Die IHK Würzburg-Schweinfurt vertritt das Gesamtinteresse der gewerblichen Wirtschaft in Mainfranken.
Wenn ein Mitarbeiter der IHK Würzburg-Schweinfurt seinen Flachbildschirm einschaltet, arbeitet er zwar physisch im Büro – sein Computer aber läuft größtenteils als Software in einem über 300 km entfernten Rechenzentrum. Das klingt ungewöhnlich, bedeutet aber keinen Verzicht. Im Gegenteil: An beiden für das Gebiet Mainfranken zuständigen Niederlassungen gibt es so gut wie keine wuchtigen PCs mehr, stattdessen aber schicke 21,5-Zoll-LCD-Displays mit integriertem Thin Client.
Über diese platzsparenden Thin Clients „all in one“ vom Typ Igel UD9 ES greifen die insgesamt 115 Mitarbeiter auf eine virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI) zu, die im Rechenzentrum der IHK Gfl (Gesellschaft für Informationsverarbeitung) läuft. Von dort stellen die beiden Niederlassungen für jeden ihrer Anwender einen individuellen Windows-Desktop über das Internet bereit. Gegenüber der früheren PC-Umgebung bringt das neue Cloud Computing mit Thin Clients einige Vorteile: Ohne PC ist mehr Platz am Schreibtisch und das Kabelgewirr gehört der Vergangenheit an. Das Arbeitsklima bliebt ohne das Rauschen der PC-Lüfter ungestört und die IT-Sicherheit steigt, da auch Festplatten fehlen. Bei einem Hardware-Ausfall können folglich keine lokal gespeicherten Daten verloren gehen. „Wir haben festgestellt, dass Thin Clients energieeffizienter, langlebiger und kostengünstiger sind“, berichtet Christian Maurer, Bereichsleiter IT-Service bei der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Seit 2003 haben wir keinen PC mehr angeschafft.“
Seit 2004 arbeitet die IHK mit Igel Technology zusammen. Den Ausschlag gab die Suche nach Windows-basierten Thin Clients, die mit möglichst vielen Peripheriegeräte zusammenarbeiten sollten, insbesondere aber mit einem Smartcard-Lesegerät der Firma Reiner SCT. Damit wollte die IHK Ursprungszeugnisse für Exportwaren digital prüfen und bestätigen, was mit Unterstützung des Thin-Client-Herstellers gelang. „Seither müssen die Mitglieder nicht mehr zwingend in die Geschäftsstelle kommen, um das Ursprungszeugnis prüfen und unterzeichnen zu lassen“, erklärt Maurer den Nutzen für die Unternehmen. Weitere Einsatzfelder für die digitale Signatur folgten, darunter Ausbildungsverträge oder der Nachweis über die Schulung und Prüfung von Gefahrgutfahrern. Letzterer ist ab 2013 ausschließlich durch die neue ADR-Karte zu erbringen. Ausgestellt werden die ADR-Karten ebenfalls über einen Thin Client mit angeschlossenem Kartendrucker und Scanner zum Einlesen der Lichtbilder.
Vor dem Jahr 2000 zählte die IHK in Würzburg und Schweinfurt jeweils acht zentrale Datenbank- sowie einen Dateiserver. Nach der Anwendungszentralisierung stieg die Serverzahl temporär auf 30 an. Nach Einführung der Servervirtualisierung im Jahr 2007 ging sie wieder auf zehn zurück. Im März 2012 wurde die IT-Infrastruktur schließlich in das Rechenzentrum der IHK Gfl in Dortmund ausgelagert und die VDI-Lösung Citrix Xen-Desktop eingeführt. Seither beziehen beide Standorte ihre virtualisierten Arbeitsplätze kostentransparent als regelmäßig abgerechnete IT-Dienstleistung im Rahmen eines Desktop-as-a-Service-Modells (DaaS). Seit dem ursprünglichen PC-Netzwerk mit lokal installierten und vor Ort zu wartenden Anwendungen haben sich die Desktop-Kosten halbiert – und das, obwohl die IT-Abteilung statt der ursprünglich 80 PCs inzwischen 115 Thin Clients zu betreuen hat.
Der entscheidende Effizienzgewinn resultiert aus der zentralen Administration der Server, Desktops und Thin Clients. Letztere werden über die im Lieferumfang enthaltene Remote-Management-Software Universal Management Suite (UMS) fernadministriert und verwaltet, die in ihrer Qualität ebenfalls für den deutschen Hersteller sprach. Ein Rücksprung zum PC kommt für Christian Maurer aus heutiger Sicht kaum infrage. Eher wird derzeit weiteres, bisher PC-typisches Anwendungsterrain erschlossen. So plant die IHK, künftig mit Hilfe von Citrix HDX und den leistungsstarken Thin Clients auch Videokonferenzen abzuhalten und anspruchsvolle Grafikanwendungen wie Desktop-Publishing mittels VDI bereitzustellen. „Aufgrund der guten Erfahrungen kann ich diese IT-Infrastrukturlösung guten Gewissens weiterempfehlen“, so der IT-Leiter abschließend.
IHK Würzburg-Schweinfurt
Mit ihren 120 Mitarbeitern kümmert sich die IHK Würzburg-Schweinfurt um die wirtschaftlichen Interessen im Gebiet Mainfranken (Unterfranken). Zu den rund 60.000 Mitgliedern zählen viele namhafte Unternehmen wie Bionade, Knauf, René Lezard und s.Oliver. Im Sinne ihrer Mitglieder achtet die IHK zugleich auf fortschrittliche Dienstleistungen und kosteneffiziente IT-Infrastrukturen.
Im Internet: www.wuerzburg.ihk.de
Bildquelle: IHK