„Panik ist ein schlechter Berater“, warnt Sebastian Schmerl.
Die Anzahl der Ransomware-Angriffe hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Eine relevante Rolle spielen dabei sogenannte Ransomware-as-a-Service (RaaS). Hierbei handelt es sich um Dienstleistungen hochprofessioneller Organisationen, welche sich auf den ersten Blick kaum von seriösen Unternehmen unterscheiden – mit u.a. eigener Personalabteilung oder Bonusprogrammen. Die Produktpalette der RaaS-Anbieter ist dabei vielfältig: vom einfachen Kauf bis hin zum Abomodell. Bezahlen lassen sie sich z.B. in Raten, per Einmalzahlungen oder mit Beteiligung am „Lösegeld“. Mit auf diese Weise organisierten Anbietern und Cyberkriminellen, die deren Angebote nutzen, ist es für Organisationen umso wichtiger, bestens auf Angriffe vorbereitet zu sein.
Sicherheit ist kein Ist-Zustand, sondern ein permanenter Prozess. Darüber sollten sich alle Unternehmen im Klaren sein. Das permanente Fördern einer entsprechenden Kultur in Organisationen ist daher ein erster wichtiger Schritt zum Schutz vor Angriffen. Erreicht werden kann das durch regelmäßige Sicherheitsschulungen, um so ein Sicherheitsbewusstsein bei den Mitarbeitern zu schaffen.
Damit Cyberattacken schnell erkannt werden und es so ermöglicht wird, angemessen reagieren zu können, sind Managed-Detection-and-Response-Ansätze wichtige Mittel. Diese sollten umfangreiche Security-Monitorings und -Analysen beinhalten, damit sie auch von Erfolg gekrönt sind. Sobald sich die Bedrohungslage ändert, können die so gesammelten Daten dazu genutzt werden, die Verteidigungsstrategie anzupassen.
Um den Cyberkriminellen ihre Arbeit so schwer wie möglich zu machen, sollten regelmäßige Backups der Unternehmensdaten und Patches durchgeführt werden. So sind die Daten bestmöglich geschützt und Sicherheitslücken im Unternehmenssystem werden geschlossen.
Ist es den Angreifern trotz der zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen gelungen, in die Unternehmenssysteme einzudringen und Daten zu erbeuten und/oder zu verschlüsseln, sind im Vorfeld erarbeitete Notfallpläne wichtig. Diese sollten die Verantwortlichen dann als Leitlinie nutzen und an die aktuelle Situation anpassen. Für jeden spezifischen Angriff kann nicht vorausgeplant werden, aber grob definierte Prozesse und Verantwortlichkeiten sowie im Voraus bestimmte zu involvierende Personen, gegebenenfalls Dienstleister und Entscheidungsbefugnisse sowie Reporting-Linien sind Gold wert. Denn dies beugt dem „Headless-Chicken-Modus“ im Ernstfall vor. Denn es gilt: Panik ist ein schlechter Berater. Es sollte Ruhe bewahrt und nicht überstürzt gehandelt werden. Cyber-Defense-Hotlines von Security-Partnern oder LKA, BKA oder BSI können in solchen Situationen beratend zur Seite stehen.
Die Zahl der Ransomware-Angriffe wird nicht so schnell abnehmen und entsprechende Attacken den Sicherheitsverantwortlichen in Unternehmen noch lange Sorgenfalten bereiten. Die Gefahr durch RaaS sollte daher nicht unterschätzt werden. Mit der richtigen Vorbereitung und gut ausgebildeten Sicherheitsexperten sind Unternehmen jedoch bestens auf diese Bedrohung vorbereitet. Fehlen die internen Ressourcen, können sich Unternehmen vertrauensvoll an externe Security-Experten wenden, welche sie bei der Umsetzung der richtigen Sicherheitsmaßnahmen unterstützen.
Bildquelle: Arctic Wolf