CSC eröffnet neues Data Center in Frankfurt

Die Cloud aus dem Schrank

Als Teil seiner globalen Cloud-Delivery-Aktivitäten hat CSC in Deutschland kürzlich ein erstes Cloud Data Center in Frankfurt eingerichtet.

Florian Eisner, CSC

„Wir haben immer eine Burst-Kapazität von 30 Prozent zur Verfügung, damit Kunden jederzeit spontan Kapazität skalieren können“, erklärt Florian Eisner, Cloud Lead bei CSC in Deutschland.

Das neue Data Center basiert auf vorintegrierter Hardware von VCE, ist Teil eines globalen Verbundes gleichartiger Rechenzentren und hängt direkt am wichtigsten deutschen Internet-Backbone. Große Kunden können die Infrastruktur ab September 2012 für globale Services nutzen, mittlere und kleinere Unternehmen werden sichere Lösungen für Infrastructure as a Service sowie einige Standardservices angeboten.

Es würde locker in den  Schlafzimmerschrank passen, auch wenn es dort natürlich total fehl am Platz wäre: Das neue Cloud-Rechenzentrum von CSC in Frankfurt packt 110 Terabyte Storage, 32 Blade Server mit 384 CPU Cores­ und 3072 Gigabyte RAM, virtuelle Switches, Managementsoftware und Virtualisierungsschicht in eine Maschine, die nicht größer ist als 180 x125x 112 Zentimeter. Dabei können auf diesem V-Block genannten vorintegrierten Computingsystem beispielsweise gleichzeitig 600 bis 800 virtuelle Server betrieben werden.

Anders ausgedrückt: Ein Krankenhaus mittlerer Größe, das auf diesem physischen System seine komplette Klinik-IT abbilden würde, – könnte den V-Block 300 GX selbst unter voller Beanspruchung nur zu 30 Prozent auslasten. Auch der viel genutzte Online-Car-Konfigurator eines internationalen Automobilherstellers würde das System auch bei zehn Tausenden gleichzeitigen Zugriffen kaum an seine Grenzen stoßen lassen. „Wir haben außerdem immer eine Burst-Kapazität von 30 Prozent zur Verfügung, damit Kunden jederzeit spontan Kapazität skalieren können“, erklärt Florian Eisner, Cloud Lead bei CSC in Deutschland. Darüber hinaus lässt sich der V-Block physisch sehr schnell erweitern. In seinem Rack steht noch einiger Platz zur Verfügung und in dem Rechenzentrums-Cage, in dem er im Frankfurter Großrechenzentrum Global Switch Data Center platziert ist, fänden noch etliche weitere Einheiten Platz.

Gut gesichertes Rechenzentrum

CSC hätte das kompakte Data Center auch in einem seiner eigenen Rechenzentren unterbringen können, hat sich aber aus verschiedenen Gründen für das Rechenzentrum Global Switch entschieden. „Der RZ-Vermieter ist bestens ausgestattet, erfüllt alle notwendigen Sicherheitsanforderungen, ist ISO 27001 sowie SAS 70 Type II zertifiziert und hat vor allem eine sehr gute und kurze Anbindung an den wichtigsten Internet Backbone in Deutschland. Der Zugang von außen erfolgt über Breitbandnetze mit Punkt-zu-Punkt-Verbindungen oder verschlüsselte Verbindungen in einem IP-VPN. Damit können wir auch Kunden gerecht werden, die einen hohen Bandbreitenbedarf haben oder besonders schnelle Zugriffe benötigen“, führt Florian Eisner weiter aus.

Beim V-Block handelt es sich um ein vorintegriertes, für virtualisierte Umgebungen geschaffenes Rechnersystem, das sämtliche Komponenten beinhaltet, die ein leistungsstarkes, kompaktes Rechenzentrum benötigt. Sein Hersteller VCE ist ein Joint Venture des Speicherherstellers EMC mit dem Netzwerkspezialisten Cisco, der in den letzten beiden Jahren auch mit integrierten Computersystemen (Unified Computing) von sich Reden gemacht hat. Außerdem sind an VCE noch VMware und Intel beteiligt. Derart vorintegrierte Systeme beschleunigen die Implementierung eines Data Centers enorm – ein V-Block ist 10 Wochen nach Bestellung einsatzbereit - und viel einfacher zu administrieren als ein System, dessen Storage, Netzwerk- oder Systemmanagement erst mühsam aufeinander abgestimmt werden müssen. Außerdem lässt es sich einfach erweitern. CSC kooperiert sehr eng mit VCE.

