Cyberangriffe nehmen zu – und damit auch der Diebstahl von Daten.
Zunehmend professionalisierte Cyberangriffe, ein wachsendes Datenaufkommen in Unternehmen und ein oftmals laxer Umgang mit dem Thema Datenschutz: Die Kombination dieser Zutaten erscheint nicht zuletzt mit Blick auf die aktuelle EY-Datenklaustudie toxisch. Der Unternehmensberatung zufolge wurde knapp die Hälfte aller über 500 befragten Unternehmen in Deutschland in den vergangenen Jahren Opfer eines Cyberangriffs. Im Fokus der Angreifer standen dabei vor allem sehr umsatzstarke Unternehmen.
Angesichts dieser Ergebnisse stellt sich die Frage: Wie können insbesondere Großunternehmen ihre Daten künftig nicht nur besser schützen, sondern deren Verwendung zugleich auch besser kontrollieren? Fest steht nämlich: Nur, wer sich als Unternehmen eine weitgehende Hoheit über seine Daten bewahrt, ist auch in der Lage, die Vielzahl möglicher Einfallstore für Cyberangriffe zu überblicken und zu schließen.
Eine besonders hohe Relevanz erfährt das Thema Datenschutz zudem im Hinblick auf digitale Ökosysteme und Plattformökonomie. Während Uber, Airbnb und Ebay unlängst den Weltmarkt erobert haben, erkennen auch in Deutschland immer mehr Unternehmen das Potenzial digitaler Plattformen. McKinsey geht davon aus, dass sich der Gesamtumsatz aller digitalen Ökosysteme rund um den Globus bis 2025 auf ganze 60 Billionen US-Dollar steigern wird.
Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ökosystemteilnehmern basiert dabei auf dem Austausch von Daten über eine digitale Plattform. Viele der Daten sind häufig personenbezogen, das heißt, das Thema Datenschutz ist absolut kritisch beim Aufbau und der Etablierung eines solchen Ökosystems. Um diesem Faktor entsprechend nachzukommen, sollte den Unternehmen und Teilnehmern eine größtmögliche Kontrolle, Einfluss- und Einsichtnahme auf die Nutzung ihrer Daten gewährt werden – Stichwort „Datensouveränität“.
Möglich wird dies z.B. mithilfe eines Datenschutz-Cockpits in der Plattform. Dabei wird der Umgang mit den Daten im gesamten Ökosystem in einheitlicher Weise für alle Teilnehmer geregelt sowie rechtlichen Aspekten gebündelt Sorge getragen. Für die praktische Etablierung eines solchen Cockpits sind entsprechende Schnittstellen zwischen der digitalen Plattform und den Systemen der Ökosystemteilnehmer notwendig.
Neben den Schnittstellen für den Abruf von relevanten Datensouveränitätsanforderungen für Teilnehmer sollte die digitale Plattform auch Lösungsbausteine für die technische Umsetzung von Datensouveränität bereitstellen. Abhilfe kann hier das Konzept einer technischen Datennutzungskontrolle schaffen. Eine solche Softwarelösung dient dazu, Datenflüsse feingranular zu kontrollieren.
Was komplex klingt, lässt sich mit einer inhaltsbasierten Firewall vergleichen. Sprich: Ein Teilnehmer des digitalen Ökosystems kann dank einer solchen technischen Lösung zur Umsetzung der Datensouveränität selbst bestimmen, ob und in welcher Form seine Daten weitergegeben werden. Somit können die Daten maskiert oder gefiltert werden, um beispielsweise durch Anonymisierung den Personenbezug zu entfernen. Die „My Data Control Technologies“ des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern etwa stellen einen solchen Lösungsbaustein für eine technische Umsetzung von Datensouveränität dar.
Natürlich spielen für die erfolgreiche Entwicklung eines digitalen Ökosystems weitaus mehr Kriterien eine wichtige Rolle. Die Einführung eines Datenschutz-Cockpits und einer Datennutzungskontrolle sind jedoch wesentliche Erfolgsfaktoren für digitale Plattformen, um Vertrauen und Datensouveränität für alle Teilnehmer am Ökosystem zu gewährleisten.
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