockendichte zu wachsen. Was jeder intuitiv bestätigen kann, lässt sich mit steigenden Verkaufszahlen von Weihnachtsleckereien bei Winterwetter eindeutig belegen.
Ciabatta-Brot für laue Sommerabende und Nussschnecken bei Nieselregen: Erfahrungsgemäß schwankt der Absatz bestimmter Artikel sehr stark je nach Wetterlage. Während bei Hitzewellen typische Grillprodukte gekauft werden, lädt trübes Wetter zum Kuchenessen ein. Bei Dauerregen weichen die Kunden womöglich ganz zur Filiale im überdachten Einkaufszentrum aus. Für eine punktgenaue Verkaufsprognose pro Filiale und Artikel fließt aber nicht nur die Wettervorhersage ein, sondern auch wetterunabhängige Daten wie zum Beispiel historische Verkaufszahlen der Filialen, Ferientermine und Feiertage, das lokale Wettbewerbsumfeld oder aktuelle Marketingaktionen. Die Daten werden automatisch über die angeschlossenen Kassensysteme der Filialen oder die verbundenen Warenwirtschaftssysteme erfasst. Lediglich die Kalender- und Sondereinflüsse werden zusätzlich zentral und dezentral erhoben und in das Modell eingebaut.
Zur Verarbeitung dieser Vielzahl an Datensätzen setzt Analytix bereits seit 2005 auf SPSS Produkte. Die Analysesoftware soll nicht nur in der Lage sein Millionen von Datensätzen mit vielen Einzelattributen zu verarbeiten, sondern soll Algorithmen für praktisch alle statistischen Anforderungen bieten. So gehen alle Daten im Data Warehouse von Meteolytix automatisch in das kundenindividuelle Berechnungsmodell in der IBM SPSS Analyse-Software ein, heißt es. Das System entwickelt daraus die tages- und artikelgenauen Absatzprognosen und versendet sie automatisch an die Produktionssysteme der Großbäckerei und die Kassensysteme der Filialen. Laut Anbieter lernt das Modell aus den Abweichungen der tatsächlichen von den prognostizierten Werten, die unterschiedlichen Einflussfaktoren selbstständig zu bewerten und wird so immer besser.
Die hohe Präzision der Absatzvorhersagen bringt der Großbäckerei eine Vielzahl positiver Effekte: erhebliche Kostenersparnisse durch eine präzisere Materialbedarfsplanung, eine Optimierung von Produktion und Logistik sowie eine massive Reduzierungder Retouren. Damit müssen nicht mehr so viele hochwertige Lebensmittel weggeworfen werden. Auch der manuelle Aufwand in der Zentrale und in den Filialen für die tägliche Produktbestellung sinkt erheblich. Während früher ein Mitarbeiter pro Tag und Filiale etwa eine halbe Stunde für die Tagesbestellung benötigte, reduziert sich mit den Bestellvorschlägen von Meteolytix der Aufwand auf den täglichen Abgleich, heißt es. Nur Sonderfaktoren, wie zum Beispiel kurzfristige Baustellen vor der Filiale oder besondere Marketingaktionen, müssen extra berücksichtigt werden. Der Personaleinsatz lässt sich präziser planen und es ergeben sich höhere Umsätze: Denn besonders nachgefragte Produkte, wie Zimtsterne und Vanillekipferl bei weihnachtlichem Winterwetter, werden in größeren Mengen produziert und sind nicht so schnell ausverkauft. Jetzt muss es nur noch richtig schneien!
Die Meteolytix GmbH entstand aus einem Joint Venture der WetterWelt GmbH, einem Spezialanbieter für Wettervorhersagen, und der Analytix GmbH, einem Institut für quantitative Marktforschung und statistische Datenanalyse. Ausgangspunkt war die Anfrage eines Bäckereiunternehmens an die WetterWelt, präzise Umsatzprognosen für die einzelnen Produkte in seinen verschiedenen Filialen auf Basis der aktuellen Wettervorhersage zu erstellen. Analytix entwickelte in der IBM SPSS Analyse-Software ein Modell, das aus einer Vielzahl von Einflussfaktoren eine Verkaufsprognose pro Filiale und Artikel errechnet.
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