Lange Signallaufzeiten vermeiden

Die Gleichartigkeit sowie die einfache Erweiterbarkeit des Systems spielt für die Cloud-Computing-Strategie von CSC eine entscheidende Rolle. „Wir bieten diese Art von Cloud-Rechenzentren inzwischen global an. In jeder wichtigen Region unterhalten wir mehrere solche Data Center, beispielsweise in USA, Asien und allein vier in Europa (Kopenhagen, Luxemburg, London und jetzt auch in Frankfurt). Weil diese Zentren die gleiche Architektur, die gleiche Virtualisierung und das gleiche Management aufweisen, sind sie auf der einen Seite natürlich hoch effizient zu betreiben auf der anderen Seite können aber zum Beispiel internationale Kunden Workloads und Daten von einem Rechenzentrum in ein anderes verschieben“, berichtet Eisner. Besonders bei interaktiven Webapplikationen, zum Beispiel bei dem bereits erwähnten Car-Konfigurator verbessern kurze Signallaufzeiten das Endkundenerlebnis. Wenn die Daten zwischen Frontend und Server Kontinente überbrücken müssen, kann es dagegen schon einmal dauern, bis die richtige Sitzfarbe im Browser des Interessenten angezeigt wird. Dieses Latency genannte Phänomen taucht bei kürzeren Entfernungen nicht auf.

Außerdem tragen die CSC-Rechenzentren den unterschiedlichen Datenschutz- und Sicherheitsbestimmungen der verschiedenen Länder Rechnung. Die Unternehmen können sich darauf verlassen, dass die in den Rechenzentren  gespeicherten Daten  die jeweiligen Landesgesetze berücksichtigen, so dass sie Datenschutz compliant sind. Die in Frankfurt abgelegten Daten können verschlüsselt werden, der V-Block ist mit Sicherheitslösungen wie Intrusion Detection und Intrusion Prevention sowie mit physikalischen und virtuellen Firewalls abgesichert.

Zurzeit wird das Rechenzentrum in Frankfurt noch intensiven Tests unterzogen. Im September sollen die ersten Kunden „einziehen.“ Das Cloud Data Center eignet sich neben Infrastructure as a Service, die Kunden je nach Bedarf kurzfristig online buchen können, für verschiedene Workloads. Auf der einen Seite sicher für große Kunden, die Webanwendungen global ausrollen wollen. Auf der anderen Seite können aber auch kleinere Unternehmen von den Services profitieren. „Es gibt nach unten praktisch keine Grenze. Es geht los bei der Miete für einen virtuellen Server pro Monat“, meint Florian Eisner. Zum Beispiel werde mit diesem Rechenzentrum Desktop-Virtualiserung für kleinere und mittlere Unternehmen interessant. „Auf Basis dieser Infrastruktur lohnt sich die Desktop-Virtualisierung schon ab 50 bis 100 Arbeitsplätzen. Früher setzte die höhere Effizienz erst bei über 1.000 virtualisierten Arbeitsplätzen ein.“

Darüber hinaus setzt CSC das Frankfurter Rechenzentrum genauso wie die anderen global verteilten Data Center für Angebote wie Cloud-Mail ein. Dabei handelt es sich um E-Mail auf Exchange-Basis aus der Cloud, die per User und Gigabyte abgerechnet wird. Außerdem bietet der Provider auf der gleichen Plattform SAP-Basisdienste an, sowie das Thema Biz Cloud. Dieses Angebot für eine schlüsselfertige Infrastruktur verbindet Flexibilität und Wirtschaftlichkeit der On-Demand- und Pay-per-Use-Modelle der Public Cloud mit hoher Sicherheit für vertrauliche Daten und Geschäftsapplikationen. Biz Cloud ist eine Private Cloud, die ebenfalls innerhalb von zehn Wochen nach Bestellung für den Kunden betriebsbereit ist – entweder als On-Premise-Lösung im Rechenzentrum des Kunden oder als gehostete Infrastruktur in einem CSC Data Center. Sie wird in beiden Varianten im Pay-as-you-use-Verfahren auf Basis der standardisierten CSC-Preisliste abgerechnet. Damit können Unternehmen Infrastructure as a Service einkaufen und so Kapitalbindung sowie lange Vorlaufzeiten sparen, die bisher mit dem Aufbau privater Clouds einhergingen.

„Die Cloud-Rechenzentren sind Teil unserer globalen Delivery-Infrastruktur für unsere Kunden. Durch ihren gleichartigen Aufbau, ihre Sicherheitseinrichtungen und ihre flexible Ausbaubarkeit bieten wir unseren Kunden einen leicht begehbaren Weg in die Cloud. Sie wählen, was sie in der Cloud machen und wie viel sie davon nutzen möchten. Unsere Services stehen dem Kunden im eigenen Rechenzentrum, On-premise, in der Public Cloud und in der gehosteten Private Cloud zur Verfügung – zum gleichen Preis“, sagt Florian Eisner abschließend.
www.csc.com/de

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok