Sammelbecken für Kriminalität

Die Gefahren offener WLAN-Netzwerke

Das Internet ist ein fester Bestandteil der Gesellschaft geworden und vor allem bei Reisen im Ausland nicht mehr wegzudenken. Dass jedoch vor allem offene Hotspots und WLAN-Zugänge in Cafés und Restaurants große Gefahren mit sich bringen, darüber machen sich die Wenigsten Gedanken, so Zenmate-CEO Simon Specka in seinem Kommentar.

Simon Specka, Zenmate

„Um sich online bestmöglich selbst zu schützen, sollte man sich durch einen abgesicherten ‚Tunnel’ in öffentlichen Netzwerken bewegen“, betont Zenmate-CEO Simon Specka.

Wird von offenem WLAN gesprochen, dann ist zunächst einmal der Zugang gemeint, bei welchem weder Benutzername noch Passwort benötigt werden. Diese Netzwerke sind ein wahres Sammelbecken für allerlei Internet-Kriminalität und Datenklau. Die erste und wesentlichste Schwachstelle ist hier schon das Herstellen der Verbindung. Alle Nutzer des gleichen Netzes, mit ein wenig Ahnung von der Technik dahinter, können die gesendeten Informationen der anderen abfangen und für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Der so genannte Hacker positioniert sich dafür zwischen den Nutzer und den Verbindungspunkt und kann nun auf gesendeten Daten zugreifen oder infektiöse Malware verteilen. Wer also seine Bankgeschäfte und Kreditkartenzahlungen ungeschützt beim Burger-Restaurant um die Ecke erledigt, ist selbst Schuld.

Verschlüsselter Datensalat


Um sich online bestmöglich selbst zu schützen, sollte man sich durch einen abgesicherten „Tunnel“ in öffentlichen Netzwerken bewegen – ein so genanntes Virtual Private Network, kurz VPN. Bei einem aktiven VPN-Client kann ein Dritter zwar nach wie vor Daten abfangen, bekommt aber nur verschlüsselten Datensalat geliefert. Es gibt verschiedene Unternehmen, welche günstige und einfache Lösungen für jeden anbieten. Auch diejenigen, die freie Hotspots zur Verfügung stellen, könnten mit bestimmten Router-VPN-Kombinationen sicheres Internet zur Verfügung stellen, was jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. In der Realität wird leider nur sehr selten investiert, der Online-Schutz scheint den meisten Betreibern egal zu sein – stets auf Kosten der Kunden.

Wer nun mit Handy, Laptop oder Tablet trotz allem ohne VPN surft, sollte dringend folgende Grundregeln beachten:

  • Auf allen Webseiten, die eine Eingabe von persönlichen Daten erfordern, sollte eine SSL-Verschlüsselung vorausgesetzt sein. Das ist an dem https:// in grün erkennbar. Sollte die Webseite standardmäßig nicht über HTTPS laufen, dann kann dies händisch einfügen werden, wenn die Seite es technisch unterstützt. Die Verschlüsselung der Seite wird somit manuell erzwungen.
  • Das Teilen von Daten sollte abgestellt sein (bei privater Internetverbindung ist es in der Regel aktiviert).
  • Installierte Apps übermitteln im Hintergrund häufig persönliche Daten. Dies sollte man so weit es geht einschränken.
  • Ein öffentliches WLAN sollte man nach Nutzung stets aus der Liste der Netze löschen. Schnell ist man unbedacht unterwegs und das Telefon loggt sich beim Vorbeigehen wieder ein – entsprechend ist eine erneute Sicherheitslücke geschaffen.
  • Das WLAN sollte man bei Nichtnutzung am Gerät komplett abschalten, was auch wertvolle Akkulaufzeit spart.
  • Nur solche Netzwerke sollte man nutzen, bei denen auch der Betreiber bekannt ist.

Die Ära des Mobiltelefons und anderer tragbarer internetfähiger Geräte hat vieles erleichtert. Vor allem auf Reisen sind sie heute ein wesentlicher Bestandteil zur Orientierung in fremden Ländern. Wer mit Bedacht im Internet unterwegs ist, der kann auch in Zukunft ohne negative Konsequenzen surfen.

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