Viele Unternehmen wollen bis 2035 klimaneutral werden
Unabhängig vom Klimaziel der Bundesregierung, im Jahr 2045 klimaneutral zu sein, streben über die Hälfte der für den Energieeffizienz-Index (EEI) befragten Unternehmen an, dies bereits im Jahr 2035 zu erreichen. Der Index ist insgesamt leicht gestiegen, wobei die geplanten Investitionen niedriger sind als im letzten Halbjahr.
Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zur Energieeffizienz. Der EEI wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland sowie weiteren Partnern erstellt. Insgesamt 861 Teilnehmer haben sich im Erhebungszeitraum vom 16. September bis zum 25.Oktober 2024 zu den drei Teilindizes geäußert.
Zum Erreichen des selbst gesetzten Klimaziels werden verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Während 60% der Unternehmen ein Energieaudit und -management betreiben, optimieren jeweils drei Viertel der Unternehmen die Vertriebs- und Transportwege oder die Energieverbrauchssteuerung. Technisch wird die Effizienz vor allem über die Gebäudeausstattung mit schneller umsetzbaren Querschnittstechnologien (86%), über die Produktionsmaschinen (62%) sowie die Eigenenergieerzeugung mit erneuerbaren Energien (57%) gesteigert.
Zum ersten Mal stuften 70% der Unternehmen die Erfüllung von gesetzlichen Vorgaben als Haupttreiber ihrer Effizienzbemühungen ein. Dies lässt vermuten, dass anstehende gesetzliche Fristen motivierend auf Unternehmen wirken und sich somit der Stellenwert von Energieeffizienz innerhalb der Unternehmen erhöht. Die wirtschaftliche Resilienz, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die Verankerung der Klimaziele in der Unternehmensstrategie folgten als weitere positive Einflussfaktoren auf die Bedeutung von Energieeffizienz. Gleichzeitig haben für 30% der Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben einen negativen Einfluss auf ihre eigene Energieeffizienz.
Bild: wirestock / Freepik, Universität Stuttgart