Daniel Clayton von Bitdefender: „Der Mehrwert eines IT-Sicherheitsdienstes fängt beim Kundenverständnis an.“
Technologie ist Trumpf? Wer in der IT-Security auf automatisierte Abwehr oder gar Machine Learning (ML) und Künstliche Intelligenz (KI) vertraut, ist versucht, das zu glauben. Ab einem gewissen Punkt wiegen sich aber viele Verantwortliche in falscher Sicherheit. Denn professionelle Dienste für IT-Sicherheit, die aus -Menschen bestehen, können Dinge, die Maschinen und Technologie nicht können.
Gerade wenn es um besonders komplexe Angriffe geht, sind IT-Services noch immer unverzichtbar. Warum das so ist, zeigt der Blick auf die Gegenseite: Hacker sind Menschen. Ihre Toolkits entwickeln sie mit Kenntnis der Schwächen in der Abwehr, die sie als erfahrene Experten gezielt ausnutzen. Advanced-Persistent--Threat-Attacken steuern sie oft sogar persönlich und manuell. Auch sie agieren oft für Auftraggeber als Dienstleister. Professionelle und kreative Angreifer verlangen ebenso professionelle, erfahrene und mensch-liche Dienstleister. Eine Abwehr auf Augenhöhe kann daher auf den Faktor „Mensch“ nicht verzichten.
Natürlich benötigt eine moderne Cyberabwehr effektive Technologien oder Dienste wie Managed De-tection and Response (MDR). Und natürlich hat selbst die klassische signaturbasierte Abwehr von Malware immer noch einen großen Wert. Endpoint Detection and -Response (EDR) geht den erfolgreichen Angriffen gezielt hinterher. Und ohne Zweifel kann niemand ohne die Hilfe von KI und ML auffälliges Verhalten überhaupt erst schnell genug erkennen. Aber in naher Zukunft wird die Technologie den Menschen nicht vollständig ersetzen. Gerade der nachhaltige Schutz auf hohem -Level gegen bereits erfolgreich eingedrungene Hacker er-fordert den menschlichen Blick. Erst die Kombination aus Technologie und Mensch sorgt also für dauerhafte Sicherheit auf hohem Niveau. Die Dienste von externen Sicherheitsanalysten sind daher völlig zu Recht sehr gefragt.
IT-Sicherheitsdienstleister verstehen nach einer ausführlichen Anamnese der IT-Infrastruktur und der Abläufe eines Unternehmens seine Sicherheitsbedürfnisse und Risiken. Sie kennen die Systeme, die für Geschäftsabläufe kritisch sind. Ihr geschultes Auge unterscheidet zudem unverdächtige Abläufe von ab-weichendem Verhalten.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Analysten haben zudem nicht nur einen pauschalen Überblick der aktuellen Gefahrenlage. Sie wissen, wie und wann Hacker eine gewisse Branche oder etwa den Mitbewerber angreifen, der wahrscheinlich die gleiche Technologie einsetzt. Analysten reagieren nicht nur auf die Alarme oder Hinweise. Dank ihrer Erfahrung und ihrer Intuition gehen sie einen Schritt weiter. Die Aufgabe ist, das zu sehen, was Abwehrtechnologien oder KI noch nicht erkennen. Die Experten entscheiden, welchen Hinweisen nachzugehen ist. Dabei versetzen sie sich in die Persönlichkeit der Hacker hinein.
Reaktionsschnelligkeit macht gerade bei komplexen Attacken den weiteren Wert von externen IT-Sicherheitsdiensten aus. Ein Security-Operation-Center-Team (SOC) bietet mehr als ein Managed Security -Service oder ein Analyse-Tool für Datenverkehr im Netz, welches zwar warnt, aber die eigentliche Arbeit dem Kunden überlässt. Im Ernstfall führen SOC-Dienste mit dem Kunden vorab vereinbarte Abwehrmaßnahmen durch, ohne allerdings die zentralen Elemente der Kundeninfrastruktur zu verändern.
Bildquelle: Bitdefender